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Holzspielzeug, Babyschuhe und Kleidung aus Bio-Baumwolle in einem Regal.
© lithiumphoto | stock.adobe.com

Zwischen Wiege und Umsatz

Trotz sinkender Geburtenzahlen wächst der Markt für Babyausstattung. Auch steirische Unternehmen mischen kräftig mit.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 24.09.2026

Langlebige Spiele aus Graz

Was haben ein Second-Hand-Laden für Designermode und ein Geschäft für gebrauchte Kinderhochstühle gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Bei Nicole Moser ging aber beides viele Jahre Hand in Hand. „Mit der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass die Hochstühle sehr gut angenommen werden, die Mode aber nicht“, erzählt Moser. Also weitete sie ihr Sortiment im Bereich Spielzeug und Ausstattung aus. Heute betreibt sie von Graz aus den Online-Shop „Babyrella“ und ist auf langlebige und sensorische Spiele für Kinder bis zu sechs Jahren spezialisiert. Spielsachen und Zubehör können bei Babyrella auch gemietet werden. 

Nicole Moser
© Nicole Moser

Babylaute verstehen leicht gemacht

Hat das Baby Hunger, will es schlafen oder hat es genug von etwas? Mit einer eigenen Zeichensprache können Babys und Eltern kinderleicht kommunizieren. Wie das geht, weiß Karin Ingolitsch-Aigner, die Workshops zu dem Thema anbietet: „Eltern reden mit ihren Kindern und machen zeitgleich bestimmte Zeichen mit der Hand. Babys lernen diese schnell. Schon mit drei bis vier Monaten beginnen sie, die Zeichen selbst zu nutzen.“ Zugleich schult sie Eltern auch zum Thema Babylaute. Mit ihrem Unternehmen „Karingo“ bietet sie Kurse in Graz und online an. 

Karin Ingolitsch-Aigner und ein kleines Kind
© Georg Aigner

Beschützendes Tuch

Ein dünnes Tuch aus Tencel, das über Kinderwagen gespannt werden kann, um Schatten zu spenden oder um für Diskretion beim Stillen zu sorgen: Das wünschte sich die Oststeirerin Veronika Lafer. 2019 gründete sie „Norbärt“. Der Stoff stammt von der Firma Lenzing, verstrickt wird er in Voralberg, bedruckt in Tirol und zusammengenäht in der Steiermark. 

Ein dünnes Tuch aus Tencel, das über Kinderwagen gespannt ist.
© Veronika Lafer

Das Baby im Blick

Wenn es nach Robert Prehm geht, haben klassische Babyphones ausgedient. Der Grazer entwickelte die App „Lulavie“. Auf dem Smartphone oder Tablet installiert, lässt sich mit der App jedes Endgerät unkompliziert in ein Babyphone verwandeln. Mit einem entscheidenden Vorteil: Da „Lulavie“ über WLAN oder über die mobilen Daten funktioniert, hat es keine Reichweitenbegrenzung und kann mit mehreren Empfangsgeräten verbunden werden.

Die App „Lulavie“ auf dem Smartphone
© Lulavie

Schnullermotive für die Welt

Von den USA über Europa bis nach Vietnam: Der Wiener Babyartikelhersteller „mam“ verkauft seine Schnuller, Fläschchen, Beißringe und Co. weltweit. Die Illustrationen auf vielen Produkten stammen von der Weizerin Inge Wurzinger. Egal ob Eulen, Blumen oder maritime Designs: „Alles, was süß und trendig ist, kommt bei Eltern gut an, und die gilt es zu überzeugen“, erzählt Wurzinger. Das Besondere: Trotz KI wird bei „wurzinger design“ alles noch per Hand gezeichnet.

MAM Schnüller
© Wurzinger

Personalisierte Musik

Lieder, die Mut machen, beim Lernen oder Aufräumen helfen: Das in Semriach ansässige Unternehmen „Soundhorn“ von Zita Martus und Robert Denk bietet genau das an. Das Prinzip ist kinderleicht: Auf der Webseite von „Soundhorn“ wird der Name des Kindes eingegeben, danach wird das Wunschlied ausgewählt. Das Lied wird schließlich von Martus eingesungen und als Datei zum Download bereitgestellt oder als Holz-USB-Stick an den Kunden versandt.

Geschenkbox Soundhorn
© Soundhorn

Kleidung, die mitwächst

Jahrelang arbeitete Ursula Wurm in einem Tattoo- und Piercingstudio. Das Nähen diente als Ausgleich. 2019 machte sie sich selbständig und ist seitdem auf Kindermode spezialisiert. Genäht wird alles per Hand: „Ich lege Wert auf zeitlose und bequeme Designs, die über mehrere Größen mitwachsen.“ Kaufen kann man die Kleidung im Geschäft „Ursis bunte Welt“ in Pischelsdorf oder auch online. 

Ursula Wurm in ihrem Geschäft "Ursis bunte Welt"
© Ursula Wurm

Kraftsuppen für das Wochenbett

Eigentlich ist die Grazerin Natascha Bradler Logopädin, doch nach der Geburt ihrer Tochter änderte sie ihren Fokus: „Wir hatten kein einfaches Wochenbett, doch zum Glück hatte ich genügend gesundes und nahrhaftes Essen vorbereitet“, erinnert sich Bradler. Auch anderen Frauen wollte sie in dieser Zeit helfen. Als „Mamita“ kocht sie seit 2022 vier verschiedene Kraftsuppen aus regionalen Zutaten und verkauft sie in ihrem Online-Shop.

Natascha Bradler
© Mamita

Nachhaltig durch den Regen

In Pfützen springen oder mit Gatsch spielen: Was Kindern Spaß macht, sehen Eltern oft weniger entspannt. Die richtige Schutzkleidung ist zudem oft von minderwertiger Qualität oder aus ökologisch hinterfragenswerten Kunststoffen hergestellt. Eine Lösung hat Pamela Muñoz Lagos gefunden. Die gebürtige Chilenin hat in Murau die Marke „Colorido“ gegründet und bietet wasserdichte Hosen und Jacken an, die nicht nur optisch ansprechend sind, sondern auch vollständig aus recycelten PET-Flaschen produziert werden. Erhältlich ist die Regenkleidung für Kinder ab sechs Monaten im Online-Shop „Colorido Store“.

Ein Kind mit Regenschutzkleidung der Marke Colorido
© Colorido

Babys erstes Fläschchen 

Anfangs- oder Folgemilch: Wer im Supermarkt schon mal zu Babymilch gegriffen hat, hat vielleicht ein Produkt von „Prolactal“ in Händen gehabt. Das Hartberger Unternehmen gilt als Weltmarktführer im Bereich biologisches Milch- und Molkepulver. Pro Tag werden rund eine Million Liter Frischmilch verarbeitet. Mittlerweile arbeitet Prolactal mit Firmen in 35 Ländern weltweit zusammen. 

Prolactal. Weltmarktführer im Bereich biologisches Milch- und Molkepulver.
© Prolactal