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Ein Arbeitsplatz mit einer Schnittmatte mit der Aufschrift
© InnCubator

Wie sich der Weg zur Innovation aktuell verschiebt

KI und veränderte Innovationsprozesse fordern Unternehmen heraus. Drei Weiterbildungsformate des InnCubator setzen genau dort an.

Lesedauer: 3 Minuten

28.09.2026

Die Art und Weise, wie Unternehmen Innovationen vorantreiben, verändert sich derzeit spürbar – und zwar nicht nur in Bezug darauf, was entwickelt wird, sondern auch darauf, wie dies geschieht. Technologien wie 3D-Druck verschieben die Grenze, wie schnell und günstig sich Ideen in ein greifbares Modell verwandeln lassen. Neue Herangehensweisen an Produktdesign verändern, wie digitale Produkte entstehen und getestet werden und eröffnen neue Wege in der User Experience. Und auch die Art, wie Innovation innerhalb eines Unternehmens gesteuert und geplant wird, wandelt sich, während technologischer Fortschritt schneller voranschreitet als klassische Planungszyklen.

Der InnCubator, das Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Innsbruck und der Wirtschaftskammer Tirol, hat daher drei eigenständige Weiterbildungsformate entwickelt, die genau an diesen drei Stellen ansetzen: neue Fertigungstechnologien, neue Designansätze und das Innovationsmanagement selbst. Was die uWIN – universitäre Weiterbildung intensiv dabei besonders macht, ist die Verbindung aus universitärem Wissen und Praxiserfahrung. Es geht nicht nur um handwerkliches Können, sondern auch um den wissenschaftlichen Hintergrund dahinter – unter anderem eingebracht von Forschungsgruppen der Universität Innsbruck und ergänzt durch die Praxiserfahrung von InnCubator und externen Partnerbetrieben.

Warum ein Modell mehr sagt als ein Konzeptpapier

Das Format How to Prototype Fast, entstand in Zusammenarbeit mit dem Spielraum Fablab und widmet sich einem Handwerk, das in vielen Unternehmen unterentwickelt ist: schnelles und günstiges Prototyping. Die Grundidee dahinter ist nicht neu, aber sie wird selten konsequent umgesetzt: Ein grobes physisches Modell, das man in die Hand nehmen kann, liefert oftmals mehr Erkenntnis als eine Vielzahl von Abstimmungsrunden auf Basis einer Präsentation.

Die Teilnehmenden lernen an zwei Tagen, wie sich unterschiedliche digitale Fertigungstechniken – 3D-Druck, Lasercutting, CNCFräsen – jeweils für unterschiedliche Phasen einer Idee eignen. Ein 3D-Drucker eignet sich dabei für komplexe Formen, ist jedoch relativ langsam. Ein Lasercutter ist schnell, aber auf flache Geometrien beschränkt. Diese Entscheidung – welches Werkzeug für welchen Anwendungsfall sinnvoll ist – klingt trivial, kostet in der Praxis aber oft Wochen, da sie ineffizient getroffen wird. Am Ende des Trainings steht somit kein Bericht, sondern physische Objekte: etwas, das man weiterreichen, kritisieren und verbessern kann, ohne dass zuerst jemand die Idee in Worte übersetzen muss.

Wenn KI Teil des User Experience Prozesses wird

Das Format The World of UX im KI-Zeitalter, in Kooperation mit Empatic UX, widmet sich einer Verschiebung, die viele Unternehmen gerade nur am Rand mitbekommen: KI-Tools verändern nicht nur, wie schnell Interfaces entstehen, sondern auch, wie leicht sie Mängel aufweisen. Ein KI-generiertes Wireframe wirkt oft überzeugend fertig – ob es aber tatsächlich brauchbar ist, entscheidet sich erst im Test mit echten Nutzer:innen.

Die uWIN vermittelt deshalb den gesamten UX-Prozess von der Recherche bis zum Testing, ergänzt um die Frage, wie man KI-generierte Konzepte fundiert beurteilt, statt sie unreflektiert zu übernehmen. Dazu gehören auch handfeste psychologische Grundlagen – etwa, warum zu viele Optionen auf einem Bildschirm die Entscheidungsfähigkeit von Nutzer:innen messbar verschlechtern (bekannt als Hick’s Law) – sowie die WCAG-Richtlinien für digitale Barrierefreiheit, die für viele Unternehmen inzwischen auch eine rechtliche Notwendigkeit sind.

Innovation planen, wenn sich die Spielregeln rasant ändern

Das Format Innovationsmanagement im Zeitalter radikaler Umbrüche verlässt sowohl Werkstatt als auch Bildschirm und wendet sich der übergeordneten Frage zu: Wie strukturiert man Innovationsprozesse überhaupt, wenn technologische Umbrüche schneller kommen, als klassische Planungszyklen es vorsehen? Getragen wird das Format von der Forschungsgruppe Innovation & Entrepreneurship der Universität Innsbruck. In zwei interaktiven Tagen wird der aktuelle Stand der Innovationsforschung mit konkreten Anwendungsfällen verknüpft – und die Teilnehmenden bringen eigene Use Cases mit ein, die dann in der Gruppe durchdacht werden. Es geht weniger um fertige Antworten als um ein gemeinsames Schärfen der richtigen Fragen.

Weitere Infos: 
InnCubator