Forderung eines neuen Taxitarifs / hohe Spritpreise
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Lesedauer: 9 Minuten
Wir wissen, dass sich viele Wiener Taxiunternehmer derzeit in einer äußerst schwierigen Situation befinden. Die anhaltend hohen Treibstoffpreise, steigende Betriebs- und Personalkosten sowie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung stellen zahlreiche Betriebe vor große finanzielle Herausforderungen.
Viele Unternehmer sorgen sich um die Zukunft ihres Unternehmens und setzen alles daran, ihren Fahrgästen weiterhin einen verlässlichen Service zu bieten und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern.
Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass Missstände innerhalb der Branche das Vertrauen der Kundinnen und Kunden beeinträchtigen. Fälle von überhöhten Fahrpreisen oder die Weigerung, Fahrgäste bei kurzen Fahrstrecken mitzunehmen – insbesondere an sensiblen Standorten wie dem Wiener Hauptbahnhof – schaden dem Ansehen des gesamten Gewerbes. Diese Vorfälle treffen vor allem jene Unternehmerinnen und Unternehmer, die tagtäglich seriös, korrekt und kundenorientiert arbeiten.
Der Obmann der Taxiinnung hat daher wiederholt verstärkte Kontrollen durch die Behörden eingefordert, um gegen solche Missstände konsequent vorzugehen und die Qualität innerhalb der Branche nachhaltig zu sichern. Nur durch faire Wettbewerbsbedingungen und die Einhaltung bestehender Vorschriften kann das Vertrauen der Fahrgäste langfristig gestärkt werden.
Ebenso dringend ist aus Sicht vieler Betriebe eine Anpassung des Wiener Taxitarifs. Der derzeitige Tarif spiegelt die tatsächlichen Kostenbelastungen vieler Unternehmen nicht mehr ausreichend wider. Eine zeitnahe Überprüfung und Erhöhung des Taxitarifs durch die Stadt Wien sind ein essenzieller Beitrag zur wirtschaftlichen Absicherung der Branche und zur Sicherstellung eines qualitativ hochwertigen Mobilitätsangebots für die Wiener Bevölkerung.
Darüber hinaus benötigen wir konkrete Informationen und einen intensiven Austausch mit der Stadt Wien darüber, welche Maßnahmen zur weiteren Qualitätsverbesserung des Wiener Taxigewerbes sinnvoll und umsetzbar sind. Gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern wollen wir daran arbeiten, die Rahmenbedingungen zu verbessern, Missstände zu beseitigen und die Zukunftsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken.
Wir verstehen die Sorgen und Anliegen der Wiener Taxiunternehmer und möchten sie bestmöglich unterstützen. Unser Ziel ist es, ihre Herausforderungen sichtbar zu machen, Lösungen voranzutreiben und gemeinsam mit allen Beteiligten an einer starken und zukunftssicheren Taxiwirtschaft in Wien zu arbeiten.
Links zu den Beiträgen
- „Kontrolliert uns“: Taxi-Chef fordert strengere Kontrollen der Wiener Taxis – DiePresse.com
- Spritpreisschock bringt Taxibetriebe unter Druck
- Hohe Treibstoffpreise: Busbranche unter Druck, Taxis jammern, EZB warnt - Wirtschaft - derStandard.at › Wirtschaft
- Klacska: Verkehrswirtschaft braucht dringend Entlastung bei Treibstoffkosten
- Bus- und Taxibranche leiden unter Spritpreis-Wahnsinn
- Diesel auf Rekordhoch: Busse und Taxis geraten unter Druck
- Offener Brief an den Bundeskanzler: Treibstoffpreise belasten Verkehrsbranche massiv
- Illegale Fixpreise: Taxi-Innung fordert Kontrollen - ZIB 2 vom 21.09.2026 - ORF ON
- Taxibranche fordert neuen Taxitarif - wien.ORF.at
"Kurier" vom 23.09.2026 Seite 9 Ressort: Logistik Sonderbeilage
Ohne TX geht in Wien nix!
Stadtpolitik. Unternehmer haben es in Wien schwer-als Taxiunternehmer noch viel mehr.
Unternehmer zu sein, ist in Wien nicht einfach. Für Taxiunternehmen gilt das besonders.
Steigende Kosten, Preisdruck, Vorschriften und Verkehrsbeschränkungen erschweren einen wirtschaftlichen Betrieb.
Sperre: Ein aktuelles Beispiel ist die Stadionallee. Mit der Verlängerung der Linie 18 wird diese Verbindung auch für Taxis gesperrt. Für Fahrgäste bedeutet das, längere Wege und höhere Preise. Für Unternehmen entstehen mehr Fahrzeit und Kosten.
Der Wirtschaftskammer wurde zunächst in Aussicht gestellt, dass Taxis weiterhin durchfahren könnten. In den späteren Abstimmungen mit den verschiedenen zuständigen Abteilungen fand sich davon jedoch nichts mehr. Die Forderung nach einer kontrollierten Durchfahrt blieb unberücksichtigt, obwohl eine technische Lösung über die Erfassung der TX-Kennzeichen möglich wäre.
Anerkennung: Taxis müssen künftig als anerkannter Teil des öffentlichen Verkehrs behandelt werden. Bei Umbauten, neuen Verkehrsführungen und Streckenänderungen muss das Taxigewerbe von Anfang an verbindlich mitgedacht und eingebunden werden. Es darf nicht sein, dass Unternehmen erst im Nachhinein langwierige bürokratische Wege beschreiten müssen, um eine praktikable Lösung zu erreichen.
Auch am Hauptbahnhof zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Fehlverhalten einzelner Lenker muss bestraft werden. Eine ganze Branche darf deshalb aber nicht unter Generalverdacht stehen.
Kritik: Digitale Vermittlungsplattformen werden von vielen Unternehmern wegen des Preisdrucks sowie oft nicht nachvollziehbarer Preise und Abrechnungen massiv kritisiert. Gleichzeitig werden deren Apps medial, besonders am Hauptbahnhof, als beste Alternative empfohlen. Damit bewirbt man genau jene Plattformen, deren Geschäftsmodelle für viele Taxiunternehmen ein wesentlicher Teil des Problems sind. Korrekt arbeitende Unternehmen am Standplatz geraten in den Hintergrund.
Auch bei berechtigten Anfragen werden Unternehmer oft von einer Behörde zur nächsten verwiesen. Vom Verkehrsministerium bis zur für Gewerbeangelegenheiten zuständigen MA 63 dreht man sich im Kreis. Am Ende fehlt häufig eine klare Antwort, mit der sich in der Praxis etwas anfangen lässt.
Kritisch hinterfragt werden muss auch, was die Stadt Wien eigentlich will. Den Taxiunternehmen wird ständig erklärt, die Qualität müsse besser werden. Was darunter konkret verstanden wird und wie dieses Ziel erreicht werden soll, bleibt weitgehend offen.
Preispolitik Höhere Qualität kann man nicht nur fordern. Man muss auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen. Ohne eine grundlegende Änderung der Preispolitik, insbesondere ohne den Wegfall des Preisbandes, wird es für viele Unternehmen kaum möglich sein, die steigenden Anforderungen zu erfüllen.
Für die Zukunft der Branche braucht es ein gemeinsames und tragfähiges System. Dieses soll mit den sogenannten "Stakeholdern" erarbeitet werden. Die Taxiunternehmen würden allerdings gerne wissen, wer damit gemeint ist und wer tatsächlich am Tisch sitzt.
Wer über die Zukunft der Branche entscheidet, darf jene nicht ausschließen, die darin arbeiten und das wirtschaftliche Risiko tragen. Taxiunternehmen erwarten keine Sonderbehandlung. Sie verlangen faire Bedingungen, tragfähige Tarife, wirksame Kontrollen und vernünftige Verkehrsregelungen.
Die Branche ist bereit, an Verbesserungen mitzuarbeiten. Aber Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße. Die Stadt Wien sollte nicht nur über Taxiunternehmen sprechen, sondern endlich auf Augenhöhe mit ihnen.
(Quelle: WKO, Pressespiegel, 23.09.26)
Radio Wien Stadtjournal 07:00 - Taxler leiden unter hohen Spritpreisen (19.09.2026):
OFF-Sprecher (ORF)
Die Spritpreise steigen und steigen, wer auch besonders darunter leidet, das sind die Taxler. Die
höheren Spritpreise können sie nämlich nicht an die Fahrgäste weitergeben. Ekrem Gönültas von
der Wiener Wirtschaftskammer:
Gönültas Resul Ekrem (Wirtschaftskammer Wien)
Wir sind laut dem Wiener Taxitarif gebunden. Ist eine Verordnung der Stadt Wien. Können darüber
hinaus unsere Fahrpreise nicht selber entscheiden oder irgendwie sich gegen die wirtschaftliche
Krise auch anpassen. Das ist bei uns das Problem.
OFF-Sprecher (ORF)
Bei der Taxi-Innung der Wirtschaftskammer fordert man deswegen eine schnelle Anpassung der
Wiener Taxitarife und dass für die Taxiunternehmen die Mineralölsteuer aufgehoben wird.
ZIB Flash 1 - Wien: Taxiunternehmen wünschen sich finanzielle Unterstützung" vom 19.09.2026
Fleischanderl Paul (ORF)
Diesel und Benzin sind so teuer wie schon lange nicht. In Wien wünschen sich Taxiunternehmen
deshalb finanzielle Unterstützung. Wiens Taxlerinnen und Taxler fordern eine Befreiung von der
Mineralölsteuer, und sie möchten den Taxitarif erhöhen.
Gönültas Resul Ekrem (Wirtschaftskammer Wien)
Das ist abhängig von dem Tarif, den die Stadt Wien verordnet, und seit 2023 haben wir leider
keinen angepassten Tarif, wo wir damit sozusagen auch wirtschaften können.
Fleischanderl Paul (ORF)
Laut Wiener Finanzstadträtin Barbara Novak von der SPÖ wird derzeit an einem Plan gearbeitet.
Die Presse vom 22.09.2026 Taxis: Welche Rechte die Fahrgäste haben
Service. Nach negativen Schlagzeilen wird eine strengere Kontrolle der Taxibranche gefordert. Welche Rechte man als Kunde hat und wie man gegen unseriöse Taxifahrer und Wucherpreise vorgehen kann. Von Martin Stuhlpfarrer Wien.
Es war eine brisante Forderung, die Wiens oberster Taxi-Vertreter, Resul Ekrem Gönültas, in der „Presse“ erhoben hatte: „Bitte kontrolliert uns“, forderte Gönültas von der Stadt Wien, um – nach medialer Kritik – härter gegen Wucherpreise und Betrügereien in der Taxibranche vorzugehen. Für Fahrgäste stellen sich neun Fragen, mit teilweise überraschenden Antworten.
1 Muss ich bei einem Standplatz immer das erste Taxi nehmen?
Nein. Jeder Fahrgast kann sich sein Taxi selbst aussuchen, es muss nicht das erste in der Reihe sein.
2 Und wenn mir ein anderes Taxi zugewiesen wird?
Vor dem Wiener Hauptbahnhof gab es immer wieder Szenen, bei denen eine Person beim Taxistand Fahrgäste abgefangen und einem Fahrzeug zugewiesen hat. Das ist illegal. Niemand ist befugt, Kunden ein bestimmtes Taxi zuzuweisen. Einen derartigen Vorfall sollte man laut Taxi-Innung melden.
3 Dürfen Taxifahrer eine Fahrt grundlos ablehnen?
Nein, selbst wenn es in der Praxis immer wieder vorkommt. Begründet wird eine Ablehnung oft damit, dass sich eine kurze Strecke für den Fahrer @nanziell kaum rentiert. Für Taxifahrer besteht allerdings eine Beförderungspflicht.
4 Warum muss ich mich anschnallen, der Taxilenker aber nicht?
Taxifahrer sind von der Gurtenpflicht ausgenommen – aus Sicherheitsgründen. Wenn ein Täter, der sich als Fahrgast ausgibt, den Lenker vom Rücksitz aus überfällt, könnte er den angelegten Sicherheitsgurt gegen den Fahrer verwenden – also den Fahrer von hinten damit würgen oder seine Bewegungsfreiheit so einschränken, dass der Fahrer weder flüchten noch sich wehren kann.
5 Muss ein Fahrer das Taxameter einschalten? Es gibt Berichte von Taxifahrern, die sich weigern, das Taxameter einzuschalten und stattdessen auf einen Fixbetrag für die Fahrt bestehen. Auch diese Praktik ist illegal. Jeder Taxifahrer hat die Verpflichtung, das Taxameter bei jeder Fahrt einzuschalten. Daran ändert nichts, wenn ein Fahrer erklärt, er könne das Taxameter nicht einschalten, das sei leider defekt. Falls sich ein Lenker weigert, das Taxameter einzuschalten, kann man das Kennzeichen notieren und ihn bei der Kammer melden. Bei vorbestellten Fahrten sind Fixpreise allerdings zulässig.
6 Wie kann ich ein illegales Taxi erkennen? Konzessionierte Wiener Taxis erkennt man am Kennzeichen: Die Wiener Nummerntafel des Taxis endet immer mit den Buchstaben TX, ATX, BTX oder CTX. Die Taxileuchte am Dach des Autos alleine sagt wenig aus – es zählt nur die Nummerntafel. Dazu ist es auffällig, wenn der Fahrer keine Rechnung ausstellt oder nur Bargeld akzeptiert. Denn in den Fahrgastrechten ist festgelegt: „Sie können immer mit Bankomatkarte zahlen.“
7 Was tun, wenn der Fahrer einen längeren Umweg nimmt? „Das Taxi muss immer den schnellsten Weg nehmen, außer Sie wollen eine andere Strecke fahren“, ist in den Fahrgastrechten festgeschrieben. Was viele Kunden nicht wissen: Man kann vom Fahrer sogar verlangen, dass er (um die schnellste Route zu @nden) ein Navigationsgerät verwendet.
8 Wo kann ich mich bei Missständen beschweren? Im Inneren eines Taxis muss sichtbar eine Info-Karte angebracht sein. Fahrgäste können damit den Namen des Taxi-Unternehmens, das Kennzeichen und den Taxilenkerausweis am Armaturenbrett überprüfen. Jedes Taxi besitzt zusätzlich einen eigenen QR-Code, mit dem nicht nur das Fahrzeug identifizierbar ist. Wird der QR-Code über das Handy aktiviert, man kommt online auch zu einer Plattform, auf der man das Taxi bewerten kann. Konkret die Fahrt, den Fahrer oder die Fahrerin und das Fahrzeug. Die beste Bewertung sind fünf Sterne, bei ein bis zwei Sternen kann der Fahrgast angeben, warum er mit der Fahrt unzufrieden war. Diese Bewertung hat die Taxi-Innung auf eigene Initiative eingeführt. Die Gesamtbewertung eines Taxis ist allerdings nicht öffentlich einsehbar. Falls kein QR-Code im Inneren ist, sollte man sich beim Aussteigen die Nummerntafel notieren und gegebenenfalls melden. Jährlich gibt es in Wien (laut Wirtschaftskammer Wien) um die tausend Beschwerden bei 20 Millionen Fahrten. Bewertungen bzw. Beschwerden können auch über die Internetseite www.taxifeedback.at abgegeben werden. Dort kann gleich ein Foto der Nummerntafel und (wenn vorhanden) die Taxirechnung hochgeladen werden. Ein anderer Weg ist die Beschwerde bei der Taxi-Innung per E-Mail unter Taxi@wkw.at. Diesen Weg wählen meistens Taxifahrer, denen Unregelmäßigkeiten bei anderen Taxis auffallen bzw. der Verdacht besteht, dass es sich um ein illegales Taxi handelt.
9 Was passiert mit einer Beschwerde? Sie landet bei einer Beschwerdekommission, die vom Lenker eine Stellungnahme einfordert. Dann wird über eine Anzeige entschieden.