Zahlen schaffen Fakten
Weg der Zahlen von der Rechtsgrundlage bis zur Veröffentlichung
Lesedauer: 4 Minuten
In einer demokratischen Gesellschaft müssen politische Maßnahmen sachlich begründet werden. Dafür werden verlässliche Zahlen, Daten und Fakten benötigt.
Statistiken schaffen diese Grundlage: Sie beschreiben beispielsweise die wirtschaftliche Entwicklung, die Struktur von Unternehmen und Branchen oder den Bildungsstand der Bevölkerung.
Zeigen statistische Auswertungen Auffälligkeiten oder Abweichungen von internationalen Entwicklungen, können die Ursachen analysiert und darauf aufbauend politische Entscheidungen getroffen werden. So unterstützt Statistik eine faktenbasierte und transparente Politikgestaltung.
In vielen Fällen bildet eine EU-Verordnung die Basis für die Erstellung statistischer Daten. Die Umsetzung in Österreich erfolgt entweder durch vertragliche Vereinbarungen oder durch nationale Verordnungen.
Nationale Verordnungen sind insbesondere dann erforderlich, wenn eine Meldepflicht zur Sicherstellung der Datenqualität vorgesehen ist oder wenn für die Statistik Verwaltungsdaten genutzt werden sollen.
Als Interessenvertretung der österreichischen Unternehmen bringt die WKÖ die Anliegen ihrer Mitglieder sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene ein. Dies erfolgt beispielsweise im Europäischen Parlament oder im Rahmen nationaler Begutachtungsverfahren.
Die rechtliche Grundlage für amtliche Statistiken in Österreich bildet das Bundesstatistikgesetz 2000. Neue statistische Rechtsgrundlagen entstehen meist in Arbeitsgruppen, an denen auch Expert:innen der WKÖ mitwirken.
Ein zentrales Anliegen der WKÖ ist es, den Aufwand für Unternehmen möglichst gering zu halten. Daher setzt sie sich dafür ein, Meldepflichten praxisnah zu gestalten und die Belastung der Betriebe zu reduzieren. Die Entwicklung des Erhebungsaufwands wird durch das Respondenten-Belastungsbarometer von Statistik Austria dokumentiert.
Auf Basis der gesetzlichen Vorgaben erstellt in der Regel Statistik Austria die Erhebungsunterlagen. Insbesondere bei neuen Erhebungen erfolgt dies häufig in enger Abstimmung mit der WKÖ. So wird sichergestellt, dass Fragebögen möglichst verständlich, praxisgerecht und unternehmerfreundlich gestaltet sind.
Weiterführende Informationen:
Respondenten-Belastungsbarometer
Wer von einer statistischen Erhebung betroffen ist, erhält die Zugangsdaten in der Regel per E-Mail. Die Datenerfassung erfolgt heute überwiegend elektronisch – meist über einen Webfragebogen. Für ausgewählte Erhebungen bietet Statistik Austria zusätzlich alternative Meldewege, wie beispielsweise die Software eQuest, an. Unternehmen, die keine geeigneten technischen Möglichkeiten haben, können bei Statistik Austria Papierfragebögen anfordern.
Liegt eine Auskunftspflicht vor, muss diese auf einer entsprechenden Rechtsgrundlage beruhen und durch Verordnung festgelegt sein. Ob für eine Erhebung eine gesetzliche Auskunftspflicht besteht, ist in den Erhebungsunterlagen klar ausgewiesen.
Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, können gemäß Bundesstatistikgesetz 2000 Verwaltungsstrafen von bis zu 2.180 Euro verhängt werden. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen zur Durchsetzung der Meldepflicht nach den Bestimmungen des Verwaltungsstrafgesetzes möglich.
Gleichzeitig enthalten die Erhebungsunterlagen üblicherweise die Kontaktdaten der zuständigen Expert:innen von Statistik Austria, die bei Fragen zur Verfügung stehen und beim Ausfüllen der Fragebögen unterstützen.
Ist keine Auskunftspflicht vorgesehen, erfolgt die Teilnahme freiwillig. Dennoch tragen möglichst viele Rückmeldungen wesentlich zur Qualität und Aussagekraft statistischer Ergebnisse bei. Verlässliche Daten sind eine wichtige Grundlage für wirtschaftliche Analysen, politische Entscheidungen und die Interessenvertretung der österreichischen Wirtschaft.
Nach Eingang der Meldungen prüft Statistik Austria die Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität. Bei Unklarheiten oder auffälligen Angaben kann es zu Rückfragen bei den betroffenen Unternehmen kommen.
Anschließend werden die Daten aufbereitet, ausgewertet und unter Einhaltung strenger Datenschutzbestimmungen veröffentlicht. Die Ergebnisse erscheinen je nach Statistik in unterschiedlichen Formaten – von Presseaussendungen über jährliche oder mehrjährige Publikationen bis hin zu Datenbanken.
Ein Großteil dieser statistischen Informationen ist kostenlos über statistik.at verfügbar. Darüber hinaus stellt die WKÖ speziell für ihre Mitglieder aufbereitete Zahlen, Daten und Analysen unter wko.at/statistik bereit.
Die veröffentlichten Ergebnisse schaffen Transparenz über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Österreich. Sie dienen als Grundlage für fundierte Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung.
Auch die WKÖ nutzt statistische Daten für ihre Interessenvertretung. Sie liefern beispielsweise wichtige Argumente und Fakten für Verhandlungen, Stellungnahmen und die Vertretung der Anliegen der österreichischen Unternehmen – etwa im Rahmen von Kollektivvertragsverhandlungen.
Weiterführende Informationen:
Nutzen von Statistiken für Ihr Unternehmen