Zum Inhalt springen
Ein bräunlicher Hammer und eine bräunliches rundes Objekt liegen auf einer grünen Oberfläche, wo auch weiße Zettel liegen. Im Hintergrund sind viele verpixelte Personen.
© GDM photo and video | stock.adobe.com

Australien: Payday Super

Australien verschärft die Regeln für Arbeitgeber-Pensionsbeiträge

Lesedauer: 3 Minuten

Australien Beratung
25.09.2026

Wer als ausländisches Unternehmen Mitarbeiter in Australien beschäftigt – sei es über eine Tochtergesellschaft, eine Zweigniederlassung oder im Rahmen einer Entsendung –, muss seit dem 1. Juli 2026 ein grundlegend neues Regime beachten: Payday Super. Die Reform betrifft die verpflichtenden Arbeitgeberbeiträge zur australischen Altersvorsorge, der sogenannten Superannuation Guarantee (SG), und hat erhebliche Auswirkungen auf die Lohnverrechnung, die Liquiditätsplanung und das Compliance-Management betroffener Unternehmen.

Vom Quartal zum Zahltag

Bisher waren SG-Beiträge grundsätzlich innerhalb von 28 Tagen nach Ablauf eines Finanzquartals zu entrichten. Dieses verhältnismäßig großzügige Zeitfenster gehört nun der Vergangenheit an. Unter dem neuen Payday-Super-Regime müssen Arbeitgeber die SG-Beiträge so rechtzeitig anweisen, dass sie innerhalb von sieben Werktagen nach dem jeweiligen Gehaltszahlungstag (payday) beim Superannuation-Fonds des Arbeitnehmers tatsächlich eingehen. Die bloße Zahlungsanweisung genügt dabei nicht. Für Erstzahlungen an neue Arbeitnehmer kann eine erweiterte Frist von bis zu 20 Werktagen gelten.

Beitragshöhe und Bemessungsgrundlage

Die SG-Beiträge betragen 12 Prozent der sogenannten Qualifying Earnings. Dazu zählen insbesondere das reguläre Arbeitsentgelt (ordinary time earnings), aber auch beispielsweise Provisionen und Gehaltsumwandlungen (salary sacrifice). Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass ihre Payroll-Systeme diese Vergütungsbestandteile korrekt erfassen – fehlerhafte Zuordnungen können unmittelbar zu Fehlbeträgen und damit zu Sanktionsrisiken führen. Hinzu kommt, dass die maximum superannuation contributions base nun auf Jahresbasis angewendet wird, was gerade bei hochvergüteten Mitarbeitern oder bei größeren Einmalzahlungen wie Boni zu vorgezogenen Liquiditätsbelastungen führen kann.

Meldepflichten und Sanktionen

Die Meldung der Qualifying Earnings und der jeweiligen SG-Verbindlichkeiten erfolgt über das elektronische Meldesystem Single Touch Payroll. Die australische Steuerbehörde (Australian Taxation Office, ATO) erhält dadurch nahezu in Echtzeit einen Überblick über die Einhaltung der Zahlungspflichten. Bei verspäteter, unvollständiger oder fehlerhafter Zahlung droht eine sogenannte Superannuation Guarantee Charge, die neben dem Fehlbetrag selbst auch einen täglich auflaufenden Zinsanteil und eine Bearbeitungsgebühr umfasst. Die ATO-Leitlinie PCG 2026/1 beschreibt zwar einen moderateren Compliance-Ansatz für das erste Jahr des neuen Regimes, begründet jedoch keine materielle Ausnahme von den gesetzlichen Zahlungspflichten.

Was Unternehmen nun beachten sollten

Für Unternehmen mit Mitarbeitern in Australien empfiehlt es sich, die im Payroll-System hinterlegten Vergütungsarten und Berechnungsparameter zu überprüfen. Die fristgerechte Zahlung innerhalb der Sieben-Werktage-Frist, die laufende Abstimmung mit Abwicklungsstellen und Fonds sowie die unverzügliche Bearbeitung zurückgewiesener Beiträge sollten als laufende Compliance-Pflicht – und nicht als einmaliges Umstellungsprojekt – verstanden werden. Wer Verstöße frühzeitig erkennt und freiwillig offenlegt, kann gegebenenfalls mit einer milderen behördlichen Reaktion rechnen.

Hinweis
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für konkrete arbeitsrechtliche oder steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Payday Super sollte qualifizierter rechtlicher Rat von Spezialisten eingeholt werden.