Australien: BHP und Fortescue im Streit über die Dekarbonisierung des Bergbaus
Lobbying gegen Tempo: Wie sich BHP und Fortescue bei der grünen Transformation positionieren
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Die beiden großen australischen Bergbauunternehmen BHP und Fortescue streiten über die Energiewende und den Einsatz von Diesel, Technologie und Emissionszielen. Der Konflikt dreht sich vor allem um unterschiedliche Strategien zur Dekarbonisierung. Fortescue verfolgt das Ziel, innerhalb von vier Jahren alle fossilen Brennstoffe im Eisenerzabbau im Pilbara-Gebiet zu ersetzen. Das Unternehmen setzt dafür auf bestehende Technologien wie Solarenergie, Batteriespeicher und elektrische Bergbaumaschinen.
BHP hingegen soll frühere Pläne für Wind-, Solar- und Batterieprojekte deutlich zurückgefahren und die Elektrifizierung seiner Flotte um Jahre verschoben haben. Das Unternehmen argumentiert, dass die nötige Technologie noch nicht ausreichend ausgereift sei. Gleichzeitig investiert BHP in Kommunikation und politische Lobbyarbeit, um seine Position zu verteidigen.
Ein zentraler Streitpunkt sind Diesel-Subventionen. BHP erhielt zuletzt über 620 Mio. AUD jährlich an Rückerstattungen. Fortescue schätzt, dass diese Subventionen für die Branche bis 2030 insgesamt über 80 Mrd. AUD erreichen könnten, und fordert starke Kürzungen, da sie den Umstieg auf grüne Technologien bremsen würden.
Unterschiede zeigen sich auch bei den Emissionen. Laut Analyse sank BHPs Ausstoß in den letzten Jahren, während Fortescue aufgrund stark gestiegener Produktion höhere Emissionen verzeichnete trotz den ambitionierten Zielen zur vollständigen Emissionsreduktion. Beide Unternehmen interpretieren ihre Klimabilanzen jedoch unterschiedlich. Fortescue verweist darauf, dass bereits große Mengen an Solarenergie, Batteriespeichern und elektrifizierten Bergbaumaschinen im Einsatz oder im Bau sind und die Technologie damit marktreif ist. BHP widerspricht und sieht weiterhin wirtschaftliche und technische Grenzen.
Für österreichische Unternehmen ergeben sich daraus mögliche Geschäftschancen im Bereich erneuerbare Energien, Batteriespeicher, Netztechnologien sowie Elektrifizierung von Industrie- und Bergbauprozessen.