Gründerin Karen Ruhwald: Räume neu denken statt neu kaufen
Bei Waldbyg steht skandinavisches Interior Design im Mittelpunkt, das nicht neu kauft, sondern neu denkt
Lesedauer: 3 Minuten
Waldbyg ist ein Interior-Design-Unternehmen, das kreative, funktionale und nachhaltige Raumgestaltung miteinander verbindet. Mein Ziel ist es, Räume so zu gestalten, dass sie nicht nur schön, sondern auch sinnvoll funktionieren – und dabei möglichst wenige neue Ressourcen verbrauchen, während gleichzeitig der Wert von Immobilien steigt.
Ich komme aus Dänemark und lebe seit über 20 Jahren in Wien. Das skandinavische Designverständnis hat mich geprägt – Klarheit und Funktion statt Überfluss stehen dabei im Zentrum. Mein Motto lautet: Reuse, Reduce, Be happy. Dieses Wissen bildet die Grundlage meiner Arbeit. Neben klassischen Interior-Design-Leistungen biete ich auch Workshops und Vorträge an, in denen ich zeige, wie sich nachhaltige Raumgestaltung praktisch umsetzen lässt. Denn nachhaltiges Interior Design bedeutet, vorhandene Materialien kreativ weiterzuverwenden, Strukturen neu zu interpretieren und Räume bewusst zu gestalten.
Der Schritt in die Selbstständigkeit begann mit einem einfachen Gedanken: Das geht auch anders.
Karen Ruhwald
Ich habe beobachtet, dass viele Menschen glauben, besser wohnen oder arbeiten zu können, wenn sie alles neu kaufen, aber trotzdem unzufrieden bleiben. Gleichzeitig gibt es Unternehmen, die sich umfassende Neugestaltungen nicht leisten können und dadurch wichtige Themen wie Mitarbeiterbindung, Identität oder Markenwirkung vernachlässigen müssen.
Mit Waldbyg möchte ich genau hier ansetzen. Für mich geht es nicht nur um Lösungen, sondern um eine Veränderung im Denken. Manche Projekte beginnen ganz klein, beispielsweise mit der Frage, wie sich eine bestehende Küche neu nutzen lässt, ohne sie auszutauschen. Andere sind komplexer. Ein Beispiel ist die Umwandlung eines ungenutzten, chaotischen Durchgangsraums allein mit vorhandenen Schränken und Materialien in einen funktionalen und ästhetischen Bereich verwandelt wird, und dann den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer:innen entspricht.
Ich arbeite projektbezogen und individuell mit Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen zusammen. Mein Anspruch ist es, Räume zu schaffen, die ökologisch sinnvoll sind und sich gleichzeitig emotional richtig anfühlen. Denn nachhaltige Gestaltung wirkt sich nicht nur auf den Raum, sondern auch auf die Menschen darin aus.
Kurz gefragt …
Mein Lieblings-Tool ist …
In der Gründerphase haben mich die Workshops der WKO sehr unterstützt – sie bieten praxisnahen Rat, neue Perspektiven und die Möglichkeit, sich mit anderen Selbstständigen auszutauschen. KI und mein Zeichentool Sketchup sind ebenfalls nicht mehr wegzudenken: Es unterstützt mich dabei, Struktur in meine eigenen Texte und Gedanken zu bringen, Ideen weiterzuentwickeln und für Kund:innen und Handwerker:innen klar zu veranschaulichen.
Der beste Rat, den ich seit meiner Selbstständigkeit bekommen habe, ist …
nicht zu viel überlegen, sondern ins Tun kommen. Nicht perfekte Schritte bringen oft mehr voran als lange Planungsphasen.
Mein Vorbild ist …
Ich habe mehrere Vorbilder. Besonders inspiriert hat mich die Dänin Sif Steendahl Grandorf. Sie zeigt, dass Reusing- und DIY-Lösungen nicht nur im kleinen Rahmen funktionieren, sondern für eine breite Öffentlichkeit relevant und umsetzbar sind und gleichzeitig den Wert von Immobilien steigert. Das hat mich in meiner Geschäftsidee bestärkt und darin, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.
Erfolg bedeutet für mich …
wenn meine Kund:innen mich weiterempfehlen.
Mein größtes Learning bisher …
Zeit ist eine der wichtigsten Ressourcen. Neben der gestalterischen Arbeit nimmt vor allem das Administrative viel Zeit in Anspruch. Eine realistische Planung ist daher entscheidend, um langfristig erfolgreich zu arbeiten.