KI für die Unternehmensgründung nutzen
So gelingen gute Prompts für Gründer:innen
Lesedauer: 5 Minuten
Künstliche Intelligenz (KI) spielt für viele Gründer:innen in Österreich eine immer größere Rolle bei der Vorbereitung der Unternehmensgründung. KI‑Tools können dabei helfen, Informationen zu strukturieren, erste Schritte zu planen oder offene Fragen zu klären. Entscheidend für gute Ergebnisse ist jedoch, wie man diese Tools nutzt – genauer gesagt: wie gut man promptet.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Gründer:innen KI sinnvoll einsetzen, worauf es beim Prompten ankommt und wo persönliche Beratung unverzichtbar bleibt.
Was bedeutet „Prompten“ im Zusammenhang mit KI?
Ein Prompt ist die konkrete Eingabe oder Fragestellung, mit der du ein KI‑Tool steuerst. Je präziser und klarer ein Prompt formuliert ist, desto hilfreicher sind die Antworten.
Für Gründer:innen bedeutet das: Mit den richtigen Prompts kann KI bei der Gründungsvorbereitung, bei Checklisten, Ideenfindung oder Orientierung im Gründungsprozess unterstützen.
Wie kann ich KI bei der Gründung richtig nutzen?
5 Tipps für gute Prompts
Ein Beispiel: “Ich plane eine nebenberufliche gewerbliche Selbstständigkeit im Bereich Grafikdesign in Österreich/Wien - welche Schritte muss ich konkret setzen?”
- Eigene Ausgangslage beschreiben
Gib der KI Kontext: Branche, Art der Selbständigkeit (neben- oder hauptberuflich), geplante Rechtsform oder Vorerfahrung. - Ziel der Anfrage klar formulieren
Willst du einen Überblick, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung oder eine Entscheidungshilfe? Klare Ziele führen zu besseren Ergebnissen. - Immer Österreich-Bezug herstellen
Rechtliche, steuerliche und organisatorische Rahmenbedingungen unterscheiden sich von Land zu Land. Der Hinweis „in Österreich“ ist entscheidend. - Strukturierte Antworten anfordern
Bitte gezielt um Checklisten, Tabellen oder nummerierte Schritte – das erhöht die Übersichtlichkeit. - Nachfragen stellen und vertiefen
Gute Prompts sind kein Einmal‑Klick: Vertiefe einzelne Punkte gezielt mit Folgefragen.
Wie sieht ein guter Prompt in der Praxis aus?
Prompt-Checkliste für Gründer
Sage der KI klar, welche Rolle sie einnehmen soll. Beispiele:
- „Du bist Gründungsberater für Österreich“
- „… mit Schwerpunkt nebenberufliche Selbstständigkeit“
→ Warum?
Ohne klare Rolle bleiben Antworten oft allgemein oder international.
- Bin ich nebenberuflich oder hauptberuflich tätig?
- Habe ich ein Angestelltenverhältnis?
- Plane ich EPU oder GmbH?
Beispiel: „Ich plane eine nebenberufliche Selbstständigkeit neben meinem Angestelltenjob.“
- Gewerbeanmeldung (frei vs. reglementiert)
- Meldungen (Finanzamt, SVS, ggf. Arbeitgeber)
- Steuern (ESt, USt, Kleinunternehmerregelung)
- Sozialversicherung
- Fristen & Reihenfolge
- Typische Fehler
Tipp: Lieber Stichworte auflisten als „erklär mir alles“.
- Nenne Österreich explizit im Prompt.
- Verlange Antworten nur nach österreichischem Recht.
Beispiel: „Bitte antworte ausschließlich auf Österreich bezogen.“
- Bitte um klare, einfache Sprache
- Bitte um strukturierte Darstellung (Schritte / Bulletpoints)
Beispiel: „Bitte erkläre mir die Schritte verständlich und übersichtlich.“
- Bitte die KI, gezielte Rückfragen zu stellen, um die Beratung zu vertiefen.
Beispiel: „Stelle mir am Ende die wichtigsten Rückfragen zu meiner Gründung.“
→ Warum?
Um sicherzustellen, dass sämtliche Themen behandelt werden.
- Bitte explizit um typische Fehler und Risiken.
Beispiel: „Welche Stolpersteine gibt es speziell bei nebenberuflichen Gründungen?“
- Rolle definiert?
- Themen benannt?
- Österreich genannt?
- Struktur gewünscht?
- Rückfragen eingefordert?
→ Wenn 4–5 Häkchen gesetzt sind, ist der Prompt gut.
Beispiel-Prompt für Gründer:innen in Österreich
Du bist Gründungsberater für Österreich mit aktuellem Wissen zu Recht, Steuern und Behörden.
Bitte erkläre mir Schritt für Schritt, welche Schritte ich für eine Unternehmensgründung in Österreich setzen muss.
Berücksichtige dabei:
- Wahl der Rechtsform (z. B. Einzelunternehmen, GmbH)
- notwendige Gewerbeanmeldung (inkl. freies/reglementiertes Gewerbe)
- Anmeldung bei Finanzamt, Sozialversicherung (SVS) und ggf. Gemeinde
- typische Fristen und Reihenfolge der Schritte
- ungefähre Kosten und Mindestkapital (falls relevant)
- häufige Fehler von Gründer:innen in Österreich
Stelle mir am Ende gezielte Rückfragen (z. B. Branche, Bundesland, geplante Rechtsform), damit die nächsten Schritte konkretisiert werden können.
Bitte antworte verständlich, strukturiert und auf Österreich bezogen.
Alternative: kürzer & dialogorientiert
Welche konkreten Schritte muss ich setzen, um in Österreich zu gründen?
Bitte erkläre mir den Ablauf verständlich und stelle mir danach die wichtigsten Rückfragen zu meiner Gründung (Branche, Rechtsform, Standort).
Beispiel-Prompt für Nebenberufliche Gründer
Du bist Gründungsberater für Österreich und speziell auf nebenberufliche Gründungen spezialisiert.
Ich plane, mich neben meinem bestehenden Beruf selbstständig zu machen und möchte wissen, welche Schritte ich dafür in Österreich setzen muss.
Bitte erkläre mir:
- welche Voraussetzungen für eine nebenberufliche Gründung gelten
- welche Gewerbeanmeldung notwendig ist (inkl. freies vs. reglementiertes Gewerbe)
- welche Meldungen ich zusätzlich zu meinem Hauptjob machen mus (Finanzamt, SVS, Arbeitgeber – falls relevant)
- worauf ich bei Sozialversicherung, Einkommensteuer und Umsatzsteuer besonders achten muss
- welche typischen Stolpersteine es bei nebenberuflichen Gründungen gibt
- ob und wann ein Wechsel in die hauptberufliche Selbstständigkeit relevant wird
Bitte stelle mir am Ende gezielte Rückfragen (z. B. Branche, Anstellungsverhältnis, Stundenausmaß, geplantes Einkommen), damit du mir die nächsten Schritte konkret und individuell darstellen kannst.
Antworte strukturiert, verständlich und ausschließlich auf Österreich bezogen.
Kompakte Variante
Welche Schritte muss ich für eine nebenberufliche Selbstständigkeit in Österreich setzen?
Bitte erkläre mir den Ablauf einfach und stelle mir anschließend gezielte Rückfragen.
KI ersetzt keine persönliche Gründungsberatung
So hilfreich KI‑Tools auch sind: Sie liefern allgemeine Informationen, aber keine individuelle Bewertung deiner persönlichen Situation. Fragen zu Rechtsform, Steuern, Förderungen oder sozialer Absicherung sollten immer mit Expert:innen besprochen werden.
KI ist ein starkes Tool – die finale Entscheidung bleibt aber immer individuell!
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