Gründungen 1. Halbjahr 2026: Trotz schwieriger Zeiten mehr Gründungen
21.718 neue Unternehmen zeigen: Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Selbständigkeit.
Lesedauer: 1 Minute
24.07.2026
Österreichs Gründer lassen sich auch von wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen nicht bremsen. Immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbständigkeit und setzen ihre Ideen in die Tat um.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich 21.718 Unternehmen neu gegründet – ohne Personenbetreuung. Das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025.
- Am stärksten wird in den Sparten Gewerbe und Handwerk mit 37,8 Prozent gegründet, gefolgt von Information und Consulting mit 23,4 Prozent und dem Handel mit 22,9 Prozent.
- Besonders dynamisch entwickeln sich Transport und Verkehr mit einem Zuwachs von 30 Prozent sowie Information und Consulting mit einem Plus von 18,5 Prozent.
- Die gründungsstärksten Branchen sind Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie mit 2.661 Neugründungen, Werbung und Marktkommunikation mit 1.705, Persönliche Dienstleister mit 1.353 sowie der Versand-, Internet- und allgemeine Handel mit 1.277 Neugründungen.
- Die mit Abstand beliebteste Rechtsform bleibt das Einzelunternehmen: 82,6 Prozent der Gründer entscheiden sich dafür. 42,5 Prozent der Einzelunternehmen werden von Frauen gegründet.
- Vor allem bei jungen Menschen wächst das Interesse am Unternehmertum. Die stärksten Zuwächse gibt es bei den unter 20-Jährigen sowie den 20- bis 30-Jährigen. Das Durchschnittsalter bei der Gründung liegt bei 36,6 Jahren.
- Selbständigkeit ist für die meisten eine bewusste Lebensentscheidung: 67,9 Prozent möchten lieber ihre eigene Chefin oder ihr eigener Chef sein, 67,6 Prozent wollen ihre Zeit flexibler gestalten und 62,3 Prozent möchten mehr Verantwortung übernehmen.
- Unternehmertum wird zunehmend flexibel gelebt. Bereits 41,1 Prozent starten nebenberuflich. Von ihnen bleiben 79,2 Prozent zunächst zusätzlich in einem Angestelltenverhältnis.
- Als größte Hürden nennen Gründer Bürokratie, komplexe Behördenwege, Sozialversicherungs-, Steuer- und Abgabenregelungen sowie die Finanzierung. 78,1 Prozent wünschen sich daher einen zentralen digitalen One-Stop-Shop für Unternehmensgründungen.
Unsere drei Top-Forderungen
Gründungen vollständig digital ermöglichen: Ein gründerzentrierter digitaler One-Stop-Shop soll alle gewerblichen Unternehmensgründungen unabhängig von Rechtsform oder zuständiger Behörde zentral abwickeln. Dadurch werden Behördenwege einfacher, schneller und transparenter.
Privates Kapital für Gründungen mobilisieren: Mit einem Beteiligungsfreibetrag sollen private Beteiligungen an Unternehmensgründungen bis zu 100.000 Euro über fünf Jahre steuerlich absetzbar werden. Das erleichtert den Zugang zu Kapital und stärkt Innovation und Wachstum.
Soziale Sicherheit für Selbständige verbessern: Mehr Flexibilität bei der freiwilligen Arbeitslosenversicherung im Opting-in-Modell soll das persönliche Risiko einer Gründung reduzieren und den Schritt in die Selbständigkeit attraktiver machen.
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Soziale Sicherheit für Selbständige verbessern: Mehr Flexibilität bei der freiwilligen Arbeitslosenversicherung im Opting-in-Modell soll das persönliche Risiko einer Gründung reduzieren und den Schritt in die Selbständigkeit attraktiver machen.