Handel im 1. Halbjahr 2026: Erholung nur von kurzer Dauer
Umsätze steigen nominell, real rutscht der Handel ins Minus – Österreichs Einzelhandel verliert im EU-Vergleich an Boden
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Aktualisiert am 20.08.2026
Die zaghafte Erholung im österreichischen Handel hat sich im 1. Halbjahr 2026 nicht fortgesetzt. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw). Zwar sind die Umsätze nominell gestiegen, preisbereinigt ist die Entwicklung jedoch negativ. Gleichzeitig verliert der österreichische Einzelhandel im europäischen Vergleich weiter an Boden.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
- Die Handelsunternehmen konnten ihre Umsätze im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr nominell um +2,1% steigern. Real verzeichnete der Handel allerdings ein Minus von -0,7%.
- Sowohl Einzel- als auch Großhandel belasten die Handelskonjunktur: Der Einzelhandel verzeichnete real ein Minus von -0,1%, der Großhandel von -1,9%. Die Kfz-Wirtschaft lag mit +3,4% im Plus, der bisherige Aufwärtstrend verliert jedoch an Dynamik.
- Der österreichische Einzelhandel setzte im 1. Halbjahr rund 45,2 Mrd. Euro um. Im EU-Vergleich liegt Österreich bei der Einzelhandelskonjunkturentwicklung auf Rang 25 und weist damit die drittschwächste Entwicklung unter den 27 EU-Mitgliedstaaten auf.
- Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede: Die stärksten realen Zuwächse verzeichneten der Spielwarenhandel (+5,6%), Drogerien (+4,8%) und der Schuheinzelhandel (+3,8%). Rückgänge gab es unter anderem im Uhren- und Schmuckhandel (-5,3%), im Elektrohandel (-4,9%), im Buchhandel (-4,6%) und im Onlinehandel (-0,7%).
- Die Insolvenzen im Handel liegen mit 539 Fällen im 1. Halbjahr zwar unter dem Vorjahreswert von 565, aber weiterhin auf hohem Niveau.
- Die Beschäftigung im Handel ist weiterhin rückläufig. Mit einem Minus von -0,3 % hat sich der Rückgang im 1. Halbjahr gegenüber dem Gesamtjahr (-1,6%) jedoch leicht abgeschwächt.
- Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt verhalten. Vor allem der hohe Kostendruck belastet die Handelsunternehmen, da die Umsatzentwicklung mit der Entwicklung der Kosten nicht Schritt hält.