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Rendering verschiedener statistischer Liniendiagramme
© Kurt Kleemann | stock.adobe.com

Industriekonjunktur: Österreichs Industrie fährt mit angezogener Handbremse

Nominelles Wachstum täuscht über reale Schwäche hinweg – Kostenbelastung und Beschäftigungsabbau nehmen weiter zu.

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Aktualisiert am 30.04.2026

Österreichs Industrie bleibt in einer angespannten Lage. Das zeigt die aktuelle Industriekonjunktur-Erhebung der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Zwar weisen zentrale Kennzahlen nominell ein leichtes Wachstum auf, real steht die Industrie jedoch weiterhin deutlich unter Druck. Hohe Kosten, geopolitische Unsicherheiten und rückläufige Investitionen belasten den Standort zunehmend.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die Industrieproduktion erreichte 2025 einen nominellen Wert von 209 Mrd. Euro – ein Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg reicht jedoch nicht aus, um die massiven Verluste der Vorjahre auszugleichen. Seit 2021 beträgt das reale Minus rund 12% bei der abgesetzten Produktion.
  • Insgesamt liegt die industrielle Leistungskraft nominell etwa auf dem Niveau von 2021. In sieben von 16 Fachverbänden der WKÖ-Bundessparte Industrie ist die nominelle Produktionsleistung im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr gesunken. In vier davon hält der Rückgang bereits seit 2023 an. Insgesamt erreichen zwölf von 16 Fachverbände weiterhin nicht das Produktionsniveau von 2022.
  • Die Auftragseingänge stagnieren seit mehreren Jahren nominell und sind real um rund 12% zurückgegangen. Der Industriestandort steht unter massivem KostendruckHohe Energiepreisesteigende Lohn- und Lohnnebenkosten sowie zunehmende regulatorische Anforderungen belasten die Unternehmen erheblich.
  • Geopolitische Unsicherheiten – etwa der Konflikt im Nahen Osten und volatile Energiepreise – dämpfen zusätzlich Investitionen und Exportchancen.
  • Die Anzahl der in der österreichischen Industrie Beschäftigten ist auch 2025 deutlich zurückgegangen. In 13 der 16 Fachverbänden sinkt 2025 das Eigenpersonal im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind die metalltechnische Industrie, die Fahrzeugindustrie sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.
  • Angesichts der anhaltenden Schwächephase fordert die WKÖ-Bundessparte Industrie rasch gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dazu zählen vor allem: eine Senkung der Lohnnebenkosten, eine Entlastung bei Energiepreisen sowie der Abbau bürokratischer Hürden.
Industriekonjunktur 2025