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Person mit kurzen hellen Haaren und Brille sitzt freudig mit einer Tasse, einem Notizbuch und einem Tablet bei einem Tisch in einem Wohnraum
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EPU im Aufwind: Unternehmergeist kennt keinen Ruhestand

Der aktuelle EPU-Monitoringbericht zeigt: Menschen setzen aus Überzeugung und unternehmerischer Leidenschaft den Schritt in die Selbständigkeit - die gerade im Alter zunehmend an Attraktivität gewinnt.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 05.05.2026

Mit 376.112 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in der gewerblichen Wirtschaft – ein Plus von 3,9% gegenüber dem Vorjahr – stellen EPU mit einem Anteil von 62,1% die Mehrheit der aktiven Wirtschaftskammer-Mitglieder. Sie prägen Regionen und Branchen, stehen für unternehmerische Dynamik und sind aus der heimischen Wirtschaftsstruktur nicht wegzudenken. Besonders hoch ist ihr Anteil in den Sparten Gewerbe und Handwerk (69,2%), Information und Consulting (60,5%) sowie im Handel (51,6%).

Linien-Grafik: Entwicklung der Anzahl von EPU in Österreich 2016-2025 - mit und ohne Personenbetreuer:innen
© DMC / WKÖ
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Selbständig aus Leidenschaft 

Der aktuelle EPU-Monitoringbericht 2025/2026 zeigt, dass Menschen aus Überzeugung und mit großer unternehmerischer Leidenschaft den Schritt in die Selbständigkeit setzen: Unabhängigkeit erreicht mit 83% den höchsten bisher gemessenen Wert, gefolgt von Selbstverwirklichung (77%) und flexibler Zeiteinteilung (71%). Auch das Erkennen konkreter Marktchancen bzw. die Umsetzung eigener Produktideen ist gegenüber der Erhebung 2024 deutlich gestiegen – von 42 auf 49%

Diese Motivation endet immer seltener mit dem Erwerbsleben: Der Wunsch, auch in der Pension selbständig tätig zu sein und einen Zuverdienst zu erzielen, hat deutlich zugenommen - von 21 auf 33%. 

Selbständigkeit in der Pension gewinnt an Bedeutung

Fast ein Fünftel (19%) der EPU sind Silverpreneure, also Unternehmerinnen und Unternehmer, die neben ihrer selbständigen Tätigkeit bereits eine Pension beziehen. 2016 waren es erst 6%. Gleichzeitig geben 44% der EPU im Erwerbsalter an, auch nach dem Pensionsantritt ihre unternehmerischen Ideen weiter umsetzen zu wollen.

Ausschlaggebend dafür sind bei EPU mit Pensionsbezug vorwiegend das Interesse, die Freude und Begeisterung an der Arbeit sowie der Wunsch nach einer sinnvollen Beschäftigung im Ruhestand. Finanzielle Aspekte spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Parallel dazu zeigt sich eine stabile wirtschaftliche Entwicklung: Nach der Umsatzentwicklung von 2024 auf 2025 betrachtet verzeichnen drei Viertel der EPU stabile beziehungsweise wachsende nominelle Umsätze. Gleichzeitig erzielte ein Viertel der EPU 2025 einen Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro. Für viele kleinere Betriebe gewinnt jetzt auch die Anhebung der Kleinunternehmerregelung auf 55.000 Euro besonders an Bedeutung.

Exportaktiv sind bereits 25% der EPU. Wichtigster Auslandsmarkt ist Deutschland (80%), gefolgt von der Schweiz (35%), Italien (27%) sowie weiteren europäischen Märkten außerhalb der Nachbarländer (31%). 

Fazit: Entlastungkurs fortsetzen, Bürokratie weiter abbauen 

Die Entwicklung zeigt klar: EPU sind ein Schlüsselfaktor der österreichischen Wirtschaft – und das zunehmend auch über das Erwerbsleben hinaus. Mit der Aktivpension, dem Steuerfreibetrag von bis zu 15.000 Euro für Arbeiten über das Regelpensionsalter hinaus sowie der Anhebung der Kleinunternehmergrenze auf 55.000 Euro wurden wichtige Entlastungen auf den Weg gebracht.

Nun gilt es, diesen Kurs konsequent fortzusetzen und Bürokratie weiter abzubauen. Aus Sicht der Wirtschaft braucht es insbesondere eine weitere Anhebung der Kleinunternehmergrenze auf die maximale EU-rechtliche Schwelle von 85.000 Euro, Verbesserungen beim Gewinnfreibetrag sowie eine Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 2.500 Euro, um Investitionen zu erleichtern und den bürokratischen Aufwand zu reduzieren.