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Person mittleren Alters mit Brille sitzt auf einer Couch in einem Wohnraum und stützt sich auf einen Beistelltisch ab während sie dabei auf Unterlagen blickt und einen Stift sowie einen Taschenrechner bedient
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Mythen & Fakten zum Equal Pension Day

Rund um Equal Pension Day und Pensionsalter wird viel diskutiert. Ein genauer Blick zeigt: Nicht immer basiert die Debatte auf Fakten

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 05.08.2026

Das Pensionssystem beansprucht – abgesehen von den Pensionsbeiträgen – mehr als ein Viertel des Bundesbudgets, Tendenz steigend. Rund um den Equal Pension Day und das steigende Frauenpensionsalter wird viel diskutiert. Allzu oft überlagern Mythen jedoch harte Zahlen, Daten und Fakten. Ein genauer Blick zeigt, wie viel Substanz hinter den häufigsten Behauptungen tatsächlich steckt. 

Equal Pension Day: Sind Frauen benachteiligt? 

Der bevorstehende Equal Pension Day dreht sich ganz um eine Zahl, nämlich dass die durchschnittliche Monatspension von Frauen um 39 % niedriger ist als die von Männern.  

Die Fakten dahinter 

Das Pensionssystem soll in der Pension das Einkommensniveau sichern, das dem früheren Erwerbsleben entspricht. Die jetzigen Pensionen spiegeln den Arbeitsmarkt der letzten 60 Jahre wider, in denen viel weniger Frauen erwerbstätig waren als heute, dem entspricht eine niedrigere Monatspension. 

In Summe erhalten Frauen gleich viel an Pensionen wie Männer (im Dezember 2024 2,04 von insgesamt 4,1 Milliarden Euro, Quelle Stat. Handbuch der ö SV) aus folgenden Gründen: Sie beziehen die Pension viel länger als Männer, weil sie früher in Pension gehen und länger leben. Kindererziehungszeiten werden in Österreich angerechnet (und das ist gut so, denn Mütter sollen keine Nachteile haben). Und viele Frauen beziehen Witwenpensionen. 

Österreich hat das zweitniedrigste Frauenpensionsalter in der EU nach Polen, das Pensionsniveau ist hingegen vergleichsweise hoch. Die Nettoersatzrate ist laut OECD 86,8 % (Pension in Prozent vom Erwerbseinkommen), in Deutschland nur 53,3 %

Der Arbeitsmarkt der letzten 60 Jahre, der den heutigen Pensionen zugrunde liegt, lässt sich nicht ändern, aber der künftige: Das steigende Frauenpensionsalter wird die Frauenpensionen verbessern. Um Einkommen und Pensionen von Frauen weiter zu heben, ist u.a. die Kinderbetreuung auszubauen, stärker über die Auswirkungen von Teilzeitarbeit aufzuklären und es sind Anreize für Mehrarbeit zu schaffen. 

Erhöht ein steigendes Pensionsalter die Beschäftigung oder die Arbeitslosigkeit? 

Ein höheres Pensionsalter wird meist mit der Begründung kritisiert, dass es vor allem die Arbeitslosigkeit erhöhe.  

Die Fakten 

Seit 1.1.2024 ist das gesetzliche Frauenpensionsalter schrittweise von 60 auf 61,5 Jahre gestiegen. Die Zahl der beschäftigten Frauen im Segment 60 bis 64 Jahre ist von Juni 2023 bis Juni 2026 um 52.408 gestiegen, die der arbeitslosen Frauen um 6.964. Der Arbeitsmarkt hat das zusätzliche Angebot somit zu 88,3 % aufgenommen, obwohl die Wirtschaft seit 2023 die längste Rezession nach dem Krieg erlebt.

Beschäftigung von Frauen im Alter von 60 bis 64 Jahren steigt weit stärker als Arbeitslosigkeit. Die Grafik zeigt einen deutlichen Anstieg der Zahl der Beschäftigten zwischen Juni 2023 und Juni 2026. Im selben Zeitraum steigt auch die Zahl der Arbeitslosen, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß
© DMC

Geht ein Drittel aus der Arbeitslosigkeit in Pension?  

Kritische Stimmen beklagen im Zusammenhang mit einer Pensionsreform immer wieder die geringe Beschäftigung Älterer. 

Die Fakten 

2026 erfolgten 68,4 % der Pensionsantritte aus einer Beschäftigung heraus, 12,3 % aus Arbeitslosigkeit bzw. AMS-Vormerkung. 6,3 % der Pensionen wurden aus einer gesicherten erwerbsfernen Position (u.a. Rehageld, mehrfache geringfügige Beschäftigung, Urlaubs- bzw. Kündigungsentschädigung) heraus angetreten, 10,3 % aus einer sonstigen erwerbsfernen Position (nicht erwerbstätig, nicht arbeitsuchend, keine Transfers; meist mitversichert oder freiwillig versichert). 

Noch günstiger ist die Situation bei Frauen: 2026 traten 73,3 % ihre Pension aus einer Beschäftigung heraus an, nur 7,6 % aus Arbeitslosigkeit. 2021 waren es noch 13,5 %. Das trotz der langen Rezession seit 2023 und des Anstiegs des Frauenpensionsalters von 60 auf 61,5 Jahre. 

Fazit 

In der aktuellen Debatte rund um den Equal Pension Day ist zu berücksichtigen, dass die aktuellen Pensionen die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern in den vergangenen Jahrzehnten widerspiegeln. In diesen war die Erwerbsbeteiligung der Frauen deutlich geringer als die der Männer, was sich in der Pensionshöhe niederschlägt.

Bei jenen Personen, die neu in Pension gehen, wird der Abstand zwischen Frauen- und Männerpensionen zunehmend geringer. Hier wirkt sich nicht zuletzt das aktuell steigende Pensionsantrittsalter der Frauen aus. Hinzu kommt auch: Berufswahl und vor allem Teilzeitarbeit haben massive Auswirkungen auf die zu erwartende Pensionshöhe.

Aus diesem Grund brauchen wir dringend einen Ausbau der Kinderbetreuung sowie Anreize, damit sich Vollzeit stärker lohnt. Was die Zukunft betrifft, so wird die Demografie dazu führen, dass der Arbeitsmarkt ein steigendes Pensionsalter nicht nur aufnimmt, sondern sogar erfordert, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen.

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