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Eine Person mit Schürze, dunklem, gelocktem Haar und Schutzbrille steht in einer Werkstatt hinter einem Tisch. Auf dem Tisch sind ein Laptop, ein Tablet, Stifte sowie unterschiedliche Werkzeuge
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WKÖ-Danninger: „Der richtige Weg: Lehre aufwerten – nicht schlechtreden“

Klares Nein zu Belastungsplänen der Gewerkschaft – mehr Wertschätzung und Unterstützung für Ausbildungsbetriebe 

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 21.08.2026

Wien. „Unsere Ausbildungsbetriebe ermöglichen zehntausenden Lehrlingen Jahr für Jahr eine umfassende Berufsausbildung und sichere Jobs. Sie übernehmen große Verantwortung für diese jungen Menschen. Das bedeutet einen hohen personellen wie finanziellen Einsatz und verdient Respekt, Wertschätzung und Unterstützung“, betont Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 

„Dafür kann man nicht oft genug ‚Danke‘ sagen. Österreich wird nicht von ungefähr weltweit um seine Lehrlingsausbildung beneidet. Nur im eigenen Land werden die Betriebe von den Gewerkschaften ständig angepatzt. Das Maß ist voll, wir lassen uns die Lehre nicht schlechtreden.“ 

Bildungspolitischer Meilenstein 

Mehr als die Hälfte der Betriebe in Österreich (53 Prozent) würde gerne mehr Lehrlinge ausbilden, findet aber keine geeigneten Jugendlichen. Bei den Betrieben, die bereits ausbilden, wären sogar 70 Prozent gewillt aufzustocken. 

„Fakt ist: Wir haben heute rund 50.000 weniger junge Menschen in Österreich als vor 20 Jahren. Wenn wir also mehr Lehrlinge wollen, müssen wir neue Zielgruppen für die duale Ausbildung gewinnen. Und wir müssen die Betriebe entlasten, um sie für die Ausbildung freizuspielen“, betont Danninger.

„Deshalb ein klares ‚Nein‘ zu Strafsteuern, wie sie die Gewerkschaft zum wiederholten Mal vorschlägt. Das würde uns keinen einzigen Lehrling zusätzlich bringen. Wir wollen die duale Ausbildung nicht schlechtreden, sondern aufwerten.“ 

Er weist auf neue Karrierechancen hin, die sich für Fachkräfte in Österreich, dank jahrzehntelanger Beharrlichkeit der Wirtschaftskammern, künftig eröffnen. Durch die Höhere Berufliche Bildung (HBB) können Personen, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen, ihre bereits erworbenen oder neu gewonnenen Fertigkeiten offiziell ausweisen - mit staatlich anerkannten Abschlüssen, die gleichwertig neben akademisch-universitären Abschlüssen stehen und durch Anbindung an den Europäischen Qualifikationsrahmen auch international vergleichbar sind. 

Ab Jänner 2027 kommt die HBB in Österreich richtig ins Rollen. Dann können drei maßgeschneiderte Qualifikationen für rund 30.000 angehende Führungskräfte im Handel erworben werden.

  • Die Höhere Berufsqualifikation (HBQ)Sales Expert in Retail“ zielt auf Abteilungs- oder Teamleiter:innen ab. Sie ist vorgesehen auf Stufe 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR).
  • Das Fachdiplom (FD) „Sales Professional in Retail“ legt stärkeren Fokus auf Managementkompetenzen und bietet sich für Filialleiter:innen an. Das Kompetenzniveau zielt auf NQR-Stufe 6 ab. Das entspricht in der akademischen Welt einem Bachelor.
  • Das Höhere Fachdiplom (HFD) „Sales Manager in Retail“ ist für die Leitung großer Standorte mit umfassender Managementverantwortung gedacht und soll NQR-Level 7 entsprechen – gleichwertig zu einem Master-Abschluss in der akademischen Welt. 

Anerkennung für im Job erworbene praktische Kompetenzen

HBB-Qualifikationen werden von den Branchen überall dort angestoßen, wo sie einen konkreten Bedarf sehen: Damit können Unternehmen ihre Fach- und Führungskräfte im eigenen Betrieb weiterentwickeln. Die Beschäftigten wiederum rüsten sich so für neue Herausforderungen wie Klimaeffizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. 

„Wissen ist gut, Können noch besser. Die neuen Qualifikationen sind ein zusätzlicher Ansporn für junge Menschen, sich für eine Lehre zu entscheiden und werten die berufliche Bildung insgesamt auf. Ambitionierte junge Fachkräfte verbessern ihre Karrierechancen, ohne für einen höheren Abschluss an eine Uni oder Hochschule wechseln zu müssen. Berufliche Sackgassen gehören damit endgültig der Vergangenheit an“, so Danninger abschließend. 

Details zur Höheren Beruflichen Bildung

Österreichs erste HBB-Qualifikation war die Höhere Berufsqualifikation (HBQ) Technische Beratung für Energieeffizienz für Fachkräfte im Bereich Gebäudetechnik, die seit September 2025 angestrebt werden kann. Weitere Informationen gibt es bei der Bundessparte Handel in der WKÖ, beim Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) und beim WIFI.

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