Aktuelle Werte: Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Lesedauer: 4 Minuten
Sonderausgaben
Sonderausgaben sind Aufwendungen eines Steuerpflichtigen, die dem privaten Bereich zuzuordnen sind. Steuerlich geltend gemacht werden können nur jene Aufwendungen, die der Gesetzgeber explizit erwähnt.
Verpflichtende Beiträge an Kirchen und Religionsgemeinschaften können bis höchstens 600,-- EUR jährlich steuerlich berücksichtigt werden.
In voller Höhe absetzbar sind bestimmte Renten und dauernde Lasten, die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten sowie Steuerberatungskosten.
Spenden an begünstigte Spendenempfänger sind in Höhe von max. 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte des laufenden Jahres (=Deckelung der steuerlich abzugsfähigen Spenden) als Sonderausgaben absetzbar. Eine Liste der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen. Detaillierte Informationen zum Thema Sonderausgaben finden Sie in unserer Broschüre „Sonderausgaben“.
Ab der Veranlagung 2022 können private Ausgaben für die thermisch-energetische Sanierung von Gebäuden und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Heizkesseltausch pauschal als Sonderausgaben in Abzug gebracht werden (800,-- EUR jährlich für thermisch-energetische Sanierung, 400,-- EUR für den Austausch des Heizsystems jeweils für fünf Jahre). Voraussetzung ist die Gewährung einer entsprechenden Förderung, die als Sonderausgaben abzugsfähigen Beträge werden im Rahmen der Veranlagung automatisch berücksichtigt.
Automatisierter Datenaustausch
Für Beiträge an Kirchen und Religionsgesellschaften, freigebige Zuwendungen (Spenden) und Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten ist ein automatischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung vorgesehen.
Der Steuerpflichtige kann die betreffenden Sonderausgaben nicht mehr im Rahmen der Steuererklärung geltend machen. Die Finanzverwaltung hat die übermittelten Sonderausgabendaten automatisiert zu berücksichtigen und in den Bescheid zu übernehmen.
Außergewöhnliche Belastungen
Selbstbehalt
| Einkommen in EUR | Höhe des Selbstbehalts (errechnet vom Einkommen) |
|---|---|
|
bis max. 7.300 |
6 % |
|
mehr als 7.300 bis 14.600 |
8 % |
|
mehr als 14.600 bis 36.400 |
10 % |
|
mehr als 36.400 |
12 % |
Der Selbstbehalt vermindert sich um einen Prozentpunkt, wenn dem Steuerpflichtigen der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, sowie für jedes Kind, für das mehr als 6 Monate der Kinder- oder Unterhaltsabsetzbetrag zusteht um einen weiteren Prozentpunkt.
Steht dem Steuerpflichtigen kein Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zu, so vermindert sich der Selbstbehalt um einen Prozentpunkt dann, wenn er mehr als 6 Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner ist und vom (Ehe-)Partner nicht dauernd getrennt lebt und der (Ehe-)Partner Einkünfte von höchstens 7.411,-- EUR jährlich (2025: 7.284,-- EUR jährlich) erzielt.
Steuerliche Berücksichtigung von Behinderungen des Steuerpflichtigen bzw. des (Ehe-) Partners
Nachfolgende Freibeträge stehen nur zu, wenn keine pflegebedingte Geldleistung (Pflegegeld, Pflegezulage, Blindengeld oder Blindenzulage) bezogen wurde. Anstelle des Freibetrags können auch die tatsächlichen Kosten aus dem Titel der Behinderung geltend gemacht werden.
| Pauschale Jahresfreibeträge bei Minderung der Erwerbsfähigkeit | |
|---|---|
|
Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit |
Höhe des Freibetrages in EUR |
|
25 – 34 % |
124 |
|
35 – 44 % |
164 |
|
45 – 54 % |
401 |
|
55 – 64 % |
486 |
|
65 – 74 % |
599 |
|
75 – 84 % |
718 |
|
85 – 94 % |
837 |
|
ab 95 % |
1.198 |
Die Behinderung und ihr Ausmaß sind auf Verlangen des Finanzamtes durch eine amtliche Bescheinigung folgender Stellen nachzuweisen:
- Landeshauptmann bei Empfängern einer Opferrente
- Sozialversicherungsträger bei Berufskrankheiten bzw. Berufsunfällen von Arbeitnehmern
- Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen in allen übrigen Fällen sowie bei Zusammentreffen von Behinderungen verschiedener Art
Der Nachweis kann auch durch einen Behindertenpass des Bundesamts für Soziales und Behindertenwesen bzw. durch einen abschlägigen Bescheid - aus dem der Grad der Behinderung ersichtlich ist - erbracht werden.
Pauschalsätze für einzelne außergewöhnliche Belastungen
| Monatliche Mehraufwendungen wegen Krankendiätverpflegung | |
|---|---|
|
Tuberkulose, Zuckerkrankheit, Zöliakie oder Aids |
70 EUR |
|
Gallen-, Leber- oder Nierenkrankheit |
51 EUR |
|
Magenkrankheit oder andere innere Krankheiten |
42 EUR |
| Aufwand | Zeitraum | Höhe in EUR |
|---|---|---|
|
Mehraufwand von Körperbehinderten, die ein eigenes KFZ benützen |
monatlich |
190 |
|
Aufwendungen für Taxifahrten bei Gehbehinderten mit einer mind. 50 % igen Erwerbsminderung |
monatlich |
153 |
|
Mehraufwand für behindertes Kind, für das die erhöhte Familienbeihilfe gewährt wird |
monatlich |
262 |
|
Aufwendungen für Berufsausbildung eines Kindes außerhalb des Wohnortes, wenn im Einzugsgebiet des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht |
monatlich |
110 |
Detaillierte Informationen zum Thema außergewöhnliche Belastungen finden Sie in unserer Broschüre Steuerermäßigungen bei außergewöhnlicher Belastung.