Energiedashboard der WKO Oberösterreich
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Die aktuellen Top-Meldungen aus dem Energiebereich - kompakt mit Infos zu Preisen, Gesetzesänderungen, Förderungen und Initiativen sowie den wichtigsten Energiemarktdaten (Strom- und Gaspreise, Gasspeicherstände) als Entscheidungsgrundlage für Wirtschaft und energieintensive Betriebe in Oberösterreich.
Top News | 20.4.2026:
WKÖ-Danninger: Endlich kommt die dringend benötigte Strompreiskompensation
„Die Strompreiskompensation ist längst überfällig! Umso wichtiger ist es, dass sie jetzt endlich kommt und umgesetzt wird“, betont Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich. Positiv ist, dass Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nun Tempo macht und die Umset-zung vorantreibt. Die Strompreiskompensation bringt eine wichtige Entlastung für besonders energieintensive produzierende Betriebe in einer wirtschaftlich extrem angespannten Situation. „Für die nächsten Jahre braucht es ein deutlich höheres Budget und eine Ausweitung auf weitere Sektoren, damit die Maßnahme ihre volle Wirkung für den Standort entfalten kann“, betont Danninger.
Ziel des Stromkosten-Ausgleichsgesetzes 2025 ist die Verringerung der Belastung von Unternehmen, die in den Kalenderjahren 2025 und 2026 von erheblich gestiegenen Strompreisen infolge der Einbeziehung der indirekten CO2-Kosten aus dem europäischen Emissionshandel besonders betroffen und einem tatsächlichen Risiko zur Verlagerung von CO2-Emissionen ausgesetzt sind. Der Industriestrombonus kann seit 13. April 2026 rückwirkend für 2025 unter https://www.aws.at/standortabsicherung-fuer-industrie beantragt werden. Für heuer stehen dafür 75 Millionen Euro zur Verfügung.
Details unter: https://www.wko.at/oe/news/wkoe-danninger-strompreiskompensation
Top News | 13.4.2026:
Austrian Power Grid (APG) investiert 9 Milliarden Euro in Österreichs Energie-Zukunft
„Der Ausbau des Stromnetzes ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft des Standorts Österreich. Er entscheidet als Motor für Wachstum und Beschäftigung darüber, ob die industrielle Transformation geling, ob neue Investitionen ins Land kommen und ob Österreich im internationalen Wett-bewerb bestehen kann“, betonte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bei der Präsentation des neuen Netzentwicklungsplans der APG. Die geplanten Investitionen erzielen heimische Wertschöpfungseffekte von 6,57 Milliarden Euro und sichern damit rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse.
Die Notwendigkeit des Ausbaus wird durch die aktuelle Marktentwicklung unterstrichen. Derzeit liegen Netzzugangsanfragen von über 10.000 MW aus Wind- und Photovoltaikprojekten vor, zusätzlich haben Rechenzentren einen Bedarf von rund 2.500 Megawatt angemeldet. „Damit günstiger Strom auch nach Österreich gelangen kann, ist eine stärkere Integration in den europäischen Strommarkt – insbesondere nach Deutschland – ein zentraler Bestandteil für ein zukunftsfites Stromsystem“, forderte der Vorstandssprecher des Übertragungsnetzbetreibers Gerhard Christiner. Er plädiert auch dafür, den Fokus beim Ausbau der Erneuerbaren stärker auf Windräder zu legen, weil diese auch im Winter Strom liefern, wo wir ihn dringend brauchen.
Top News | 7.4.2026:
Europäische Kommission legt Maßnahmen für eine unabhängige und leistbare Energieversorgung vor
Die Europäische Kommission hat Mitte März erste Initiativen vorgestellt, um Investitionen in Lösungen für saubere Energie im eigenen Land anzukur-beln, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und die Energiepreise zu senken. Denn die erneute Krise im Nahen Osten führt zu weiterer Unsicherheit. In den nächsten drei Jahren sollen mehr als 75 Mrd. EUR zur Unterstützung der Energiewende bereitgestellt werden. Allein für den Infrastrukturausbau sollen die Fördermittel von ursprünglich 5,84 Mrd. EUR auf 29,91 Mrd. EUR verfünffacht werden.
Die Strategie umfasst die folgenden 4 Maßnahmen
- Verbesserung des Zugangs der Stromnetzbetreiber zu den Kapitalmärkten, einschließlich des Zugangs zu Eigenkapital
- Unterstützung der Netzbetreiber durch Unterstützung der Kreditvergabefähigkeit der Banken
- Gezielte Bereitstellung öffentlicher Mittel, um das Investitionsrisiko in saubere Energie und in Energieeffizienz zu verringern
- Einrichtung eines Investitionsrates für die Energiewende mit der Investitionsgemeinschaft
Details unter: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_555
Top News | 30.3.2026:
WKOÖ-Präsidentin fordert rasche Beschlussfassung und Umsetzung des Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes
„Das vorige Woche vorgestellte Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) ist aus wirtschaftlicher und energiepolitischer Sicht ein wichtiger Fortschritt für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Eine rasche Beschlussfassung und Umsetzung dieses Gesetzes sind nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig“, fordert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Denn: „Die Verfahrensverzögerungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass bürokratische Hürden den Ausbau erneuerbarer Energien massiv behindern.“
Daher muss als nächster Schritt die angekündigte Novelle des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes rasch umgesetzt werden. Nur wenn beide Gesetze zeitnah in Kraft treten, können Energieinfrastrukturprojekte wie Leitungen, Erzeugungsanlagen und Speicher effizient geplant und realisiert werden. Mit der Verankerung des One-Stop-Shops und der Konzentration der Genehmigungsverfahren wird Bürokratie abgebaut und Planungssicherheit geschaffen. Auch das überwiegende öffentliche Interesse an der Energiewende wird im Genehmigungsprozess endlich angemessen berücksichtigt. „Damit wird eine zentrale Voraussetzung für eine sichere, leistbare und nachhaltige Energieversorgung geschaffen“, so Hummer abschließend.
Details unter: https://www.wko.at/ooe/news/eabg-gesetzesentwurf