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Anspruchsdauer und Höhe des Arbeitslosengeldes

Dauer des Arbeitslosengeldbezuges - Grundbetrag - Familienzuschläge - Ergänzungsbetrag

Anspruchsdauer

Die Bezugsdauer hängt vom Alter des Arbeitslosen und vom Zeitraum ab, in dem er (arbeitslosen)versichert war. Das Arbeitslosengeld wird jedenfalls für die Dauer von 20 Wochen gewährt.

Die Bezugsdauer erhöht sich auf

  • 30 Wochen, wenn der Arbeitslose innerhalb der letzten 5 Jahre 156 Wochen (= 3 Jahre) versichert war,
  • 39 Wochen, wenn der Arbeitslose innerhalb der letzten 10 Jahre 312 Wochen (= 6 Jahre) versichert war und das 40. Lebensjahr vollendet hatte,
  • 52 Wochen, wenn der Arbeitslose innerhalb der letzten 15 Jahre 468 Wochen (= 9 Jahre) versichert war und das 50. Lebensjahr vollendet hatte
  • 78 Wochen nach Absolvierung einer beruflichen Maßnahme der Rehabilitation aus der gesetzlichen Sozialversicherung, die nach dem 31. Dezember 2010 begonnen hat.

Vorsicht!
Diese Rahmenfristen verlängern sich nicht um die Dauer einer selbständigen Tätigkeit! Selbständig Erwerbstätige haben aus diesem Grund nach Aufgabe ihrer selbständigen Tätigkeit nur eine verhältnismäßig kurze Bezugsdauer zu erwarten.

Beispiel:
Ein Tischler war vom 1.7.1974 bis 31.10.1985 als Arbeiter in einem Großbetrieb beschäftigt. Mit 1.11.1985 übernahm er als Einzelunternehmer den elterlichen Betrieb. Am 1.6.2017 schließt er das Unternehmen.

Er erhält Arbeitslosengeld nur für die Dauer von höchstens 20 Wochen, weil sich die Rahmenfristen, die für die Bezugsdauer maßgebend sind, nicht um den Zeitraum einer (kranken)versicherungspflichtigen selbständigen Erwerbstätigkeit erstrecken.

Höhe des Arbeitslosengeldes

Das Arbeitslosengeld besteht aus

  • dem Grundbetrag,
  • möglichen Familienzuschlägen sowie
  • einem allfälligen Ergänzungsbetrag.

Grundbetrag

Der Grundbetrag richtet sich bei Antragstellung

  • von 1. Jänner bis 30. Juni des jeweiligen Jahres nach der Jahresbeitragsgrundlage aus arbeitslosenversicherungspflichtigem Entgelt des vorletzten Jahres,
  • zwischen 1. Juli und 31. Dezember nach der Jahresbeitragsgrundlage aus arbeitslosenversicherungspflichtigem Entgelt des letzten Kalenderjahres.

Vorsicht!
Liegen keine Jahresbeitragsgrundlagen des letzten bzw. vorletzten Kalenderjahres vor, so ist die letzte vorliegende Jahresbeitragsgrundlage eines vorhergehenden Kalenderjahres heranzuziehen. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich damit immer nach dem früheren Einkommen als Arbeitnehmer. Das Einkommen als selbständig Erwerbstätiger hat niemals einen Einfluss auf das Ausmaß des Arbeitslosengeldes.

Die Bemessungsgrundlage ist in einen Nettowert umzurechnen. Als Grundbetrag des Arbeitslosengeldes gebührt ein Tagsatz in der Höhe von 55 % des täglichen Nettoeinkommens.

Familienzuschläge

Familienzuschläge gebühren für Angehörige, zu deren Unterhalt der Arbeitslose wesentlich beiträgt. Für den Ehepartner/die EhepartnerIn, den/die LebensgefährtIn bzw, den/die eingetragene/n PartnerIn gebührt der Familienzuschlag nur dann, wenn auch für minderjährige Kinder ein Familienzuschlag zusteht.


Tipp!

Mit minderjährigen Kindern gleichgestellt sind volljährige Kinder, für die Familienbeihilfe wegen Behinderung bezogen wird.

Ergänzungsbetrag

Durch den Ergänzungsbetrag wird das Arbeitslosengeld (Grundbetrag und Familienzuschläge) jedenfalls auf die Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes aufgestockt.

Voraussetzung dafür ist, dass durch diese Erhöhung der Leistung

  • Arbeitslose, denen kein Familienzuschlag zusteht, nicht mehr erhalten als maximal 60% des täglichen Nettoeinkommens laut Bemessungsgrundlage bzw.
  • Arbeitslose, denen Familienzuschläge zuzuerkennen sind, nicht mehr erhalten als 80% des täglichen Nettoeinkommens laut Bemessungsgrundlage.  
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