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Betriebsratswahl

Voraussetzung - getrennter/ gemeinsamer Betriebsrat - Ablauf

Voraussetzung

Grundvoraussetzung für die Bildung eines Betriebsrates ist, dass mindestens fünf stimmberechtigte und familienfremde (18. Lebensjahr vollendet und unabhängig von der Staatsbürgerschaft) Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Tipp!

Die Errichtung eines Betriebsrates liegt im freien Willen der Arbeitnehmer. Ein Zwang hiezu besteht nicht!

Getrennter Arbeiter- und Angestelltenbetriebsrat

Wenn sowohl die Gruppe der Arbeiter als auch die der Angestellten mindestens je 5 Arbeitnehmer umfasst, sind getrennte Betriebsräte zu errichten.

Vorsicht!
Auf freiwilliger Basis kann ein gemeinsamer Betriebsrat errichtet werden, wenn sich sowohl die Gruppe der Arbeiter als auch die der Angestellten in geheimer Abstimmung jeweils bei Mindestanwesenheit von 2/3 der stimmberechtigten Arbeitnehmer mit einer mindestens 2/3 Mehrheit der aktiv Wahlberechtigten (der jeweiligen Gruppe) dafür ausspricht.

Sind getrennte Betriebsräte tatsächlich gewählt, gibt es in Form der Betriebshauptversammlung und des Betriebsausschusses gemeinsame Einrichtungen aller Arbeitnehmer bzw. aller Mitglieder des Arbeiter- und Angestelltenbetriebsrates.

Vorsicht!
Arbeiter können in den Angestelltenbetriebsrat und Angestellte in den Arbeiterbetriebsrat gewählt werden.

Gemeinsamer Betriebsrat

Ein gemeinsamer Betriebsrat ist zu errichten, wenn nur eine Gruppe weniger als 5 Arbeitnehmer umfasst oder beide Gruppen jeweils weniger als 5, zusammen jedoch mindestens 5 Arbeitnehmer umfassen (also etwa 23 Arbeiter und 3 Angestellte oder 4 Angestellte und 4 Arbeiter oder 4 Arbeiter und 1 Angestellter).

Vorbereitung und Durchführung

Bei der Vorbereitung und Durchführung einer Betriebsratswahl sind

  • ein bestimmtes Wahlverfahren und
  • bestimmte Termine und Fristen

einzuhalten.

 

Tipp!

Die Regelungen über die Betriebsratswahl gelten für die Belegschaft. Sie sind aber auch für den Arbeitgeber von Interesse, da er damit einen zeitlichen Überblick über die Betriebsratswahl gewinnt.

Ablauf

Einberufung der Betriebsversammlung

mindestens 2 Wochen vor der Betriebsversammlung Verständigung des Betriebsinhabers


Wahlvorschläge für den Wahlvorstand

spätestens 3 Tage vor der Betriebsversammlung


Betriebsversammlung


Wahl des Wahlvorstandes


Verständigung des Betriebsinhabers von der Bestellung des Wahlvorstandes


Übermittlung des Arbeitnehmerverzeichnisses durch den Betriebsinhaber

binnen 2 Tagen nach Verständigung von der Bestellung des Wahlvorstandes


Wahlkundmachung und Auflage der Wählerliste

binnen 3 Tagen nach Bestellung des Wahlvorstandes


Einbringen der Wahlvorschläge für den Betriebsrat

spätestens 2 Wochen vor dem (ersten) Wahltag


Änderung oder Zurückziehung der Wahlvorschläge für den Betriebsrat


bis 12. Tag vor der Wahl
Versendung der Wahlkarten

Anträge bis 8., Entscheidung bis 7., Versand bis 6. Tag vor dem (ersten) Wahltag


Betriebsratswahl

spätestens 4 Wochen nach Bestellung des Wahlvorstandes


Ermittlung des Wahlergebnisses


Verständigung der Gewählten

Wahlablehnung spätestens am 3. Tag nach Verständigung von der Wahl


Kundmachung des Wahlergebnisses

Mitteilung an Betriebsinhaber, Arbeitsinspektorat, Arbeiterkammer, Fachgewerkschaft


Konstituierung des Betriebsrates, Wahl des Vorsitzenden und sonstiger Funktionäre


Einberufung binnen 2 Wochen nach Kundmachung des Wahlergebnisses
Anfechtung der Wahl

binnen 1 Monat nach Kundmachung des Wahlergebnisses Klagseinbringung


Vorsicht!
Aufgabe des Wahlvorstandes ist die Vorbereitung der Betriebsratswahl. Ist der Wahlvorstand gewählt, kann die Betriebsratswahl nur mehr durch seine Untätigkeit verhindert werden. Die Unternehmensleitung hat dann keinen Einfluss mehr auf die Durchführung der Betriebsratswahl.

 

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