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Entgelt und Entgeltbestandteile

Begriff - Mindestentgeltvorschriften - kollektivvertragsfreie Branchen - Ort der Auszahlung

Begriff

Unter Entgelt versteht man jede Art von Gegenleistung, die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber dafür erhält, dass er ihm seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt.

Entgeltbestandteile

Das Entgelt umfasst

  • den regelmäßigen Bezug (bei den Angestellten das monatliche Gehalt, bei den Arbeitern den wöchentlichen oder monatlichen Lohn),
  • alle übrigen regelmäßig oder unregelmäßig gewährten Geldzuwendungen (z.B. Sonderzahlungen, Umsatzbeteiligungen, Provisionen, Prämien, Zulagen),
  • alle übrigen regelmäßig oder unregelmäßig gewährten Sachzuwendungen (z.B. Privatnutzung des Dienstwagens, Gratisparkplätze, Dienstwohnung).

Mindestentgeltvorschriften

Für die meisten Arbeitsverhältnisse gelten Kollektivverträge, die Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne als Untergrenze der zulässigen Entlohnung festlegen.

Diese Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne können an folgende Kriterien geknüpft sein:

  • Art der Beschäftigung,
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit,
  • Anzahl der Berufsjahre.


Tipp!

Die Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne für Ihre Branche finden Sie unter www.wko.at/kollektivvertrag.


Vorsicht!
Bei unterkollektivvertraglicher Entlohnung ist ein vorzeitiger Austritt des Arbeitnehmers wegen ungebührlicher Schmälerung des Entgeltes möglich. Weiters macht sich der Arbeitgeber strafbar, wenn er seinem Arbeitnehmer nicht zumindest das nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag zustehende Entgelt unter Beachtung der Einstufungskriterien inklusive aller Bestandteile, also zusätzlich zur Entlohnung für die Normalarbeitszeit und dem Überstundengrundlohn alle Zulagen, Zuschläge, Sonderzahlungen usw. laut Kollektivvertrag leistet. Nähere Infos siehe Infoblatt „Lohn- und Sozialdumping: Begriff und Überprüfung“.


Es drohen Verwaltungsstrafen in Höhe von € 1.000,-- bis € 10.000,-- pro Arbeitnehmer (im Wiederholungsfall € 2.000,-- bis € 20.000,--). Sind mehr als drei Arbeitnehmer betroffen, erhöht sich der Strafrahmen auf € 2.000,-- bis € 20.000,-- pro Arbeitnehmer (im Wiederholungsfall € 4.000,-- bis € 50.000,--). 

Der Arbeitnehmer hat auch die Möglichkeit, ausständiges Entgelt bei aufrechtem Arbeitsverhältnis gerichtlich geltend zu machen. Die Kosten für ein solches Gerichtsverfahren hat der säumige Arbeitgeber zu tragen!

Kollektivvertragsfreie Branchen

Besteht kein Kollektivvertrag, schuldet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein angemessenes bzw. ortsübliches Entgelt.


Vorsicht!
Was im Einzelfall in einer kollektivvertragsfreien Branche angemessen oder ortsüblich ist, unterliegt in letzter Konsequenz der gerichtlichen Prüfung.


Ort der Auszahlung

Das Entgelt ist grundsätzlich eine Holschuld, das heißt der Arbeitnehmer muss die Auszahlung im Betrieb entgegennehmen. Kann er das nicht, weil er z.B. urlaubsbedingt abwesend oder im Krankenstand ist, wird die Lohnschuld zu einer Bringschuld. Der Arbeitgeber muss dann dem Arbeitnehmer das Entgelt – auf welche Weise auch immer – übermitteln.

 

Beispiel:
Ein Kellner erhält seinen Lohn immer bar. Ende des Monates erkrankt er an einer Grippe mit hohem Fieber und kann seinen Lohn nicht abholen. Der Arbeitgeber muss ihm den Lohn rechtzeitig auf ein Konto überweisen oder per Boten bar zustellen lassen.

Tipp!

Der Arbeitgeber sollte – wie dies auch regelmäßig geschieht - die bargeldlose Auszahlung des Lohnes bzw. Gehaltes auf ein Girokonto des Arbeitnehmers vereinbaren. Ist dies der Fall, so hat er nur dafür Sorge zu tragen, dass der Arbeitnehmer am Fälligkeitstag über das Entgelt auf seinem Konto verfügen kann.

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