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Krankenentgelt der Lehrlinge

Höhe der Fortzahlung - Arbeitsunfähigkeit - Mitteilungs-/ Nachweispflicht

Fortzahlung der Lehrlingsentschädigung

Nach dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) hat ein Lehrling bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit pro Arbeitsjahr

  • bis zur Dauer von 4 Wochen Anspruch auf Fortzahlung der vollen Lehrlingsentschädigung und
  • bis zur Dauer von weiteren 2 Wochen einen Anspruch auf Teilentgelt in Höhe der Differenz zwischen voller Lehrlingsentschädigung und Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung (Grundanspruch).

Mit Beginn eines neuen Arbeitsjahres entsteht jeweils ein neuer Grundanspruch in voller Höhe.

Tritt nach vollständiger Ausschöpfung des Grundanspruches im selben Arbeitsjahr eine neuerliche krankheitsbedingte Arbeitsverhinderung ein, so besteht bei jeder solchen Arbeitsverhinderung

  • für die ersten 3 Tage Anspruch auf Fortzahlung der vollen Lehrlingsentschädigung und anschließend
  • für längstens 6 Wochen Anspruch auf ein Teilentgelt (Folgeanspruch).

Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit

Wer krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, bestimmt grundsätzlich der behandelnde Arzt. Der Lehrling darf im Regelfall auf die Richtigkeit der ärztlichen Beurteilung vertrauen und hat sich den ärztlichen Anordnungen entsprechend zu verhalten. Einer Erkrankung gleichgestellt sind Kur- und Erholungsaufenthalte, Aufenthalte in Heil- und Pflegeanstalten oder in Rehabilitationszentren, die von einem Sozialversicherungsträger auf dessen Rechnung bewilligt oder angeordnet wurden.

Arbeitsunfall/Berufskrankheit

Im Falle von Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit besteht pro Anlassfall ein zusätzlicher Anspruch auf Fortzahlung der vollen Lehrlingsentschädigung für die Dauer von 8 Wochen und Gewährung eines Teilentgelts bis zur Dauer von weiteren 4 Wochen.

Vorsicht!
Der Entgeltfortzahlungsanspruch bei Arbeitsunfall oder Berufskrankheit besteht unabhängig vom Entgeltfortzahlungsanspruch bei "normaler Erkrankung" und ohne Anrechnung auf diesen!

Hinweis für den Lohnverrechner

Das Teilentgelt der Lehrlinge unterliegt nicht der Beitragspflicht in der Sozialversicherung.

 

Vollanspruch

Teilentgelt

Grundanspruch

4 Wochen

2 Wochen

Folgeanspruch

3 Tage

6 Wochen

Arbeitsunfall

8 Wochen

4 Wochen

Beispiel:

Beginn des Lehrjahres: 1.9.
Krankenstand (Arbeitsunfall) 5 Wochen (ab 7.10.)
weiterer Krankenstand (Grippe) 2 Wochen (ab 3.1. des Folgejahres)
weiterer Krankenstand (Operation/Krankenhaus) 5 Wochen (ab 12.6. des Folgejahres)
weiterer Krankenstand nach Privatunfall laufend (ab 10.7. des Folgejahres)
   
Arbeitsunfall (gesondert abzurechnen!) 5 Wochen volle Lehrlingsentschädigung
1. Erkrankung 2 Wochen volle Lehrlingsentschädigung
2. Erkrankung 2 Wochen volle Lehrlingsentschädigung
  2 Wochen Teilentgelt
  1 Woche keine Entgeltfortzahlung des Lehrberechtigten
3. Erkrankung 3 Tage volle Lehrlingsentschädigung
  6 Wochen Teilentgelt
  dann keine Entgeltfortzahlung
  ab Beginn des neuen Lehrjahres (1.9.) neuer Grundanspruch

Mitteilungs- und Nachweispflichten

Der Lehrling ist verpflichtet, jede Arbeitsverhinderung dem Lehrberechtigten unverzüglich und unaufgefordert mitzuteilen. Auf Verlangen des Lehrberechtigten ist er überdies verpflichtet, eine Bestätigung der Gebietskrankenkasse, eines Kassenarztes oder einer Krankenanstalt über den Beginn, die voraussichtliche Dauer und die Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen.

Vorsicht!
Die Nichterfüllung dieser Mitteilungs- und Nachweispflichten führt zum Entgeltverlust für die Dauer der Säumnis, berechtigt aber grundsätzlich nicht zur fristlosen Entlassung.

Verschulden Dritter

Bei von Dritten verschuldeter Arbeitsunfähigkeit (z. B. Verkehrsunfall) hat der Arbeitgeber Anspruch auf Ersatz des fortgezahlten Entgelts samt Arbeitgeberbeiträgen gegen den Schädiger.


Tipp!

Klein- und Mittelbetriebe können bei Arbeitsverhinderungen einen Zuschuss zur Entgeltfortzahlung bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt beantragen (siehe dazu unsere Info "Zuschuss zur Entgeltfortzahlung").

Vorsicht!
Ab Beginn der Weiterverwendungspflicht sind die Entgeltfortzahlungsvorschriften für Arbeiter oder Angestellte anzuwenden.

 
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