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Verpflichtende Vorabregistrierung von Frachtinformationen für Exporte nach Ägypten

Neues elektronisches Zollprozedere - Advance Cargo Information (ACI) System 

Inhalt

Das AußenwirtschaftsCenter Kairo hat am 27. September 2021 ein Webinar zum Thema Zollrecht Ägypten mit Schwerpunkt auf das neue ACI-System veranstaltet. Sie haben allgemeine Fragen zum ACI-System? Sehen Sie sich zum Start unsere Webinar-Aufzeichnung auf YouTube an, wo Sie einen guten Überblick zu den neuen Regelungen erhalten.

Zum Advance Cargo Information (ACI) System allgemein

Seit 1.10.2021 läuft die gesamte Zollabwicklung über ein elektronisches Portal für die Zollabwicklung, das sogenannte National Single Window System for Foreign Trade „Nafeza“. In Ägypten ist das System auch als MTS bekannt, da es von der Firma Misr for Technology Services - MTS in Kooperation mit der National Telecommunications Regulatory Authority - NTRA umgesetzt wird. Die Umsetzung auf digitalem Weg basiert auf dem neuen Zollgesetz 207/2020.

Das Advance Cargo Information (ACI) System ist ein Teil dieser digitalen Abwicklung. Gemäß Dekret 38/2021 und Dekret 222/2021 sieht das neue Zollprozedere eine verpflichtende Vorabregistrierung von Frachtinformationen vor.

In der derzeitigen Ausbaustufe gilt das ACI-System nur für Seefrachtlieferungen und nicht für Luftfracht. Mittelfristig soll das System aber auf alle Häfen (inkl. Flughäfen, Dry Ports und Free Zones) ausgedehnt werden. Ein Zeitplan steht hier aber noch nicht fest.

Grundsätzlich besteht das ACI-System aus zwei miteinander korrespondierenden Plattformen: Dem Nafeza-Single Window System für ägyptische Importeure und der CargoX-Plattform für ausländische Exporteure.

Kernpunkt ist die Vorabübermittlung der benötigten Dokumente: Alle elektronischen Frachtdokumente (z.B. Handelsrechnung, Frachtbrief, Packliste, EUR.1/Ursprungszeugnis) müssen spätestens 48 Stunden vor der Ankunft der Ware in Ägypten verfügbar sein. 

Zielsetzung des ACI-Systems ist es die Zoll-Abwicklung und Abfertigung zu vereinfachen. Außerdem soll das System als Risikomanagementsystem dienen.

Die Pilotphase des ACI-Systems lief von 1.4.2021 bis 30.9.2021. Seit 1.10.2021 ist das System verpflichtend.

Es gibt noch wenige Erfahrungswerte und somit nur limitierte Informationen bzgl. Vorgansweise in der Praxis, weshalb wir hier versuchen alle uns zur Verfügung stehenden Informationen zusammenzutragen.

Lieferungen ohne Verwendung des ACI Systems und ohne ACID Nummer auf den Warenbegleitpapieren können zurückgeschickt werden! Die Kosten trägt in diesem Fall der Frachtführer. 

Wie funktioniert das ACI-System?

Anfangs muss noch einmal festgehalten werden, dass sich Exporteure auf der CargoX-Plattform registrieren müssen, Importeure hingegen auf der Nafeza-Plattform.

  1. Der Importeur (oder sein Agent) registriert sich auf dem Nafeza Online-Portal für Importeure und erhält den Zugriff auf Nafeza (detaillierte Anleitung für den Importeur siehe hier auf Arabisch.
  2. Der Importeur (oder sein Agent) registriert die Daten des ausländischen Exporteurs auf Nafeza. Notwendige Daten:
    • Land, in dem der Exporteur registriert ist
    • Registrierungsnummer des Exporteurs (die Registrierungsnummer des Exporteurs ist die lokale Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID-Nummer)
    • Handelsname des Exporteurs
    • Art des Exporteurs (Hersteller, Niederlassung des Unternehmens, andere)
    • detaillierte Adresse
    • E-Mail-Adresse
  3. Der Importeur (oder sein Agent) gibt Informationen der Sendung auf Nafeza ein. Notwendige Daten:
    • Registrierungsnummer des ausländischen Exporteurs (die Registrierungsnummer des Exporteurs ist die lokale Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID-Nummer)
    • Code des Exportlandes
    • Code des Exporthafens
    • Warendaten 
    • Zolltarif
    • Rechnungsdaten
  4. Nach positiver Prüfung durch die Zollbehörde (dauert max. 48 Stunden) wird die Advance Cargo Information Declaration Number - ACID (Identifikationsnummer der Lieferung, die aus 19 Nummern besteht) per Email an den Importeur und Exporteur geschickt. Diese ACID-Nummer gilt als vorläufige Genehmigung für die Einfuhr. Die ACID-Nummer ist sechs Monate lang gültig. Nach Ablauf dieser Zeit muss sie erneuert werden.
  5. Der Erhalt einer ACID-Nummer bedeutet, dass der Importeur in der Zolldatenbank registriert ist, dass der Exporteur mit Genehmigung des Handelsministeriums nach Ägypten exportieren darf und dass die Ware nach Ägypten geliefert werden darf.
  6. In Falle einer Ablehnungsentscheidung, kann der Importeur innerhalb von drei Arbeitstagen nach dem Erlass der Ablehnungsentscheidung der Behörde eine Beschwerde einlegen. Die Behörde prüft die Beschwerde innerhalb von zwei Arbeitstagen und entscheidet entweder mit der Annahme der Beschwerde und dem Erstellen der ACID-Nummer oder mit einer Ablehnung inkl. Begründung.
  7. Der Exporteur muss sich auf dem vom ägyptischen Zoll zertifizierten CargoX-Plattform registrieren. (Erstmalige RegistrierungZusatzinformationen).
  8. Erwerb von Guthaben („Units“), um Transaktionen auf CargoX bezahlen zu können. Das Startpaket beträgt üblicherweise USD 400. Von diesem Betrag können Verifizierung und einzelne Transaktionen bezahlt werden.
  9. Der Exporter muss seinen Firmenaccount auf CargoX “verifizieren“:
    • Überweisung von USD 15 an CargoX
    • Hochladen der Quittung mit dem Betrag von USD 15 auf CargoX
    • Verifizierung des Exporteurs von CargoX in Zusammenarbeit mit der internationalen Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet
      Nach positivem Ergebnis der Verifizierung wird der Exporteur in die “white list“ aufgenommen
  10. Jedes Unternehmen kann im Rahmen seines Firmenaccounts auf CargoX über eine unbegrenzte Anzahl von Benutzerkonten verfügen. Jedoch kann nur ein Benutzer mit der der Berechtigung "Manage company details" / "company manager"  neue Benutzerkonten hinzufügen und verwalten. “Manage company details“ / “company manager“ ermöglicht dem Benutzer das Hinzufügen neuer Benutzer, das Verwalten der Berechtigungen / Rechte und das Entfernen von Benutzern aus dem Unternehmen. Der Benutzer kann die Blockchain-Schlüssel der Benutzer genehmigen und deaktivieren. Dieser Benutzer darf die Unternehmensdaten aktualisieren.
  11. Die vom Exporteur auf CargoX eingegebenen Daten müssen mit denen vom Importeur auf Nafeza übereinstimmen.
  12. Das Hochladen der Dokumente liegt in der Verantwortung des Exporteurs. Der Exporteur kann auch die Verantwortung des Hochladen der Dokumente einem Speditionsunternehmen auf CargoX übertragen, in dem er das Speditionsunternehmen als neuen Benutzer zum Firmenkonto des Exporteurs hinzufügt.
  13. Sämtliche Warenbegleitpapiere (Ursprungszeugnis bzw. EUR.1 Warenverkehrsbescheinigung für Waren mit EU-Ursprung; Exportrechnung; Frachtbrief; Packlisten) sowie etwaige weitere Dokumente, die eingereicht werden, müssen die ACID-Nummer enthalten, damit ein Zollzertifikat geöffnet werden kann / die Ware in Ägypten vom Zoll abgefertigt wird. Wenn die ACID-Nummer auf den Dokumenten fehlt, wird die Ware nicht vom Zoll abgefertigt, sondern zurückgeschickt! Die Kosten trägt der Frachtführer.
  14. Handgeschriebene ACID Nummern auf Dokumenten werden nicht akzeptiert. Stattdessen muss die ACID Nummer auf nicht veränderbarbare Art an jedem Dokument angebracht. Ein Aufbringen mittels eines Stickers ist nicht zulässig, da dieser veränderbar ist. Bei umfangreichen Dokumenten ist laut Auskunft von MTS ein Anbringen nur auf der ersten Seite ausreichend.
  15. Auch auf der Warenverkehrsbescheinigung (WVB) EUR.1 muss die ACID-Nummer angebracht werden.
  16. Dazu hat das Bundesministerium für Finanzen mitgeteilt: Das Feld 7 der WVB ist nur für „Bemerkungen“ vorgesehen, die im Zusammenhang mit dem Abkommen samt Ursprungsprotokoll stehen (z.B.: „Duplikat“, „nachträglich ausgestellt“ usw.). Dies trifft bei dieser „ACID Number“ nicht zu und daher sind WVB Anträge mit der „ACID Number“ im Feld 7 nicht zu bestätigen.
  17. Diese „ACID number“ Informationen haben auch einen Bezug zur Warenbeschreibung und Zolltarifnummer. Es spricht daher nichts dagegen, wenn diese Informationen zusätzlich in Feld 8 der WVB (Warenbezeichnung) angeführt sind.
  18. Eine nachträgliche WVB Ausstellung ist grundsätzlich möglich. Laut der entsprechenden Informationen der ägyptischen Stellen kann der Ausführer nachträglich ein „ACID Label“ an die Dokumente anbringen, so dass eine fehlende „ACID number“ in der WVB eigentlich kein Grund für eine nachträgliche Ausstellung sein sollte.
  19. WVB Anträge sind maschinen- oder handschriftlich auszufüllen. WVB Anträge (auch nachträgliche) mit Labels (Etiketten, Aufkleber) sind unzulässig und nicht zu bestätigen !
  20. Nach dem Hochladen auf CargoX müssen die Dokumente via ACI-Envelope über die Blockchain an den Importeur gesendet werden. Der Exporteur muss dabei “Egyptian customs platform NAFEZA (via MTS)“ als „recipient“/Empfänger auf CargoX auswählen.

  21. Rechnung und Frachtbrief müssen u.a. folgende Daten enthalten: 

    o   ACID-Nummer

    o   Daten des Exporteurs/Produzents (Name, Anschrift, Telefonnummer,….u.a.) 

    o   Art des Exporteurs (Hersteller, Niederlassung des Unternehmens, Distributionszentrum, Markeninhaber,…u.a.)

    o   GS1 Nummer bzw. alternative internationale Standard-Nummer. 
    Der HS-Code alleine ist keine Alternative zum GS1 Code. Ggf. können eine interne „part number“ UND der HS-Code verwendet werden, wenn es keinen GS1 Code gibt. Die „Part Number“ ist die Nummer / der Code des internen Codierungssystems eines Unternehmens. Ein GS1 Code ist in der Regel nur für Konsumgüter notwendig, nicht jedoch für Industriegüter. Falls kein GS1 Code vorhanden ist, wird eine direkte Kontaktaufnahme z.B. mit GS1 Austria empfohlen.

  22. Neben einer normalen Handelsrechnung im .pdf Format, wird eine elektronische Rechnung/E-Invoice von der Egyptian Customs Authority (ECA) verlangt. Die E-Invoice muss ein Dokument mit weiterführenden Details zur Sendung (u.a. in .xlsx oder .xml Dateinform) sein, damit Informationen direkt über eine Schnittstelle in die Nafeza-Plattform übernommen werden können.

  23. Für die Übermittlung von elektronischen Rechnungen bestehen folgende Möglichkeiten/Methoden

    o   Exporteure, die keine Auftragsverarbeitungssoftware verwenden bzw. wenn die Anzahl der Rechnungspositionen limitiert ist: Verwendung einer MTS-Rechnungsvorlage. Die Vorlage soll nicht verändert werden. Die Excel-Vorlage kann bei Bedarf gerne zugesendet werden (bitte via kairo@wko.at anfordern).

    o   Exporteure, die SAP oder Oracle als Auftragsverarbeitungssoftware verwenden: Bei SAP oder Oracle gibt es die Möglichkeit in der Software die jeweiligen Rechnungs-/Sendungsdetails als .xml-File zu erstellen („Invoice.02“). Dieses .XML File soll dann zusätzlich zur „normalen“ .pdf Rechnung via CargoX hochgeladen werden; für SAP besteht in Nafeza bereits eine Schnittstelle, damit diese SAP-Daten (die mittels CargoX versendet werden) dann 1:1 in Nafeza übernommen werden können. Bei Oracle wird diese Schnittstelle gerade fertiggestellt.

    o   Exporteure, die eine Auftragsverarbeitungssoftware haben, die nicht SAP oder Oracle ist: Hier bietet MTS als Service an, dass die Daten aus einer anderen Verarbeitungssoftware künftig automatisiert übernommen werden können. In der Regel wird die Rechnung automatisiert als .pdf Dokument erstellt. Auf CargoX ist eine Konverterierung eines lesbaren .pdf Dokuments in ein Excel-File möglich.
    Um hier sicherzustellen, dass dass .pdf aber auch wirklich korrekt konvertiert werden kann, sollen Exporteure Beispiele von ihren Rechnungen (insgesamt Muster von 5 Rechnungen inkl. Beschreibung der jeweiligen Felder) in Form von digital lesbaren .pdf Files an MTS per E-Mail (e-invoice.ACI@MTS-EGY.com) senden. Im Zuge von „Machine Learning“ sollen die die so erhaltenen Rechnungen ins Nafeza System gefüttert und mit der Beschreibung der jeweiligen Felder als Vorlage übernommen, damit sie bei folgenden Sendungen automatisiert gelesen werden können. 
    Nach Durchführung dieses Vorbereitungsschrittes können ausländische Exporteure dann künftig ihre Rechnungen (in Form der zuvor übersendeten Muster) als digital lesbare .pdf auf CargoX hochladen und in eine Excel-Datei konvertieren (Converting the Exporter PDF invoice TO E-Invoice MS Excel file Automated (RPA) service). Dieser Service ist für die ersten 6 Monate kostenfrei, danach kann es eventuell kostenpflichtig werden.

  24. Der Exporteur, Produzent, Frachtführer oder Spediteur muss vertragsgemäß die Daten des Frachtbriefs inkl. der ACID-Nummer an Nafeza durch Blockchain senden. Die Daten des Frachtbriefs müssen folgendes enthalten:
    • ACID-Nummer
    • Identifikationsnummer des ägyptischen Importeurs
    • Identifikationsnummer des ausländischen Exporteurs 
  25. Der Importeur (oder sein Agent) muss die Rechnung auf der Nafeza-Plattform elektronisch signieren und an die Zollverwaltung weiterleiten. Dazu muss die Rechnung folgende Daten enthalten: 
    • Steuerregistrierungsnummer des Importeurs
    • Registrierungsnummer des ausländischen Exporteurs
    • ACID-Nummer
    • Zolltarif „HS Code“
    • GS1 Nummer bzw.  alternative internationale Standard-Nummer (siehe Informationen schon weiter oben).
  26. Der Exporteur muss die Warenbegleitpapiere spätestens 48 Stunden vor Ankunft der Sendung in Ägypten auf CargoX hochladen. MTS sowie die Zollbehörde empfehlen aber die Frachtdokumente sobald diese vorhanden sind hochzuladen und nicht bis zur Frist (spätestens 48 Stunden vor der Ankunft der Waren in Ägypten) abzuwarten.  Die „Part Number“ ist die Nummer / der Code vom internen Codierungssystem der Firma. Die Firma soll sich an GS1 wenden und GS1 Codes beantragen, in Falle, dass sie auch kein internes Codierungssystem hat.
  27. Wenn nach dem Erhalt der ACID-Nummer eine Änderung vorgenommen wird, wird der Buchstabe M (modified) daneben geschrieben, aus dem hervorgeht, dass die Daten geändert wurden. Wenn der Buchstabe C (cancelled) hinzugefügt wird, bedeutet dies eine Stornierung
  28. Hochgeladene unbeglaubigte Warenbegleitpapiere werden grundlegend von CargoX sowie MTS akzeptiert. Für die Freigabe der Sendung durch den Zoll müssen in der Praxis aber weiterhin die originalen und beglaubigten Warenbegleitpapiere eingereicht werden. 
  29. Nach dem Hochladen der Dokumente auf CargoX erhält der Exporteur sowie der Importeur eine Empfangsbestätigungs-Mail.
  30. Die hochgeladenen Dokumente auf CargoX, werden via Blockchain an den Importeur auf der Nafeza-Plattform gesendet. Auf Nafeza kann diese nur der Importeur sehen; sie sind nicht für den Zoll sichtbar. Der Importeur muss sie an dem Zoll via Nafeza senden.
  31. Jegliche Verzögerung bei der Einreichung der Warenbegleitpapiere könne zu zusätzlichen Kosten führen, wenn die Ware schon in Ägypten angekommen ist. 
  32. Es ist erlaubt, die Versanddaten nach dem Ausstellen der ACID-Nummer vor dem Versand zu ändern. Die Daten der beiden Parteien des Handelsgeschäfts (der Importeur und der ausländische Exporteur) dürfen nicht geändert werden.

Zum Einreichen von Dokumenten im ACI-System

  • Frachtdokumente (B/L) und Rechnung können vorab als vorläufige Version (Draft) hochgeladen werden. Jedenfalls benötigt der Importeur diese Informationen um eine ACID-Nummer zu beantragen.
  • Die Endversionen („Originale“) der Frachtdokumente (B/L) und der Rechnung inkl. Ursprungszeugnis (Ursprungsnachweis) bzw. EUR.1 Warenverkehrsbescheinigung für Waren mit EU-Ursprung sowie die Packlisten müssen auf CargoX mit der erhaltenen ACID Nummer hochgeladen werden.
  • Hochgeladene unbeglaubigte Warenbegleitpapiere werden von CargoX sowie MTS akzeptiert, jedoch noch nicht von der Zollverwaltung.
  • Die Reederei oder der Spediteur muss die Manifestinformationen hochladen und elektronisch an der Zollbehörde durch Nafeza Platform mindestens 48 Stunden vor Ankunft der Sendung in Ägypten senden. Die Manifestinformationen müssen folgendes enthalten:
    • ACID-Nummer
    • Identifikationsnummer des ägyptischen Importeurs
    • Identifikationsnummer des ausländischen Exporteurs 

Nach unserer Erfahrung werden regelmäßig Dokumente nach dem Hochladen und Versand von der Plattform abgelehnt. In diesem Fall müssen die jeweiligen Dokumente noch einmal nachträglich auf CargoX hochgeladen und versendet werden:

Sobald ein ACI Envelope vergesendet wurde, kann nur ein korrigiertes / aktualisiertes / fehlendes Dokument zum gesendeten ACI Envelope durch ein ACI-REFILING hinzugefügt werden. Dies ist folgendermaßen möglich:

  • Erstellen eines neuen Egypt ACI-Envelope
  • Eingeben der gleichen zuvor verwendete ACID Nummer
  • Hochladen der korrigierten/aktualisierten/fehlenden Dokument/e
  • Versenden des Envelopes 

Notwendigkeit der Vorlage von Originaldokumenten

  • Die Übermittlung der originalen Dokumente (Rechnung und B/L) an die Bank (Stichwort CAD Zahlung) bzw. die Übermittlung der originalen Dokumente (Rechnung, B/L, der Zahlungsnachweis Form 4, Ursprungszeugnis (Ursprungsnachweis) bzw. EUR1 Warenverkehrsbescheinigung für Waren EU-Ursprungs; Packlisten) an Egyptian Customs Authority - ECA für die Inanspruchnahme etwaiger Präferenzen im Rahmen des EU-Assoziationsabkommen ist noch unverändert. In Zukunft sollen auch die Banken im ACI System integriert werden und die Übermittlung der Originaldokumente nicht mehr notwendig sein. Alle Abläufe und Genehmigungen sollen dann elektronisch erfolgen.
  • Cash Against Documents (CAD) funktioniert weiterhin nur mit Original-Rechnung und B/L. Die Bank akzeptiert keine Drafts/Kopien von B/L und Rechnung. Die Bank genehmigt die Originale und gibt sie den Kunden/Importeur, wenn dieser CAD bezahlt hat.
  • Die Lieferung wird erst freigegen, wenn die Schifffahrtgesellschaft die von der Bank genehmigten originale Rechnung, Frachtbrief und der Zahlungsnachweis Form 4 sowie andere weitere Warenbegleitpapiere (Ursprungszeugnis (Ursprungsnachweis) bzw. EUR1 Warenverkehrsbescheinigung für Waren EU-Ursprungs; Packlisten) erhält.

Die vollelektronische Implementierung für die Vorlage der Frachtdokumente befindet sich derzeit in der Umsetzung. Daher kann es sein, dass die Behörden einige Zeit benötigen, um alle erforderlichen Schritte vollständig umzusetzen. Wir empfehlen Ihnen daher weiterhin, alle Beglaubigungen wie bisher durchzuführen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Mit 29.09.2021 gab es eine Gesetzesänderung nach der sämtliche Dokumente in elektronischer Form akzeptiert werden. Das gilt aber wie gesagt nur für die Nafeza-Plattform selber. Der Zoll verlangt immer noch Dokumente in Hard Copy. Auch die bisher notwendigen Beglaubigungen sollen wegfallen. Auch hier raten wir in der Übergangszeit weiter die bisherigen Beglaubigungen der Dokumente (etwa der Rechnung) durchzuführen, damit es nicht zu unnötigen Verzögerungen bei der Zollabwicklung kommt.

Im Detail gilt Folgendes: 

Laut dem Ministerium für Handel und Industrie ist die Beglaubigung des Ursprungszeugnisses durch die Botschaft in Zukunft nicht erforderlich und die Beglaubigung der Handelskammer wird ausreichen.  

Gemäß Dekret 490/2021 werden die Frachtdokumente in elektronischer Form akzeptiert. Für die Zollfreigabe muss jedoch gemäß Artikel 2 noch das originale Ursprungszeugnisses vorgelegt werden. 

Anlässlich des Erlasses des Finanzministersbeschlusses Nr. 430/2021 über die Durchführungsbestimmungen des Zollgesetzes Nr. 207/2020 ist auch die Beglaubigung einer Rechnung nicht mehr erforderlich. Es genügt lediglich eine „broken down commercial invoice“ gemäß der Packliste.  

Derzeit versucht das AußenwirtschaftsCenter Kairo zu klären, ob diese Regelungen bereits doch durchgängig wie angeordnet durchgesetzt werden.

Informationen zu den Gebühren im Rahmen des ACI-Systems

Laut der ägyptischen Zollbehörde kommt es von Seiten der Zollverwaltung im Rahmen des neuen ACI Systems zu keinen neuen Zusatzkosten. Es bleiben die bisher bekannten Kosten:

  • Logistikkosten: EGP 2,200 für das Ausstellen des elektronischen Zollzertifikats.
  • Zollgebühren: Importzoll (falls nicht zollfrei) und 14% Mehrwertsteuer.

Sehr wohl fallen aber für ägyptische Importeure neue Kosten im Rahmen der Nafeza-Plattform an:

  • Die Nutzung der Nafeza-Plattform ist kostenlos.
  • Ausstellen der ACID Nummer ist kostenlos.
  • E-Signatur: EGP 1.000 für die erste Unterschrift und EGP 500 für die jährliche Erneuerung.

Auch für ausländische Exporteure fallen neue Kosten im Rahmen der CargoX Benutzung an:

  • Die Registrierung auf CargoX ist kostenlos.
  • Es fallen einmalige Verifizierungskosten von USD 15 bei der Registrierung auf CargoX an.
  • Für das Ausstellen der ACID-Nummer fällt jedes Mal eine Bearbeitungsgebühr von neuerdings USD 150 pro ACID-Nummer für die ACI-Einreichung (Versand eines ACI-Envelopes) an. Die erhöhte Bearbeitungsgebühr gilt ab 14.10.2021.
  • Kosten für die Übertragung von Blockchain-Dokumenten gemäß der Preisliste von CargoX: Das Hochladen eines Dokuments auf CargoX kostet USD 3 pro Dokument, unabhängig von der Anzahl der Dokumentseiten oder der Dokumentgröße. Insgesamt können für den Dokumenteversand höchstens Kosten von 15,00 USD anfallen, auch wenn mehr als 5 Dokumente hochgeladen und versendet werden.
  • Somit ergeben sich für den Versand eines ACI-Envelopes höchstens Gesamtkosten in Höhe von USD 165.
  • Nicht ausgegebene CargoX units/Kredits verbleiben bis zur nächsten Sendung auf dem Benutzerkonto und können nicht refundiert oder für ein anderes Unternehmen – auch nicht für das Konto einer Schwesterfirma – verwendet werden.
  • Es gibt keine Frist für die Verwendung der Units/Kredits und aus derzeitiger Sicht auch keinen Verfall der Units. 

Eine detaillierte Abklärung zwischen Exporteur und Importeur ist essentiell für die erfolgreiche Verwendung des ACI-Systems.

Bitte zu beachten, dass Zoll-, Rechts-, Visa- und Firmeninformationen seitens des AußenwirtschaftsCenter Kairo, obwohl nach bestem Wissen und genauestens recherchiert, nur unverbindlich sowie ohne Obligo weitergegeben werden. Eine Haftung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA oder des AußenwirtschaftsCenter Kairo wird ausgeschlossen. 

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