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Dropshipping und die Umsatzsteuer

Vor- und Nachteile dieses Reihengeschäfts

Der englische Begriff „Dropshipping“ etabliert sich mittlerweile aufgrund des wachsenden Internethandels immer mehr und bedeutet zu Deutsch „Streckengeschäft“.

Beim Dropshipping verkauft und versendet der Händler seine Produkte nicht wie üblich direkt aus seinem Warenlager an den Kunden, sondern bestellt die Produkte zu diesem Zeitpunkt zB beim Großhändler und lässt sie von dort aus direkt an den Kunden versenden. 

Umsatzsteuerlich liegt beim Dropshipping ein Reihengeschäft vor. 

Ein Reihengeschäft liegt vor, wenn dieselben Gegenstände nacheinander geliefert werden und diese Gegenstände unmittelbar vom ersten Lieferer bis zum letzten Abnehmer (Empfänger) in der Reihe versandt oder befördert werden.

Für die richtige umsatzsteuerliche Beurteilung von Reihengeschäften ist zu beachten:

  • Die Umsätze finden (gedanklich) zeitlich hintereinander statt
  • Der Lieferort jedes Umsatzes muss separat bestimmt werden 

Bei einem Reihengeschäft wird der Gegenstand tatsächlich nur einmal bewegt. Deshalb wird auch nur ein Umsatz in der Reihe als so genannte „bewegte Lieferung“ bezeichnet. Die Steuerfreiheit für eine innergemeinschaftliche Lieferung oder eine Ausfuhrlieferung kann nur der „bewegten Lieferung“ zugeordnet werden. Die Lieferungen davor und danach können nur „ruhend“ sein. Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zu Reihengeschäften in der Umsatzsteuer

Das Dropshipping bietet sehr viele Vorteile, jedoch sollten die erheblichen Nachteile und Besonderheiten betreffend Umsatzsteuer nicht außer Acht gelassen werden. 

Wie schon oben beschrieben, liegt beim Dropshipping umsatzsteuerlich ein Reihengeschäft vor. Wenn man davon ausgeht, dass beim Dropshipping grundsätzlich der Großhändler den Transport an den Kunden organisiert, liefert der Händler umsatzsteuerlich in dem Land, in dem die Ware sich am Ende des Transportes befindet.  

Dies deutet und hat als Konsequenz, dass der Händler den Umsatzsteuervorschriften dieses Landes unterliegt und sich prinzipiell dort registrieren und den dort geltende Umsatzsteuersatz verrechnen und abführen muss. 

Die umsatzsteuerliche Problematik kann uU die Vorteile, die das Dropshipping sonst bietet, zunichtemachen. Um sich ein Bild von den umsatzsteuerlichen Pflichten und deren finanzielle Auswirkungen machen zu können, sollte vorab eine genaue Analyse des Vorhabens durchgeführt werden. 

Einfuhr aus Drittländern 

Immer öfter kommt es vor, dass die Waren aus dem Drittland für den österreichischen Händler direkt an seinen Kunden geliefert werden. Wenn der Zollwert (Warenwert inklusive Transportkosten) der Ware unter 22 EUR liegt, so ist der Import nicht nur Zoll (bis zu 150 EUR), sondern auch Einfuhrumsatzsteuer frei. Allerdings ist aus der Sicht der Umsatzsteuer der österreichische Unternehmer über die Waren verfügungsberechtigt und liefert danach im Rahmen eines steuerpflichtigen Inlandgeschäfts an seinen Abnehmer. Das bedeutet - obwohl die Einfuhr steuerfrei ist - muss der österreichische Unternehmer an seinen Kunden Umsatzsteuer verrechnen und dem Finanzamt abführen.

Bei höheren Warenwerten wird eine reguläre Zollanmeldung mit Bezahlung eines allfälligen Zolls und der Einfuhrumsatzsteuer zu Lasten des Händlers notwendig. 

Ähnlich verhält es sich beim Dropshipping vom Drittland aus direkt an Endkunden in anderen EU Mitgliedländern. Hier ist zu beachten, dass zusätzlich eine Registrierung zur Umsatzsteuer im Land des Endkunden notwendig sein kann. 

Ausblick

Im Versandhandel und damit auch im Bereich des Dropshipping soll es im Laufe des Jahres 2021 zu einer Umstellung kommen. Hierbei werden Begünstigungen und Befreiungen wegfallen, schriftliche Zollanmeldungen vorzunehmen sein, aber es werden auch Erleichterungen in der Abfuhr der Umsatzsteuer bei B2C Geschäften im Binnenmarkt umgesetzt.

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