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Erstattung von Vorsteuerbeträgen in einem anderen EU-Mitgliedsstaat

Frist für das Jahr 2018 läuft am 30.9.2019 ab

Die Frist für österreichische Unternehmer zur Beantragung der Rückerstattung von Vorsteuern des Jahres 2018 aus anderen EU-Mitgliedsstaaten  läuft am 30.9.2019 aus. Die Frist ist eine Fallfrist, die nicht verlängerbar ist. Wenn die vollständigen Anträge nicht bis zum Ende der Frist im Erstattungsmitgliedsstaat eingelangt sind, erfolgt ein abschlägiger Bescheid.

Beantragt werden können die Vorsteuern jeweils über das Portal Finanz-Online des BMF, wobei für jeden Staat ein eigener Antrag zu stellen ist. Die Vorlage einer Unternehmerbescheinigung U 70 ist nicht mehr notwendig; außerdem können alle Anträge in Deutsch gestellt werden.

Eine Vorlage von Originalrechnungen ist im elektronischen Verfahren nicht mehr erforderlich. Der Erstattungsmitgliedsstaat kann jedoch bei Rechnungen über € 1.000,- bzw. bei Kraftstoffrechnungen über € 250,- die Vorlage einer Kopie beantragen.

Beachte:
Die Steuerverwaltung Deutschlands verlangt die Übermittlung der Rechnungen mit den oben angeführten Wertgrenzen zwingend. Dies hat in den letzten Jahren zu Ablehnungen vor Erstattungsanträgen geführt. Nunmehr bekommt der Antragsteller per Email die Aufforderung die Belege nachzureichen, wenn diese nicht schon beim Antrag hochgeladen und übermittelt wurden. Die Belege sind bis zum Ende der Frist einzureichen, da ansonsten der Antrag abgewiesen wird.

Die Mindestbeträge für eine Erstattung betragen € 50,- (als Jahresmindestbetrag bzw. Restwert eines Jahres) bzw. bei unterjährigem Mindestzeitraum von 3 Monaten € 400,-.

Aus den bisherigen Erfahrungen wird besonders darauf hingewiesen, dass je Erstattungsantrag max. 40 Einzelpositionen angegeben werden können. Die Übermittlung von längeren Anträgen ist nur mittels eines eigenen Programms im HTML-Format möglich.

Sie erhalten über Finanz-Online die Bestätigungen des Einlangens des Antrags sowohl in Österreich als auch im Erstattungsmitgliedsstaat. Beachten Sie auch, dass über Finanz-Online Ihnen Vorhalte und Bescheide zugestellt werden. Diese allerdings in der jeweiligen Amtssprache des Erstattungsmitgliedsstaates. Nähere Details entnehmen Sie auch unseren FAQ zum Thema.

Einen Leitfaden zum Antrag auf Vorsteuererstattung in einem anderen Mitgliedsstaat, der vor allem die technische Abwicklung, Eingabe und dergleichen darstellt, finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen.

Ergänzend wird daran erinnert, dass die Vorsteuerrückerstattung in Drittländern nur mittels Formular möglich ist. Eine Unternehmerbescheinigung U 70 ist vorzulegen. Die Frist für das Einlangen der Anträge ist hier der 30. Juni, wobei das Risiko eines langen Postweges zu Lasten des österreichischen Antragstellers geht. Da in den einzelnen Drittstaaten unterschiedliche Möglichkeiten der Erstattung bestehen, ist vor dem Einbringen eines Erstattungsantrags eine Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Außenwirtschaftscenter der WKO zur Abklärung von Details ratsam.

Dort erfahren Sie auch, für welche Lieferungen und Leistungen Vorsteuer erstattet werden kann. Dies ist von Land zu Land unterschiedlich und hängt von den nationalen Vorschriften des Erstattungsmitgliedsstaates ab.