th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Gewährleistung, Garantie, Schadenersatz und Produkthaftung: Übersicht

Inkl. Entscheidungsbaum zur Gewährleistung

Gewährleistung, Garantie, Schadenersatz und Produkthaftung werden in der Praxis oft verwechselt. Bei allen vier Rechtsinstrumenten geht es um die verpflichtende oder aber freiwillige Haftung beim Verkauf von (mangelhaften) Produkten oder Dienstleistungen.

Wer wofür in welchem Umfang und für welche Dauer haftet, unterscheidet sich jedoch zum Teil gravierend. 

Eine detailliertere Übersicht zu den Rechtsinstrumenten Gewährleistung, Garantie, Schadenersatz und Produkthaftung bietet der allgemeine Überblick. Die häufigsten Fragen wurden in den FAQ gesammelt und beantwortet. 


Gewährleistung

Gewährleistung ist die Haftung für Mängel, die bei Übergabe schon vorhanden sind. Diese ist verpflichtend und bis auf wenige Ausnahmen nicht einschränkbar. Der Verkäufer oder Werkunternehmer haftet, egal ob er den Mangel verursacht hat oder nicht. Die Dauer der Haftung beträgt bei beweglichen Sachen (wie beispielsweise ein Fernseher) zwei Jahre, bei unbeweglichen Sachen (Grundstücke, Gebäude) drei Jahre. 

Neue Gewährleistungsbestimmungen ab 1.1.2022

Je nach Datum des Vertragsabschlusses gelten unterschiedliche Gewährleistungsbestimmungen: Für Vertragsabschlüsse bis inklusive 31.12.2021 gelten die bisherigen Gewährleistungsbestimmungen. Für Vertragsabschlüsse ab 1.1.2022 gelten die aufgrund europarechtlicher Vorgaben angepassten Gewährleistungsbestimmungen.

Durch Anklicken des auf Ihren Sachverhalt passenden Links gelangen Sie direkt zu den relevanten Gewährleistungsinformationen: 

Verträge zwischen Unternehmern – Unternehmerverträge („Business to Business“ oder kurz „B2B“):

Verträge zwischen Unternehmer als Anbieter und Verbraucher als Nachfrager – Verbraucherverträge („Business to Consumer“ oder kurz „B2C“):

Verträge zwischen Verbrauchern („Consumer to Consumer“ oder kurz „C2C“):

Verträge zwischen Verbraucher als Anbieter und Unternehmer als Nachfrager („Consumer to Business“ oder kurz „C2B“):

Garantie

Garantie ist im Vergleich zur Gewährleistung immer freiwillig. Der Umfang und die Dauer der Haftung stehen in der Garantieerklärung. 

Schadenersatz

Beim Schadenersatz handelt es sich um die Haftung für Schäden, die vom Unternehmer oder dessen Mitarbeitern verschuldet wurden – also fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurden. Auch Folgeschäden werden hier berücksichtigt. 

In den meisten Fällen haftet der Unternehmer auch für seine Dienstnehmer und Subunternehmer. Er kann jedoch zum Teil auch Schadenersatz von seinen Dienstnehmern oder Subunternehmern zurückfordern. 

Ein Schadenersatzanspruch verjährt erst drei Jahre nachdem der Schaden und auch dessen Verursacher erstmals erkannt wurden, jedenfalls aber nach 30 Jahren. Ein Haftungsausschluss ist nur in sehr wenigen Fällen möglich. 

Produkthaftung

Die Produkthaftung umfasst nur Folgeschäden, wenn etwa durch ein fehlerhaftes Produkt Personenschäden oder Sachschäden entstehen. Die Schäden am Produkt selbst sind dadurch nicht abgedeckt. Wenn also beispielsweise eine Person mit einem fehlerhaften Fahrrad stürzt, sich verletzt und dabei mittransportierte Waren kaputtgehen, umfasst die Haftung Schmerzensgeld für die Personenschäden und Schadenersatz für die kaputt gegangenen Waren, nicht aber für das Fahrrad selbst.

Grundsätzlich trifft die Haftungspflicht den Hersteller, den Quasi-Hersteller (Unternehmer, der fremdproduzierte Produkte mit seinem Namen oder seiner Marke versieht) und den Erst-Importeur des Produktes in den europäischen Wirtschaftsraum. Unter bestimmten Umständen kann die Haftung jedoch auch den Händler treffen, wenn etwa der Hersteller oder Importeur nicht festgestellt werden kann. Den Haftpflichtigen stehen einige Haftpflichtbefreiungen zur Verfügung. 

Der Schadenersatzanspruch aus der Produkthaftung verjährt drei Jahre nachdem der Schaden erstmals aufgetreten ist und der Schädiger (Hersteller, Importeur) festgestellt wurde, jedenfalls aber zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen des Produkts. 

Spezialfälle

Die Besitzer von Gebäuden und die Halter von Wegen oder Kraftfahrzeugen treffen umfangreiche Haftungen und Sorgfaltspflichten: Haftung für Bauwerke, Weghalterhaftung und Haftung nach dem Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz (EKHG). 

Ein weiterer Spezialfall sind Gewährleistungsansprüche in der Insolvenz.

Stand: