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Zwei Männer in einer Lagerhalle
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Exportunternehmen leiden unter Rahmenbedingungen

Außenhandel liefert eine durchwachsene 2023er-Bilanz und drängt auf Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 25.07.2024

Bewölkt in der Steiermark, sonnig bis heiter in Restösterreich: So unterschiedlich fällt der „2023er-Wetterbericht“ für die heimische Exportwirtschaft aus. Denn während die jetzt veröffentlichte Außenhandelsbilanz für das vergangene Jahr bundesweit ein Plus von 3,1 Prozent auf 200,76 Miliarden Euro ausweist, sanken die steirischen Warenexporte. Gegenüber dem Allzeitrekord von 2022 gab es ein Minus von 1,2 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro.


Neben dem eingetrübten Rückblick ist es aber vor allem der Ausblick, der Sorgen bereitet. „Wir sehen uns auf den globalen Märkten nach wie vor mit einer äußerst angespannten Situation konfrontiert“, analysiert Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel. Ein Umschwung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Vor allem die für den steirischen Standort prägende Industrie steckt in einer Rezession. Die zu Jahresbeginn prognostizierte weitere Verschlechterung ist in den ersten Monaten des heurigen Jahres eingetreten. Eine Besserung ist laut aktuellen Konjunkturumfragen nicht in Sicht. 

Wir müssen vor allem den Kostendruck bei Energie und Arbeit in den Griff bekommen. Denn auch die besten Produkte brauchen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.

Die Standortattraktivität muss oberste Priorität haben.  Nur wenn unsere Betriebe wettbewerbsfähig sind, können sich die Exporte wieder positiv entwickeln.

„Der Kostendruck insbesondere aufgrund hoher Preise für Energie und Arbeit sowie zunehmender bürokratischer Hürden nimmt zu und wirkt sich bereits nachteilig auf die Geschäftstätigkeit einzelner Industriezweige aus“, warnt der neue Präsident der steirischen Industriellenvereinigung, Kurt Maier. Umso mehr müsse man für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen, drängt auch WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Denn Produkte aus der Steiermark sind innovativ, nachhaltig und genießen weit über die Grenzen hinaus einen hervorragenden Ruf – eine Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte muss oberstes Ziel sein.“ 

Die Warenaußenhandelsbilanz zeigt vereinzelt erfreuliche Zuwächse, aber auch deutliche Rückgänge, die die energieintensive Papier-, Holz- und  Stahlindustrie betreffen.

Der Außenhandel bringt Wachstum, mehr Beschäftigung und mehr Wohlstand. Daher braucht es etwa den Ausbau von Handelsabkommen.

Geschrieben wird diese Geschichte vor allem durch enge Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland und dank der weiter wichtigsten Produktgruppe „Fahrzeuge und Fahrzeugteile“ (sie stellen mit 6,9 Milliarden Euro ein knappes Viertel des Warenexportvolumens). Die größten Zuwächse gab es in den Produktgruppen Luftfahrzeuge und Raumfahrzeuge (plus 40 Prozent) und pharmazeutische Erzeugnisse (plus 24 Prozent).

Hinweis
53,7 Prozent der Exporte gehen in die fünf wichtigsten Märkte.

Wichtigste steirische Exportpartner (2023)

LandWarenexportVergleich zu 2022
Deutschland 7,9 Milliarden Euro- 0,1 Prozent 
USA 3,1 Milliarden Euro+ 17,1 Prozent 
Italien 1,8 Milliarden Euro- 10,9 Prozent 
China 1,4 Milliarden Euro - 12,4 Prozent 
Großbritannien 1,2 Milliarden Euro+ 3,1 Prozent