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Josef Herk bei seiner Rede
© Morgenstern

Neujahrsempfang der WKO Steiermark: „Wir brauchen eine Allianz für Wachstum“

Das „Who is Who“ des Landes traf sich beim traditionellen WKO-Neujahrsempfang. Ein geselliger Jahresauftakt, den Präsident Josef Herk auch für klare Worte nutzte: „In einem der wohlhabendsten Länder der Welt scheint Unzufriedenheit beinahe Teil der kulturellen DNA geworden zu sein.“ Sein Appell: „Machen wir 2026 zu einem Jahr der Veränderung, des Neugestaltens und des Umsetzens. Nur wenn wir alle neue Wege gehen, werden am Ende mutige Reformen rauskommen.“ 

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 13.01.2026

Rund 250 prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung folgten am Montagabend der Einladung der WKO-Steiermark-Führungsspitze rund um Präsident Josef Herk, den Vizepräsidenten Herbert Ritter, Gabi Lechner und Dietmar Schweiggl sowie Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und seinem Stellvertreter Gerhard Kienzl, zum traditionellen WKO-Neujahrsempfang. Ein Auftakt, den Herk einmal mehr für klare Worte nutzte: „Als Gesellschaft investieren wir sehr viel Energie in fortgesetzte Kritik – und erstaunlich wenig in ihre Veränderung. Wir reden darüber, was nicht funktioniert, wer versagt hat und was andere besser machen müssten. Worüber wir deutlich seltener sprechen, ist das, was dieses Land im Kern zusammenhält. Nämlich die Menschen, die durch ihre tagtäglichen Leistungen in der Arbeit das Fundament unseres Wohlstands bilden.“ Dieser produktive Kern schrumpfe allerdings, so Herk: „Ein immer kürzeres Erwerbsleben, wachsende Transferbereiche und mangelnde Arbeitsanreize führen dazu, dass immer weniger Schultern immer mehr Gewicht tragen müssen. Wir wissen das seit Jahren – und wir erkennen es glasklar, aber wir ändern erstaunlich wenig an den Strukturen, die diese Entwicklung verursachen.“ Das Ergebnis sei bekannt: Drei Jahre Rezession liegen hinter uns. Drei Jahre, in denen wir aufgrund gestiegener Arbeits- und Energiekosten massiv an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben.“


Aus diesem Grund fordert Herk zum Jahresauftakt eine Allianz für den Aufschwung: „Die Menschen spüren, dass wir an einem Wendepunkt angelangt sind. Wir können diesen 2026 aktiv gestalten – oder wir werden gestaltet. Nur wenn wir alle neue Wege gehen, werden am Ende mutige Reformen rauskommen, das gilt selbstverständlich auch für die WKO. Wir haben einen bundesweiten Reformprozess gestartet, der unsere Services und Organisation auf den Prüfstand stellt. Dazu stehen wir natürlich auch in der Steiermark. Selbiges fordern wir auch von Bund, Ländern und Gemeinden. Ohne Aufgabenkritik und Kompetenzbereinigung werden wir die Schieflage bei den öffentlichen Finanzen nicht bereinigen. Darum plädieren wir auch für eine Pensionsreform. Denn die Kosten werden mit Blick auf die demographische Entwicklung immer massiver. Aus diesem Grund sprechen wir uns für eine Annäherung ans dänische Modell aus. Hier gibt es einen Automatismus, der das Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppelt. Eine solche Grundsatzentscheidung würde viel Druck aus dem System und der öffentlichen Debatte nehmen, dann müssten wir nicht alle paar Jahre von vorne beginnen zu diskutieren. Und es wäre vor allem fair und ehrlich gegenüber den Menschen im Land.“

Viele Zuhörer und im Hintergrund Josef Herk bei seiner Rede auf der Bühne
© Fischer Viel Besuch beim traditionellen Neujahrsempfang


Ein weiterer Punkt betreffe das Thema leistbare Energie. „Die Bundesregierung hat da umfassende Maßnahmen angekündigt, diese müssen schnellstens in der unternehmerischen Realität spürbar sein. Als WKO Steiermark machen wir uns darüber hinaus für einheitliche und wettbewerbsfähige Netzkosten in ganz Österreich stark. Denn unsere Unternehmen zahlen für Energie nicht nur wesentlich mehr als in anderen Staaten, sie zahlen auch wesentlich höhere Netzentgelte als in anderen Bundesländern – Punkt, das ist ein Fakt und dieser Fakt belastet den Standort Steiermark“, so Herk. Weiters betonte der Wirtschaftskammerpräsident ein klare „Ja“ zu internationalen Abkommen wie Mercosur und werde man auch nicht müde eine Deregulierung und Entbürokratisierung einzufordern. Nicht zuletzt um die Chancen zu nutzen, die die Koralmbahn und der dadurch entstandene neue Wirtschaftsraum AREA SÜD mit sich bring. „Für den Süden Österreichs ist das eine Jahrhundertchance, die es 2026 zu ergreifen gilt“, betonte Herk abschließend.

Rauchfangkehrer und das WKO-Präsidium
© Fischer Die steirische Rauchfangkehrer-Innung wünscht gemeinsam mit WKO Steiermark Vizepräsident Dietmar Schweiggl, Vizepräsidentin Gabi Lechner, Präsident Josef Herk und Vizepräsident Herbert Ritter alles Gute für 2026 (ab 2.v.l.)


Unter den anwesenden Gästen: Staatsekretärin Barbara Eibinger-Miedl, LH-Stellvertreterin Manuela Khom sowie – in Vertretung von Landeshauptmann Mario Kunasek – Landesrat Hannes Amesbauer, weiters die Landesräte Willibald Ehrenhöfer, Claudia Holzer und Karlheinz Kornhäusl sowie der Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner. Ebenfalls vertreten waren die Spitzen der Sozialpartnerschaft mit AK-Präsident Josef Pesserl und IV-Präsident Kurt Maier sowie Militärkommandant Heinz Zöllner und Landespolizeikommandant Gerald Ortner. Dazu zahlreiche bekannte Unternehmerinnen und Unternehmer wie Jürgen Roth, Philipp Gady, Martin Schaller oder Christian Jauk.  


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