Pkw-Neuzulassungen fast wieder auf Vorkrisenniveau
Die steirischen Neuzulassungen sind 2025 um 17 Prozent angestiegen. Das liegt vor allem an Elektro- und Hybridantrieben.
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„Langsam kehrt wieder Normalität ein“, freut sich Peter Jagersberger, Obmann des steirischen Fahrzeughandels, angesichts der nun von der Statistik Austria bekanntgegebenen Zulassungszahlen des vergangenen Jahres. Mit österreichweit 284.978 neu zugelassenen Pkw – in der Steiermark sind es konkret 40.696 – verzeichnet man immerhin den höchsten Wert seit der Vor-Corona-Zeit. „In unserem Bundesland liegt der Markttrend erfreulicherweise sogar über dem Bundesschnitt. Österreichweit gab es ein Plus von 12,3 Prozent, in der Steiermark sind es sogar 17 Prozent“, so Jagersberger. Im Gebrauchtwagensegment blieben die Zahlen gleichzeitig konstant, 124.567 Zulassungen wurden hier in der grünen Mark verzeichnet.
Ein Blick auf die bevorzugten Antriebsformen bei Neuzulassungen bekräftigt einen Trend hin zu elektrisch oder zumindest hybrid betriebenen Fahrzeugen. „Klassische Verbrenner, egal ob Benzin oder Diesel, sind auch in der Steiermark rückläufig und machen gemeinsam nur noch 41 Prozent des Marktes aus“, so der steirische Fahrzeughandel-Obmann. Heißt im Umkehrschluss: 59 Prozent entfallen auf Elektro- und Hybrid-Pkw. Eine spannende Entwicklung, insbesondere mit Blick auf das Vorjahr: Da gab es bei E-Pkw einen deutlichen Rückgang von fast zwölf Prozent zu vermelden. Und heuer? Verzeichnet man in diesem Bereich ein Plus von 46 Prozent, 6.980 Elektro-Pkw wurden 2025 neu zugelassen. „Hauptgrund ist der deutliche Ausbau des Angebots – mittlerweile finden sich Modelle in fast allen Preissegmenten, weshalb elektrisch betriebene Fahrzeuge immer stärker auch bei Privatkunden Fuß fassen“, analysiert Jagersberger. Auch bei Hybridantrieben, also Benzin/Elektro (+48,8 Prozent auf 13.989) und Diesel/Elektro (+53,5 Prozent auf 3.014), gab es einen klaren Zuwachs.
Das wirkt nicht zuletzt auch auf die Klimabilanz: „Die CO2-Werte sinken deutlich!“, betont Jagersberger. Auch im letzten Jahr habe es bei den Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor einen deutlichen Rückgang auf 122 Gramm pro Kilometer gegeben. Rechne man die reinen Elektrofahrzeuge dazu, dann liege der Wert sogar bei nur 96 Gramm. Jagersberger: „Damit erreichen wir erstmals in der Geschichte des österreichischen Fahrzeughandels einen Wert unter 100. Das zeigt, dass wir einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation leisten – und das ständige Hinhauen aufs Auto mehr und mehr jeder Grundlage entbehrt!“
Fest stehe aber auch: „Die positiven Signale am Markt sind erfreulich, es handelt sich aber keinesfalls um Rekordwerte“, so Jagersberger. „Wir sehen vielmehr eine Normalisierung in Richtung des Vor-Corona-Niveaus.“ 42.650 Neulassungen wurden 2019 verzeichnet. Immerhin: „Die Zuversicht der Kunden scheint zurückzukehren!“ Insofern sei man für 2026 optimistisch. „Mit einem weiteren starken Wachstum rechnen wir zwar nicht, aber mit einer Stabilisierung.“ Gleichzeitig, das betont Bundesgremialobmann Klaus Edelsbrunner, brauche es Maßnahmen, um die Situation nachhaltig zu verbessern. „Wer Investitionen und Beschäftigung sichern will, muss Gesetzgebung wieder planbar, transparent und praxistauglich gestalten.“
FAHRZEUGHANDEL
Jahr 2025 zurückblicken.
Die Zurückhaltung im Verkauf war real und herausfordernd. Umso wichtiger war es, sich auf das eigene Fundament zu verlassen. Für uns ist klar: Persönliche Beziehungen und Kompetenz sind der Schlüssel für nachhaltigen Aufwind.
Martina Pugl
Geschäftsführerin Autohaus Pugl
Das letzte Jahr war teilweise durchwachsen, in Summe aber positiv zu bewerten. Auch für 2026 sind wir optimistisch, wobei bei uns aufgrund fehlender Pkw-Modelle von Ford vor allem Nutzfahrzeuge an Bedeutung gewinnen.
Walter Graf
Ford Reisinger
Die Hersteller sind wieder mit attraktiven Preisen am Markt – das zeigt sich auch an den steirischen Zulassungszahlen. Für 2026 sind wir zuversichtlich, rechnen mit einer Stabilisierung und hoffen auf ein leichtes Wachstum.
Peter Jagersberger
Landesgremialobmann
Wir brauchen technologieoffene Mobilität und einfache Regeln. Wer Investitionen und Beschäftigung sichern will, muss Gesetzgebung wieder planbar, transparent und praxistauglich gestalten.
Klaus Edelsbrunner
Bundesobmann Fahrzeughandel