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Löffel mit Zucker
© shutterstock-qoppi
Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Lebensmittelindustrie), Fachverband

3 x 3 Argumente gegen eine Zucker-Steuer bei Softdrinks

1. Zuckersteuern erfüllen Gesundheitsziele nicht | 2. Extra-Steuer hat negative soziale & wirtschaftliche Folgen | 3. Andere Maßnahmen sind wesentlich effizienter und effektiver

Lesedauer: 4 Minuten

03.07.2025

1. Zuckersteuern erfüllen Gesundheitsziele nicht 


Übergewicht hat viele Ursachen – nicht nur Zucker

Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht und Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben viele Ursachen. Neben der Ernährung sind die genetische Veranlagung, psychologische Faktoren, der sozioökonomische Status und das Bewegungsverhalten relevant. So hat der Zuckerkonsum in Österreich in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen, die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas ist dagegen weiterhin gestiegen. Das Ziel der Steuer ist das Auftreten von Übergewicht und Adipositas zu verringern. Doch das wird in allen Ländern, in denen es solche Steuern gibt (z. B. Mexiko, Chile, UK oder Frankreich) verfehlt – die Übergewichts- und Adipositasraten steigen dort nach wie vor.  

Evidenz ist gering

Die WHO spricht aktuell eine starke Empfehlung für die Besteuerung zuckergesüßter Getränke aus, obwohl wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit fehlen  und sie die Steuer nicht als „Best Buy“-Maßnahme einstuft.  Das liegt vor allem an der mangelnden Effizienz und Effektivität dieser Maßnahme im Hinblick auf das gewünschte Ziel. Zwar mag der Konsum von Limonaden leicht zurückgehen, ein gleichzeitiger Rückgang von Zivilisationskrankheiten lässt sich derzeit jedoch nicht feststellen. Das McKinsey Global Institute kommt gar zu dem Schluss, dass Steuern auf Produkte mit hohem Zucker- und/oder Fettgehalt zu den am wenigsten wirkungsvollen Maßnahmen zählen, um das Aufkommen von Übergewicht und Adipositas einzudämmen.  Es ist auch nicht vorhersehbar, wie Verbraucher auf eine solche Steuer reagieren.  Häufig werden höher besteuerte Produkte einfach durch kostengünstigere Varianten oder Alternativprodukte ersetzt. In beiden Fällen kommt es zu keiner Kalorieneinsparung.  

Effekte sind minimal
In Großbritannien reduzierte sich der Konsum von freiem Zucker* bereits vor der Einführung der Softdrink-Steuer, danach war nur etwa die Hälfte des eingesparten freien Zuckers bei Erwachsenen auf Erfrischungsgetränke zurückzuführen.   Selbst, wenn eine Limonadensteuer den Konsum senken sollte, wäre die Kalorienreduktion zu gering, um positive Effekte für die Gesundheit zu bewirken. So erzielte die stets als Best-Practice zitierte Softdrink-Steuer in Mexiko nur eine Einsparung von ca. 6 Kalorien täglich (das entspricht einem kleinen Bissen Apfel oder lediglich 0,3% des täglichen Energiebedarfs eines durchschnittlichen Erwachsenen).  Auch die Fettsteuer in Dänemark zeigte keine merkliche Verbesserung auf die öffentliche Gesundheit und wurde wieder abgeschafft.  

2. Extra-Steuer hat negative soziale & wirtschaftliche Folgen


Sozio-ökonomische Diskriminierung

Eine höhere Besteuerung einzelner, vermeintlich ungesunder Lebensmittel trifft einkommensschwächere Personen und Familien überproportional stark. Menschen mit niedrigen Einkommen sollten nicht noch zusätzlich