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Fachkräfte von morgen: Jetzt die richtigen Weichen stellen

Weniger Arbeitsstunden, sinkende Produktivität und fehlende Qualifikation verschärfen den Fachkräftemangel und belasten den Standort

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 11.03.2026

Österreichs Arbeitsmarkt steht vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen. Neben dem demografischen Wandel entwickelt sich vor allem der Rückgang der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden pro beschäftigter Person zu einem limitierenden Faktor für das Arbeitskräfteangebot. Mit 33,3 Wochenstunden weist Österreich laut Eurostat den drittniedrigsten Wert in der EU auf. Gleichzeitig fehlt es an wirksamen Anreizen zur Ausweitung der Arbeitszeit. Steuerprogression, der Wegfall von Begünstigungen und Sozialleistungen dämpfen vielfach die Bereitschaft zu Mehrarbeit, die sich für zu viele schlicht nicht auszahlt.

Produktivität rückläufig, Fachkräftemangel als Herausforderung 

Auch die Produktivitätsentwicklung gibt Anlass zur Sorge. In den Jahren 2023 und 2024 sank die Arbeitsproduktivität in Österreich jährlich um durchschnittlich 1,1%, während sie im EU27-Schnitt leicht zulegte. Zum Rückgang der Arbeitsproduktivität 2023–2024 in Österreich trug die Herstellung von Waren am stärksten bei (Quelle: Produktivitätsrat). 2024 lag sie um 2,2% unter dem Niveau von 2022 – der Rückgang fiel um 1,6 Prozentpunkte stärker aus als im EU-Durchschnitt (Quelle: Eurostat).

Österreich verliert an Produktivität gegenüber der EU
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Für die Unternehmen verschärft sich die Lage weiter: 8 von 10 Unternehmen sind laut WKÖ-Arbeitskräfteradar 2025 vom Fach- und Arbeitskräftemangel betroffen, die bundesweite Mangelberufsliste umfasst 64 Berufe. Engpässe entstehen dabei nicht nur durch zu wenige Arbeitskräfte, sondern auch durch einen ausgeprägten Qualifikations-Mismatch. Eine Unternehmensbefragung des ibw aus dem Jahr 2025 belegt, dass 60% der Lehranfänger:innen zusätzlichen Qualifizierungsbedarf aufweisen – mit durchschnittlichen Mehrkosten von rund 2.300 Euro pro unterstütztem Lehrling. Viele Betriebe wollen ausbilden, tun sich aus einer Vielzahl von Gründen (u.a. Demografie, wenig regionale Mobilität, Qualifikationsdefizite, steigende Kosten) aber schwer, Lehrlinge zu finden. Laut letztverfügbaren Zahlen des AMS gibt es deshalb österreichweit bei 13.539 Lehrstellensuchenden 18.861 offene Lehrstellen – also einen Lehrstellenüberhang von 5.322. Einzig Wien bildet mit mehr Lehrstellensuchenden (5.267) als Lehrstellen (2.442) die große Ausnahme unter allen Bundesländern.

Fazit: Fachkräfte gewinnen, Qualifizierung stärken

Um den Arbeits- und Fachkräftemangel wirksam zu bekämpfen, müssen alle Hebel zur Arbeitskräftegewinnung im Inland genutzt werden. Dazu zählen dauerhaft steuerfreie Überstunden, um Mehrarbeit attraktiver zu machen, ebenso wie ein quantitativer und qualitativer Ausbau der Kinderbetreuung, um zusätzliche Erwerbspotenziale zu heben. Gleichzeitig braucht es eine gezielte Neuausrichtung der betrieblichen Lehrstellenförderung, um die duale Ausbildung nachhaltig zu stärken und Qualifikationsdefizite frühzeitig zu reduzieren. Ergänzend muss ein konsequenter Fokus auf qualifizierter Zuwanderung liegen. Die Rot-Weiß-Rot-Karte muss sich stärker am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren und rasche, unbürokratische Verfahren ermöglichen.

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