Handelskonjunktur 2025: Branche kehrt auf Wachstumspfad zurück
Erstmals seit 2021 wieder reales Plus – Insolvenzen und Arbeitslosenzahlen der Branche steigen jedoch deutlich an
Lesedauer: 1 Minute
Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden.
Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 02.03.2026
Der österreichische Handel konnte 2025 erstmals seit 2021 wieder ein leichtes reales Wachstum erzielen, wie aktuelle Berechnungen des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigen. Steigende Insolvenzen und sinkende Beschäftigungszahlen bremsen die vorsichtige Erholung der Branche jedoch weiterhin.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
- Der österreichische Handel steigerte seine Umsätze 2025 nominell um +2,0% auf rund 306 Mrd. Euro. Aufgrund des vergleichsweise moderaten Preisauftriebs von +1,6% ergibt sich real ein Wachstum von +0,4% – das erste reale Plus seit 2021.
- Besonders positiv entwickelte sich die Kfz-Wirtschaft mit einem realen Umsatzplus von +3,4%. Im Einzelhandel lag das reale Wachstum bei +0,7%, während der Großhandel real leicht rückläufig blieb (–0,5%).
- Im europäischen Vergleich bleibt die Entwicklung jedoch schwach: Österreich liegt im EU-Einzelhandelsranking lediglich auf Platz 22 und deutlich unter dem EU-Durchschnitt von +2,3%.
- Innerhalb des Einzelhandels zeigen sich große Unterschiede: Zuwächse gab es unter anderem im Schuhhandel (+7,4%), bei Bau- und Heimwerkerbedarf (+7,0%) sowie im Blumenhandel (+5,0%). Rückgänge verzeichneten dagegen der Schmuckhandel (–13,7%), der Buch- und Zeitschriftenhandel (–6,6%) sowie der Möbelhandel (–1,8%).
- Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe bleibt angespannt: Laut KSV stieg die Zahl der Insolvenzen im Handel 2025 auf 1.125 Fälle und erreichte damit erneut ein Rekordniveau. Rund jede sechste Insolvenz in Österreich entfällt mittlerweile auf den Handel.
- Auch die Beschäftigung entwickelte sich negativ: Die Zahl der unselbständig Beschäftigten sank im Handel um –1,5% auf knapp 560.000 Personen. Gleichzeitig ging die Zahl offener Stellen um –10% zurück, während die Arbeitslosigkeit im Handel um +9,6% anstieg.
- Für 2026 bleibt der Ausblick vorsichtig positiv. Zwar erwarten Wirtschaftsforscher eine leichte Belebung von Konjunktur und Konsum, gleichzeitig belasten jedoch anhaltender Kostendruck, schwache Rentabilität und Unsicherheiten die Stimmung vieler Handelsunternehmen weiterhin.