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Zwei Personen befinden sich an einem Arbeitsplatz in einem Büro mit Glaswänden. Eine Person sitzt vor einem Bildschirm und bedient eine Computermaus. Die zweite Person steht daneben. Beide richten ihren Blick auf den Monitor
© Liubomir | stock.adobe.com

Jedes zweite heimische Unternehmen nutzt bereits KI

KI ist längst in heimischen Unternehmen angekommen. Während die betriebliche Nutzung hierzulande rasch zunimmt, droht Europa bei den dafür notwendigen Rechen- und Cloud-Kapazitäten gegenüber den USA und China weiter zurückzufallen

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 17.06.2026

Rechenzentren sind die Fabriken des digitalen Zeitalters. Sie bilden die Grundlage für das Training leistungsfähiger KI-Modelle, die Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle und die digitale Transformation ganzer Branchen.

Wer über ausreichend Rechenkapazitäten verfügt, schafft die Voraussetzungen für Innovation, Produktivität und wirtschaftliches Wachstum. Genau hier offenbart sich eine zunehmend kritische Schwäche Europas

Mit dem Tech-Sovereignty-Paket will die Europäische Kommission den Ausbau von Rechen- und Cloud-Infrastrukturen beschleunigen und technologische Abhängigkeiten reduzieren. Der Handlungsbedarf ist groß: Die installierte Rechenzentrumskapazität der EU liegt derzeit bei lediglich 11,9 Gigawatt und damit deutlich hinter den USA mit 53,7 Gigawatt sowie China mit 31,9 Gigawatt.

Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die USA bis 2030 zudem rund fünfmal so viel in den Ausbau von Rechenzentren investieren wie Europa. Die bestehende Lücke droht sich damit weiter zu vergrößern.

Abbildung einer Statistik: Titel: „Europa hinkt beim Ausbau von KI-Infrastruktur hinterher“, Untertitel: „Installierte Rechenzentrumskapazität nach Region, Juni 2025, Angaben in Gigawatt (GW)“, Der Balken der EU ist farblich hervorgehoben. Die USA weisen die höchste installierte Rechenzentrumskapazität auf, gefolgt von China. Die EU liegt deutlich darunter, aber vor den übrigen dargestellten Regionen
© DMC

Bereits heute hat sich Europas Abstand zu den USA bei der Stundenproduktivität seit 2019 um neun Prozentpunkte vergrößert. Neben der stärkeren Präsenz großer Technologiekonzerne profitiert die US-Wirtschaft vor allem von einer tieferen Digitalisierung von Unternehmen und Arbeitsabläufen.

KI dürfte diesen Effekt nun weiter verstärken: Denn laut OECD könnte rund die Hälfte des Produktivitätswachstums der kommenden zehn Jahre aus der Diffusion von KI in der Wirtschaft stammen. 

Österreichs Unternehmen setzen zunehmend auf KI 

Wie stark KI mittlerweile in österreichischen Betrieben angekommen ist, zeigt eine aktuelle Market-Umfrage im Auftrag der WKÖ: Während Anfang 2024 erst rund ein Drittel (34 %) der Unternehmen KI nutzte oder zumindest testete, setzt mittlerweile bereits mehr als die Hälfte (53 %) entsprechende Anwendungen ein. Besonders häufig kommt KI in der Administration (41 %) und im Marketing (40 %) zum Einsatz. 

Mit der zunehmenden Nutzung wächst auch die Akzeptanz. Bereits 57% der Unternehmen beurteilen KI positiv und sehen darin Chancen für ihren Betrieb. Besonders bemerkenswert: 62% jener Unternehmen, die bereits KI-Anwendungen einsetzen, berichten von Erfolgen. Unternehmen verbinden den Einsatz von KI vor allem mit Kosteneinsparungen (46%), vereinfachten Abläufen (42%) und höherer Produktivität (36%).

Besonders große Unternehmen verfügen bereits über eigene KI-Strategien und integrieren die Technologie systematisch in ihre Geschäftsprozesse. Kleinere Betriebe agieren hingegen oft noch vorsichtiger

Gleichzeitig wird deutlich, dass die größten Herausforderungen mittlerweile weniger in der Technologie selbst liegen. Als wichtigste Hemmnisse nennen die Unternehmen rechtliche Unsicherheiten (39 %) sowie Datenschutz- und Vertraulichkeitsfragen (37 %).

Auch die Risiken werden differenziert betrachtet: 52% sehen eine zunehmende Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur kritisch, während 49% Bedenken hinsichtlich des Schutzes vertraulicher Daten äußern. 

Fazit: Unternehmen liefern die Nachfrage – Europa muss die Voraussetzungen schaffen  

Österreichs Betriebe zeigen, dass die Bereitschaft, KI einzusetzen und ihre Potenziale zu nutzen, durchaus vorhanden ist. Damit daraus nachhaltige Produktivitätsgewinne und neue Wertschöpfung entstehen, braucht Europa jedoch die passenden Rahmenbedingungen.

Dazu zählen Investitionen in Rechenkapazitäten, leistungsfähige Cloud-Infrastrukturen, verfügbare Datenräume und wettbewerbsfähige Energiepreise ebenso wie innovationsfreundliche Regulierungen. Der Ausbau eigener Rechenkapazitäten ist dabei weit mehr als ein Technologieprojekt: Er stärkt Europas Wettbewerbsfähigkeit, reduziert strategische Abhängigkeiten von den USA und China und sichert langfristig die digitale Souveränität des Kontinents.

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