Arnreiter Mühle setzt auf Energieeffizienz und Zukunftsorientierung
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Die Arnreiter Mühle GmbH in Wallern/Trattnach zeigt vor, wie traditionelle Lebensmittelproduktion und moderne Energieeffizienzmaßnahmen erfolgreich zusammenspielen können. Im Rahmen einer KMU Energieberatung, gefördert durch das Programm ÖKO-PLUS der Wirtschaftskammer OÖ, wurde der Energieeinsatz des Betriebs detailliert analysiert – mit beeindruckenden Ergebnissen und klaren Perspektiven für weitere Effizienzsteigerungen.
Startpunkt: Strukturierte Analyse und klare Zielsetzung
Ziel der Beratung war es, den gesamten energetischen Ist-Zustand der Produktionsstandorte zu erfassen – von Strom- und Gasverbrauch über Hauptverbraucher bis hin zu Prozessen, Lüftung und Beleuchtung. Bereits bei der Auftaktbesprechung im September 2025 zeigte sich, wie wichtig eine systematische Datenerhebung für zukünftige Investitionen ist.
Energieverbrauch im Fokus: 93 % entfallen auf Produktionsprozesse
Die Erhebung verdeutlicht: Der Großteil des Energieverbrauchs entfällt auf die hochautomatisierten Produktionsprozesse der Mühle. Besonders relevant:
- Veredelung als größter Stromverbraucher
- Röstanlagen als Hauptgasverbraucher
- Dampfversorgung für Flockung und Trocknung
- Druckluftsysteme mit hohem Effizienzpotenzial
Durch die Lastganganalysen wurden zudem spezifische Spitzenlasten sichtbar, die künftig optimiert werden können.
Konkrete Ansatzpunkte für mehr Effizienz
Im Zuge der Analyse wurden mehrere Maßnahmen identifiziert, die sowohl Energie als auch Kosten sparen können:
1. Leckagesuche im Druckluftnetz: Regelmäßige Prüfungen – idealerweise in betriebsfreier Zeit – ermöglichen deutliche Einsparungen, da Druckluft einer der teuersten Energieträger im Betrieb ist.
2. Nutzung von Abwärme: Die Abwärme aus Röst- und Produktionsprozessen könnte künftig zur Zuluft-Vorwärmung oder Warmwasserbereitung genutzt werden. Das Potenzial soll durch Temperatur- und Mengenmessungen genauer erhoben werden. Ca. 60 % der Abwärme der Rösteranlagen werden bereits zum Vorheizen erneut verwendet. Das offene Potential bezieht sich auf die Überlegung zukünftig einen Teil der restlichen Abwärme zur Heizung des Produktionsbereiches heranzuziehen.
3. Elektrische Mehlsiloentladung: Die Umrüstung auf einen stationären elektrischen Kompressor reduziert nicht nur den Dieselverbrauch der Silo-LKWs, sondern auch Lärm und CO₂-Emissionen. Diese Lösung wurde bereits bei anderen Betrieben erfolgreich umgesetzt.
Datenqualität als Schlüssel für zukünftige Optimierungen: Eine zentrale Erkenntnis der Beratung: Für noch zielgerichtetere Effizienzmaßnahmen braucht es eine verbesserte Datenlage. Empfohlen werden unter anderem:
- Integration aller relevanten Verbraucher (Röster, Dampfkessel, Druckluftanlage) in das bestehende Monitoring
- Zusätzliche Strom- und Gaszähler
- Strukturierte Motoren- und Lüftungsanlagenlisten
- Einzelstrangmessungen bei wesentlichen Produktionsanlagen
Diese Maßnahmen schaffen die Basis, um Energieflüsse transparent darzustellen und Maßnahmen exakt zu bewerten. Weiters erfolgt die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage, die eine Menge an Strom einspart und die Errichtung von 2 E-Autoladestationen.
Arnreiter Mühle geht den nächsten Schritt Richtung Energiezukunft
Die KMU Energieberatung liefert der Arnreiter Mühle ein solides Fundament, um energieeffizienter zu produzieren und künftige Investitionen strategisch zu planen. Durch konsequente Datenerfassung und gezielte Effizienzmaßnahmen kann das Unternehmen nicht nur Kosten senken, sondern auch seine Nachhaltigkeitsleistung weiter steigern.
Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie ÖKO-PLUS-Unterstützungen Unternehmen helfen, Energieeffizienzpotenziale aufzudecken und aktiv zu nutzen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimafitten Wirtschaft in Oberösterreich.
Das Förderprogramm ÖKO-PLUS der Wirtschaftskammer Oberösterreich unterstützt Betriebe bei Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen – von Energieeffizienzprojekten über Ökobilanzen bis hin zu Treibhausgasanalysen. Ziel ist es, Unternehmen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit praxisnah und finanziell zu begleiten. Weitere Informationen unter www.wko.at/ooe/oeko-plus. Die Förderung ist wieder beantragbar ab 1.3.2026.