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Arbeiter und Angestellte

Definitionen - rechtliche Unterschiede - Übernahme von Arbeitern ins Angestelltenverhältnis

Wer im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses beschäftigt wird, kann entweder als Arbeiter oder als Angestellter tätig sein.

Angestellte

Angestellte sind nach dem Angestelltengesetz Arbeitnehmer, die

  • kaufmännische Dienste,
  • sonstige höhere nicht kaufmännische Dienste (mit entsprechenden Vorkenntnissen) oder
  • Kanzleiarbeiten (alle Bürotätigkeiten)

leisten.

Vorsicht!
Für Angestellte gelten zwingend die Bestimmungen des Angestelltengesetzes. Es kann also kein Arbeitnehmer, der eine Angestelltentätigkeit ausübt, als Arbeiter beschäftigt werden.

 

Beispiele:
Als Angestellte gelten alle Bürokräfte, Sachbearbeiter, Ein- und Verkäufer, Buchhalter, Programmierer, Lohnverrechner, Ordinationshilfen aber auch Rezeptionisten in Hotels. 

Arbeiter

Es existiert keine eigene gesetzliche Regelung, die festlegt, wer Arbeiter ist. Arbeitertätigkeiten sind sowohl einfache manuelle Hilfstätigkeiten als auch hochqualifizierte manuelle Tätigkeiten, die eine mehrjährige Ausbildung (Facharbeiter) voraussetzen.

Vorsicht!
Für Arbeiter gelten die Regelungen der Gewerbeordnung 1859 und des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches sowie die Bestimmungen des jeweils relevanten Branchenkollektivvertrages.

 

Beispiele:
Als Arbeiter gelten Ladner im Bäcker- und Fleischergewerbe, Buffetkräfte, Kellner, Chauffeure, Portiere, Monteure, Lagerarbeiter, Professionisten im Handwerk aber aber auch Wettbüromitarbeiter, die nach kurzer Einschulung Wettscheine entgegennehmen und die vom Computer errechneten Gewinnsummen auszahlen.

Rechtliche Unterschiede

Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten bestehen bei

  • den Kündigungsfristen und Kündigungsterminen,
  • den Gründen für eine vorzeitige Auflösung,
  • der Dauer der Entgeltfortzahlung im Krankenstand sowie
  • den Dienstverhinderungsgründen in der Person des Arbeitnehmers.

Beispiel (zu Kündigungsfristen):
Angestellte:
Die Kündigungsfristen sind im Angestelltengesetz geregelt. Für den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist mindestens 6 Wochen, für den Angestellten 1 Monat.

Arbeiter:
Die Kündigungsfristen sind in den Arbeiterkollektivverträgen geregelt und betragen je nach Branche zwischen 1 Tag (z.B. Baugewerbe) und 5 Monate (Industrie).

Vorsicht!
In vielen anderen Bereichen des Arbeitsrechts wie Abfertigung alt und Abfertigung neu, Urlaubsdauer, Arbeitszeitgesetz, Arbeitnehmerschutz, Arbeitsverfassung, etc. bestehen keine Unterschiede.

Hinweis für den Lohnverrechner!

In der Sozialversicherung sind Arbeiter in der Beitragsgruppe A1, Angestellte in der Beitragsgruppe D1 anzumelden. Darüber hinaus differiert auch die Beitragshöhe.  

Übernahme von Arbeitern ins Angestelltenverhältnis

Es ist rechtlich möglich, Arbeiter vertraglich in ein Angestelltenverhältnis zu übernehmen, um deren Rechtsstellung zu verbessern.

Bei einer vollen Übernahme wird neben der Übernahme in das Angestelltenverhältnis auch die Anwendung des Angestellten-Kollektivvertrages und seiner Gehaltsordnung vereinbart.

Bei einer teilweisen Übernahme wird nur die Anwendung des Angestelltengesetzes oder von Teilen davon vertraglich vereinbart. In diesem Fall bleibt der Arbeitnehmer betriebsverfassungsrechtlich Arbeiter, sodass für die Entlohnung weiterhin der Arbeiterkollektivvertrag gilt.


Tipp!

Die Übernahme von Arbeitern in ein Angestelltenverhältnis sollte wegen der damit verbundenen längeren Kündigungsfristen und der für die Betriebe ungünstigeren Regeln der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wohlüberlegt sein.  

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