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Kündigungsfristen von Angestellten und Arbeitern

Definition - Arbeitgeberkündigung - Arbeitnehmerkündigung

Stand:

Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum, der zwischen dem Ausspruch der Kündigung und dem beabsichtigten Ende des Arbeitsverhältnisses (Kündigungstermin) liegen muss. Die Kündigungsfrist beginnt mit dem Zugang folgenden Tag zu laufen (ab 00.00 Uhr).

Während der Kündigungsfrist ist das Arbeitsverhältnis aufrecht und es trifft den Arbeitnehmer weiterhin die Arbeitspflicht und den Arbeitgeber die Entgeltpflicht. 

Vorsicht!

Wird das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfrist gelöst, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Kündigungsentschädigung. Das bedeutet, der Arbeitnehmer erhält das Entgelt bis zu jenem Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis unter ordnungsgemäßer Einhaltung der Kündigungsfrist geendet hätte.

Bezüglich der Dauer der Kündigunsfrist bestehen für Arbeiter und Angestellte unterschiedliche Regelungen.  

Kündigungsfristen bei Angestellten 

Die Kündigungsfristen für Angestellte ergeben sich aus den Bestimmungen des Angestelltengesetzes (AngG), sofern der Kollektivvertrag nichts anderes regelt.  

Kündigung durch den Arbeitgeber 

Die vom Arbeitgeber einzuhaltende Kündigungsfrist verlängert sich entsprechend der Dauer der Dienstzugehörigkeit des Angestellten. 

Der Arbeitgeber kann demnach unter Einhaltung nachstehender Kündigungsfristen das Arbeitsverhältnis beenden:  

im 1. und 2. Dienstjahr 6 Wochen
ab dem 3. Dienstjahr 2 Monate
ab dem 6. Dienstjahr 3 Monate
ab dem 16. Dienstjahr 4 Monate
ab dem 26. Dienstjahr 5 Monate
         

Beispiel 1:

 

Ein Angestellter ist seit 1.2. im Betrieb tätig. Im Dienstvertrag wird auf die Kündigungstermine des AngG verwiesen. Anfang Juli (nach 5 Monaten) beschließt der Arbeitgeber das Dienstverhältnis so bald als möglich zu beenden.

 

Da im Dienstvertrag die Kündigungstermine zum 15. und Letzten eines Monats nicht ausbedungen wurden, kann die Kündigung des Arbeitnehmers nur zum Quartal (31.3., 30.6., 30.9. und 31.12.) erfolgen. Folgedessen muss der Arbeitgeber die Kündigung spätestens 6 Wochen vor dem 30.9., also spätestens am 19.8., aussprechen.


Vorsicht! 

Die Kündigungsbestimmungen des AngG gelten nur, wenn die vereinbarte oder tatsächlich geleistete monatliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers mindestens ein Fünftel des 4,3-fachen der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen wöchentlichen Normalarbeitszeit beträgt.

Für teilzeitbeschäftigte Angestellte, die weniger als ein Fünftel der konkreten Normalarbeitszeit erbringen, gelten die Kündigungsbestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Die Kündigungsfrist beträgt grundsätzlich 14 Tage.  

Vorsicht! 

Handelt es sich jedoch um Dienste höherer Art, welche die Erwerbstätigkeit des Arbeitnehmers hauptsächlich in Anspruch nehmen und hat das Arbeitsverhältnis bereits 3 Monate gedauert, so gilt eine 4-wöchige Kündigungsfrist.

Kündigung durch den Angestellten  

Der Angestellte kann das Dienstverhältnis seinerseits unter Einhaltung einer 1-monatigen Kündigungsfrist zum Letzten eines jeden Kalendermonats lösen. Diese Kündigungsfrist kann durch eine Vereinbarung auf bis zu 6 Monate ausgedehnt werden. 

Vorsicht! 

In diesem Fall darf die Kündigungsfrist des Arbeitgebers keinesfalls kürzer sein als die des Arbeitnehmers.

Tipp! 

Bei der einvernehmlichen Auflösung kann der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses frei gewählt werden, sodass es keiner Einhaltung der Kündigungsfrist bedarf.

Kündigungsfristen bei Arbeitern 

Die Kündigungsfristen der Arbeiter ergeben sich aus den einzelnen Kollektivverträgen. In zahlreichen Kollektivverträgen ist die Dauer der Kündigungsfrist nach der Dienstzugehörigkeit des Arbeiters gestaffelt.  

In Branchen, in denen kein Kollektivvertrag zur Anwendung gelangt, kommt es auf die entsprechende Vereinbarung im Dienstvertrag an. Enthält auch der Arbeitsvertrag keine Regelung zur Kündigungsfrist, so kommt die Bestimmung der Gewerbeordnung (GewO) zur Anwendung, wonach eine 14-tägige Kündigungsfrist einzuhalten ist.


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