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Vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer

Voraussetzungen - Hacklerregelungen

 Voraussetzungen

Für einen Anspruch auf vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • entsprechendes Alter,
  • Erfüllung der Wartezeit,
  • lange Versicherungsdauer und
  • keine Pflichtversicherung.

Altersgrenze

Die Altersgrenze wird seit 1.7.2004 stufenweise von 56,5 auf 60 Lebensjahre bei Frauen bzw. von 61,5 auf 65 Lebensjahre bei Männern angehoben. Siehe dazu unsere Info "Stichtag für die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer“!

Wartezeit

Für eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer ist die Wartezeit erfüllt, wenn mindestens 240 Beitragsmonate der Pflichtversicherung oder mindestens 240 Versicherungsmonate innerhalb der letzten 360 Kalendermonate vor dem Stichtag erworben wurden.

Lange Versicherungsdauer

Am Stichtag müssen mindestens 420 Beitragsmonate der Pflichtversicherung (eine eingeschränkte Anrechnung von Monaten des Kinderbetreuungsgeldbezuges bzw. des Präsenz-/Zivildienstes ist möglich) oder 450 Versicherungsmonate vorliegen.

Anhebung der Mindestversicherungsdauer

Die Mindestanzahl der erforderlichen Versicherungs- bzw. Beitragsmonate wird erhöht. Die Anhebung erfolgt schrittweise von 2013 bis 2017 um 6 Monate/Jahr:

Stichtag im Jahr Versicherungsmonate Beitragsmonate der Pflichtversicherung
2013 456 Monate (=38 Jahre) 426 Monate (=35,5 Jahre)
2014 462 Monate (=38,5 Jahre) 432 Monate (=36 Jahre)
2015 468 Monate (=39 Jahre) 438 Monate (=36,5 Jahre)
2016 474 Monate (=39,5 Jahre) 444 Monate (=37 Jahre)
ab 2017 480 Monate (=40 Jahre) 450 Monate (=37,5 Jahre)

Personen, die die Anspruchsvoraussetzungen für eine vorzeitige Alterspension einmal erfüllt haben, bleibt der Anspruch bei einem späteren Pensionsantritt gewahrt.

Hacklerregelungen bis Jahrgang 1958 (Frauen) und 1953 (Männer)

Für vor dem 1.1.1959 geborene Frauen und vor dem 1.1.1954 geborene Männer ist eine Sonderregelung vorgesehen:

Wenn und sobald die Versicherte 480 Beitragsmonate bzw. der Versicherte 540 Beitragsmonate erworben hat, gilt als frühestes Antrittsalter für die vorzeitige Alterspension weiterhin das 55. Lebensjahr bei Frauen bzw. das 60. Lebensjahr bei Männern. Siehe dazu unsere Info "Hacklerregelungen bis Jahrgang 1958/1953“!

Hacklerregelungen ab Jahrgang 1959 (Frauen) und 1954 (Männer)

Für nach dem 31.12.1953 geborene Männer gilt als frühestes Antrittsalter das 62. Lebensjahr. Für nach dem 31.12.1958 geborene Frauen werden das Antrittsalter sowie die Mindestversicherungszeit in Etappen auf 62 Lebensjahre und auf 540 Beitragsmonate angehoben.

Siehe dazu auch unser Infoblatt "Hacklerregelungen ab Jahrgang 1959/1954“!

Keine Pflichtversicherung

Es darf keine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung nach Allgemeinem Sozialversicherungsgesetz (ASVG) oder Gewerblichem Sozialversicherungsgesetz (GSVG) bestehen. Lediglich eine Pflichtversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) ist bei einer bäuerlichen Tätigkeit mit einem Einheitswert des land(forst)wirtschaftlichen Betriebes bis € 2.400,-- pensionsunschädlich.

Auch der Bezug einer Urlaubsersatzleistung oder einer Kündigungsentschädigung aus einem Dienstverhältnis steht einer Pensionszuerkennung entgegen.

Tipp!

Die Ausübung einer unselbständigen Beschäftigung bzw. einer nicht versicherungspflichtigen selbständigen Erwerbstätigkeit ist erlaubt, wenn die Einkünfte daraus die ASVG-Geringfügigkeitsgrenze von monatlich € 425,70 (2017) nicht übersteigen. Für öffentliche Mandatare besteht seit 1. Juli 2011 bei Einkünften aus ihrer politischen Funktion eine Freigrenze.

Normale Alterspension

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres bei Frauen bzw. des 65. Lebensjahres bei Männern geht die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer automatisch in eine normale Alterspension über.

Tipp!

Sofern die jeweilige Altersgrenze nicht erreicht ist, besteht bei Vorliegen von gesundheitlichen Beschwerden die Möglichkeit, eine Erwerbsunfähigkeitspension zu beantragen. In der gewerblichen Sozialversicherung gibt es auch die Möglichkeit, einen Antrag auf Feststellung der Erwerbsunfähigkeit zu stellen. Gebührt keine Erwerbsunfähigkeitspension, empfiehlt sich die Prüfung, ob eventuell aus einer unselbständigen Tätigkeit ein Anspruch auf Arbeitslosengeld gegeben ist. 

 

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