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Im Nebenberuf Unternehmer – FAQ

Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Wann spricht man davon, dass ein Unternehmer nebenberuflich tätig ist?

Vor allem zu Beginn der unternehmerischen Tätigkeit haben viele neue Unternehmer (insbesondere Ein-Personen-Unternehmen) auch Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit. Da in dieser Startphase oftmals die unselbstständige Tätigkeit überwiegt, sollen hier Fragen zur nebenberuflichen unternehmerischen Tätigkeit beantwortet werden.

2. Wann besteht Steuererklärungspflicht in der Einkommensteuer?

Eine Erklärungspflicht besteht dann, wenn das gesamte Jahreseinkommen, in dem auch lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten sind, mehr als € 12.000,-- beträgt und die nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünfte den Betrag von € 730,-- übersteigen. Werden nur Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, so besteht bei einem Einnahmen-Ausgaben-Rechner die Erklärungspflicht bereits, wenn das Einkommen € 11.000,-- überschreitet. Darüber hinaus hat das Finanzamt jederzeit die Möglichkeit die Abgabe einer Steuererklärung zu verlangen.

3. Unterliegen die Einkünfte aus der nebenberuflichen unternehmerischen Tätigkeit besonderen Steuersätzen? 

Bei der Ermittlung des Einkommensteuertarifs werden alle Einkunftsarten sowohl aus unselbstständigen als auch gewerblichen Tätigkeiten zusammengerechnet. Dies bedeutet, dass der Grenzbetrag für die Einkommensteuerfreiheit von € 11.000,-- nur einmal für das Gesamteinkommen zur Anwendung gelangt. Steuerpflicht für die nebenberufliche Tätigkeit tritt ein, wenn die Einkünfte daraus (neben den lohnsteuerpflichtigen Einkünften) über € 730,-- liegen. Für den Unternehmer im Nebenberuf bedeutet dies, dass er ab der Veranlagung 2016 je nach Höhe des Einkommens aus der unselbstständigen Tätigkeit mit einem Grenzsteuersatz von 25 % bei einem Gesamteinkommen von € 11.000,-- bis € 18.000,--, von 35 % bei einem Gesamteinkommen von € 18.000,-- bis € 31.000,--, von 42% bei einem Gesamteinkommen von € 31.000 bis € 60.000,--, von 48% bei einem Gesamteinkommen von € 60.000,-- bis zu € 90.000,-- sowie mit einem 50%igen Grenzsteuersatz bei einem Gesamteinkommen von über € 90.000,-- rechnen muss. Für Einkommensteile über eine Million Euro beträgt der Steuersatz in den Kalenderjahren 2016 bis 2010 55 %. 

4. Kann die nebenberufliche unternehmerische Tätigkeit auch als Liebhaberei gewertet werden?

Die Absicht des Steuerpflichtigen einen Gesamtgewinn zu erzielen, muss auch aus dieser nebenberuflichen Tätigkeit erkennbar sein. Sollte eine solche Gewinnerzielungsabsicht auf längere Zeit nicht angenommen werden können, so fällt die gesamte gewerbliche Tätigkeit unter den Begriff „Liebhaberei“. Dies führt dazu, dass die Verluste aus dieser Tätigkeit steuerlich unberücksichtigt bleiben. Nähere Details dazu entnehmen Sie dem Infoblatt „Liebhaberei im Steuerrecht“.

5. Können Ausbildungskosten steuerlich berücksichtigt werden?

Schon vor der eigentlichen Eröffnung des Betriebes können Ausbildungskosten zur Erlangung einer neuen Einkunftsquelle Werbungskosten darstellen. Solche Kosten sind bei der Arbeitnehmerveranlagung in jenem Jahr zu berücksichtigen, in dem sie anfallen. Allerdings werden hier oftmals Nachweise verlangt, die darlegen sollen, dass die getätigten Aufwendungen aus Sicht des zu veranlagenden Jahres tatsächlich künftiges Steuersubstrat darstellen.

6. Unterliegt die im Nebenberuf ausgeübte Tätigkeit der Umsatzsteuer?

Werden bei der unternehmerischen Tätigkeit Umsätze von nicht mehr als € 30.000,-- im Kalenderjahr erzielt, so ist der Unternehmer als Kleinunternehmer unecht umsatzsteuerbefreit. Es ist keine Umsatzsteuer auf den Ausgangsrechnungen des Unternehmers auszuweisen und an das Finanzamt abzuführen; allerdings besteht auch kein Vorsteuerabzug. Es kann jedoch auf die Regelbesteuerung optiert werden. Diese Überlegung betreffend die Option auf die Regelbesteuerung könnte auch bereits hinsichtlich der vorweggenommenen Betriebsausgaben (Vorbereitungsaufwendungen) zwecks Erlangung des Vorsteuerabzuges angestellt werden. Nähere Details dazu sind dem Infoblatt „Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer)“ zu entnehmen.

7. Muss die im Nebenberuf ausgeübte gewerbliche Tätigkeit dem Finanzamt gemeldet werden?

Nach der Gewerbeanmeldung  bzw. der Aufnahme der betrieblichen Tätigkeit hat der Gründer die Betriebseröffnung auch dem zuständigen Finanzamt zu melden. Dazu ist für Einzelunternehmen ein Fragebogen für natürliche Personen (Verf 24) auszufüllen. Zu diesem Fragebogen gibt es ein eigenes Infoblatt mit der Bezeichnung „Fragebogen des Finanzamtes zur Betriebseröffnung“.

8. Wird eine neue Steuernummer vergeben?

Eine bereits bestehende Steuernummer beim Finanzamt – diese wurde in der Regel bereits erteilt, auch wenn lediglich Arbeitnehmerveranlagungen durchgeführt wurden – bleibt weiterhin bestehen. Es wird keine eigene neue Steuernummer erteilt. 

9. Wo gibt es weitere Informationen?

 Weiterführende Informationen bieten die Infoblätter und Broschüren „Im Nebenberuf Unternehmer“, „Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer)“ sowie „Steuerinformation für Betriebsgründer“.

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