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Werbeabgabe

Die wichtigsten Tatbestände, Höhe und Entrichtung

Das bundeseinheitliche Werbeabgabegesetz ist per 1.6.2000 als Abgabe für Werbeleistungen in Printmedien in TV und Hörfunk sowie im Bereich der Außenwerbung in Kraft getreten und hat damit die Anzeigen- und Ankündigungsabgaben der Länder und Gemeinden ersetzt.

Was unterliegt der Werbeabgabe?

Der Werbeabgabe unterliegen Werbeleistungen, soweit sie im Inland gegen Entgelt erbracht werden.

Es braucht also grundsätzlich 3 Voraussetzungen, damit eine Werbeabgabepflicht entsteht: Es muss eine Werbeleistung vorliegen, sie muss im Inland erbracht werden und sie muss entgeltlich sein.

Werbeleistungen sind

  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Druckwerken im Sinne des Mediengesetzes. Darunter fällt auch die Direktwerbung, also die Verteilung von Prospekten und alle Raumanzeigen unabhängig vom Inhalt. Nicht darunter fallen weiterhin die persönlich adressierten Mailings, die Werbung im Internet oder „Eigenwerbung“ (z.B. einer Zeitung in der Zeitung selbst), Wortanzeigen im Fließtext, Veröffentlichungen entsprechend gesetzlicher oder gerichtlicher Verpflichtungen, Traueranzeigen, Geburtsanzeigen, Hochzeiten etc.
  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Hörfunk und Fernsehen. Diese kann erfolgen: Im Zuge eines geschlossenen Werbeblocks, als Werbung gekennzeichnete Zwischeneinschaltungen, als Einschub während anderer Sendeleistungen, als Teil einer Sendung (Werbeleistung ist mit 70% der Gesamtleistung zu bewerten) oder im Wege einer Patronanzsendung (Werbeleistung im Fernsehen ist mit 10% und im Hörfunk mit 15% zu bewerten).
  • Die Duldung der Benützung von Flächen und Räumen zur Verbreitung von Werbebotschaften. Es handelt sich dabei um Werbeleistungen, die in jeglicher Nutzung von Flächen und Räumen jeder Art bestehen. Zu den "Flächen jeder Art" zählen insbesondere Gebäudeflächen, Plakatständer und sonstige Textilflächen wie z.B. Fahnen und Transparente. Unter "jegliche Nutzung" fällt das Bekleben der Fläche, der Aufdruck auf der Fläche, das Montieren von Tafeln, die Projektion auf Flächen (Hintergrundprojektion wie z.B. beim Info-Screen, "An-die-Wand-Projektion") sowie das Aufstellen von entsprechenden Geräten auf Flächen.

Inland

Ein Inlandsbezug ist gegeben, wenn die Veröffentlichung bzw Verbreitung der Werbebotschaft im Inland erfolgt oder vom Ausland aus für Österreich bestimmt ist (z.B. TV- und Radio-Werbungen, die von ausländischen Sendern speziell für Österreich ausgestrahlt werden oder grenzüberschreitende Werbeleistungen mit jenem Teil, der in österreichischen Medien geschalten wird).

Entgelt

Entgelt ist der Wert der Gegenleistung, die der Werbeleister für die Werbeleistung in Rechnung stellt. Daher fallen auch "Tauschwerbung“ und Sachleistungen als Gegenleistung unter den Begriff der Entgeltlichkeit.

Was ist eine Werbeleistung - was ist keine Werbeleistung?

Wortanzeigen gelten nicht als Werbung im engeren Sinn und sind deshalb, unabhängig von ihrem Inhalt, von der Abgabenpflicht ausgenommen. Die Befreiung gilt für Stellen Wortanzeigen, ebenso wie für Immobilien- und KFZ-Wortanzeigen. 

Raumanzeigen, die nach der Fläche verrechnet werden, sind unabhängig von ihrem Inhalt jedenfalls als Werbung anzusehen, ausgenommen die Veröffentlichung erfolgt aufgrund einer gesetzlichen oder gerichtlichen Verpflichtung oder es handelt sich um Veröffent­lichungen in der höchstpersönlichen Sphäre (insbesondere Geburtsanzeigen, Hochzeitsanzeigen, Todesan­zeigen, nicht hingegen z.B. die Anzeige einer Kanzlei- oder Ordinationseröffnung, Stellenanzeigen).

Werbeleistungen im Internet

Online erbrachte Werbeleistungen unterliegen keiner Besteuerung. Die Werbung im Internet lässt sich weder dem Printbereich, noch dem Hörfunk, dem Fernsehen oder der Außenwerbung zuordnen. Somit besteht keine Werbeabgabe für E-Mail Werbung, Bannerwerbung, Wort- und Bildanzeigen oder Videoclips im Internet.

Achtung:
Ein Werbetreibender stellt einen Bildschirm oder einen Infoscreen in ein Schaufenster oder auf einen öffentlichen Platz und bringt dort werbliche Inhalte entgeltlich zur Darstellung. In diesem Fall steht nicht die oben geschilderte Online-Werbung im Vordergrund, sondern die elektronische Übertragung ist lediglich Hilfsmittel der Benutzung von Flächen und Räumen, was bei entgeltlicher Duldung eine Werbeabgabepflicht auslöst.

Prospektverteilung

Die Versendung von persönlich adressierten Werbematerial ist abgabenfrei, nicht aber die unadressierte Zusendung.

Im Detail ist dabei Folgendes vorgesehen:

  • Leistet der Werbeinteressent lediglich ein Entgelt für die Herstellung und übernimmt er die Veröffentlichung selbst, liegt keine steuerbare Werbeleistung vor.
  • Leistet der Werbeinteressent ein Entgelt für die Veröffentlichung, liegt ein steuerbarer Vorgang vor.
  • Für die Abgrenzung des Abgabenschuldners ist ausschlaggebend, ob auch die Verbreitung bzw. Veröffentlichung in Rechnung gestellt wurde. Es ist jenes Unternehmen Abgabenschuldner, das für die Veröffentlichung ein Entgelt verlangt.

Gemeinnützige Sportvereine

Grundsätzlich sind auch Vereine werbeabgabenpflichtig.

Ist der Veranstalter (Werbeleister) ein gemeinnütziger Sportverein, dann ist die vom Veranstalter veranlasste oder geduldete Werbung bei internationalen Sportgroßereignissen nicht werbeabgabepflichtig, weil davon auszugehen ist, dass sich die Werbeadressaten überwiegend im Ausland befinden. Diese Regelung gilt auch bei Veranstaltungen durch ausgegliederte Profibetriebe oder durch in eine Kapitalgesellschaft ausgegliederte Profibetriebe.

Bemessungsgrundlage und Höhe der Abgabe

Die Werbeabgabe beträgt 5 % der Bemessungsgrundlage.

Bemessungsgrundlage ist das Netto-Entgelt der Werbeleistung, also das "direkte" Entgelt für die Veröffentlichung der Werbeeinschaltung. Das auf Kreativ- und Produktionsleistungen im Vorfeld der Werbeeinschaltung entfallende Entgelt (Entgelt für Kreation und Produktion eines TV-Spots, eines Plakatsujets, eines Logos, etc.) ist nicht abgabenpflichtig.

Bei Tauschwerbung kann 20 % des offiziellen Anzeigentarifs und bei einer Sachleistung der Wert dieser Gegenleistung, maximal 50 % des offiziellen Anzeigentarifs, als Bemessungsgrundlage herangezogen werden.

Hinweis:
Die Werbeabgabe ist Teil der Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer. Durch dividieren des Nettobetrages (vor USt) durch 1,05 erhalte ich die Bemessungsgrundlage für die Werbeabgabe.

Wer hat die Werbeabgabe zu bezahlen?

Abgabenschuldner ist grundsätzlich der Werbeleister (z.B. das Medienunternehmen, das Privat-Radio, etc.), der Anspruch auf ein Entgelt für die Durchführung von Werbeleistungen im Sinne des Gesetzes hat. Hat der Werbeleister seinen Sitz im Ausland, haftet der inländische Auftraggeber, also im Regelfall die inländische Werbeagentur für die Abfuhr der Werbeabgabe.

Wann und an wen ist die Werbeabgabe zu bezahlen?

Der Abgabenanspruch entsteht - jeweils zum Ende des betreffenden Kalendermonats:

  • bei Werbung in Printmedien mit dem Erscheinen des Mediums,
  • bei Werbung in Hörfunk und Fernsehen mit der Veröffentlichung der einzelnen Werbeeinschaltungen,
  • im Bereich der Außenwerbung (bei Werbung auf Plakaten, Fahrzeugen und ähnlichem) mit dem erstmaligen Erscheinen der Werbebotschaft, d.h. mit dem Anbringen des Plakates, mit dem Anbringen des Werbeaufdruckes auf Fahrzeuge und ähnliches.

Die Höhe der Abgabe ist selbst zu berechnen und muss bis zum 15. des zweitfolgenden Monats nach Entstehen des Abgabenanspruchs an das für die Umsatzsteuer zuständige Finanzamt entrichtet werden. Nach Ablauf eines Jahres (Termin: 31. März des Folgejahres) ist eine Abgabenerklärung abzugeben. Die Frist kann über Antrag erstreckt werden.

Bagatellgrenzen

  • Es besteht keine Abgabepflicht, wenn die Werbeabgabe im Monat weniger als € 50,- beträgt
  • Es besteht keine Pflicht zur Jahreserklärung aber eine Entrichtungspflicht der Werbeabgaben, wenn die abgabenpflichtigen Entgelte weniger als € 10.000,- betragen oder die Werbeabgabe weniger als € 500,- beträgt
  • Diese Bagatellregelungen können für das Kalenderjahr, das Wirtschaftsjahr oder für das Rumpfwirtschaftsjahr gelten.
  • Liegen im gesamten Kalenderjahr die abgabenpflichtigen Entgelte unter € 10.000,-, ist die Abgabe einer Jahres-Abgabenerklärung nicht notwendig. Es gibt daher keinen Feststellungsbescheid des Finanzamtes. Überschreitet das abgabenpflichtige Entgelt in einem Monat € 1000,- fällt für diesen Monat die Werbeabgabe an.

Aufzeichnungspflichten

Der Abgabenschuldner, also der Werbeleister, muss folgenden Aufzeichnungen führen:

  • Aufzeichnungen über die durchgeführten Werbeleistungen
  • Aufzeichnungen über die Auftraggeber
  • Aufzeichnungen über die Grundlagen zur Berechnung der Werbeabgabe
Stand: