"Gebäude warten darauf, wachgeküsst zu werden"
Mit der Aktion "Wir beleben das Land" ziehen Land , WKO und Raiffeisen an einem Strang, um die Sanierung und Revitalisierung alter Bausubstanz voranzutreiben.
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Alter Bausubstanz neues Leben einhauchen: Das ist das erklärte Ziel der gemeinsamen Initiative von Land Steiermark, WKO Steiermark und Raiffeisen Steiermark unter dem Motto "Wir beleben das Land". Zahlreiche Innungen aus dem Bau- und baunahen Bereich sind bei der Aktion mit an Bord. Denn vor dem Hintergrund steigender Grundstückspreise, knapper Flächen und dem Wunsch nach nachhaltiger Entwicklung rücken bestehende Gebäude, historische Bausubstanz, traditionelle Handwerkskunst und Ortskerne wieder verstärkt in den Fokus. "Ortskerne wiederzubeleben, heißt sie als Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum wieder attraktiv zu machen", so die Verantwortlichen unisono. Statt weiter zu versiegeln, fällt die Entscheidung immer öfter Richtung Sanierung, Revitalisierung, Nachverdichtung und Wohnraumerweiterung. Und da kommen die regionalen Unternehmen ins Spiel, die mit traditioneller Handwerkskunst und ihrer Expertise die alte Bausubstanz wieder zeitgemäß "aufmöbeln".
Wie sich das in der Praxis gestaltet, zeigen zahlreiche Beispiele gelungener Revitalisierung im ganzen Land. In einem 140 Seiten starken Heft zum Thema werden aktuelle Projekte präsentiert, die in der Steiermark realisiert wurden – von Passail bis nach Oberwölz, von Wenigzell bis nach Stainz. Zudem wurde auch der neue Vergabeleitfaden präsentiert, schafft doch das neue Bundesvergabegesetz Anreize für regionale Aufträge. Nicht zuletzt wurde auch der neue digitale Förderrechner vorgestellt, der niederschwellig einen raschen Überblick über diverse Förderungsmöglichkeiten geben soll.
Historische Gebäude sind wertvolle Zeugnisse unseres kulturellen Erbes und prägen die Identität unserer Regionen. Mit Fachwissen, handwerklichem Können und einem verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen können wir sie für kommende Generationen erhalten und gleichzeitig neue Perspektiven für Wohnen, Arbeiten und Leben schaffen. Das Land Steiermark unterstützt diesen Weg mit gezielten Maßnahmen – von der Sanierungsförderung bis hin zu Programmen zur Stärkung unserer Ortskerne. Damit schaffen wir wichtige Voraussetzungen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung wertvoller Bauwerke.
Simone Schmiedtbauer
Wohnbaulandesrätin
In bestehenden Gebäuden, Ortskernen und handwerklichen Traditionen steckt enormes Potenzial für die Zukunft unserer Regionen. Sanierungen und Revitalisierungen schaffen Aufträge für regionale Betriebe, stärken das Handwerk und halten die Wertschöpfung dort, wo sie gebraucht wird. Besonders freut es mich, dass wir in diesem Zusammenhang auf einen handfesten politischen Erfolg verweisen können. Mit dem neuen Bundesvergabegesetz 2026 wurde eine langjährige WKO-Forderung Realität: Direktvergaben bei Bauaufträgen sind nun bis zu 200.000 Euro möglich, im nicht offenen Verfahren sogar bis zu zwei Millionen Euro. Das ist ein echter Heimvorteil. Damit dieser auch in der Vergabepraxis ankommt, hat die WKO Steiermark einen eigenen Vergabeleitfaden entwickelt, den wir nun in diese Initiative einbringen. Er zeigt, wie Gemeinden ihre Spielräume rechtssicher und KMU-gerecht nutzen können. Regionalität ist für uns kein Modewort, sondern ein wirtschaftspolitischer Auftrag.
Josef Herk
Präsident WKO Steiermark
Die Wohnfinanzierungen haben seit Jahresbeginn 2026 um rund 25 % zugelegt. Dabei wünschen sich Bankkunden Planungssicherheit und eine kompetente Begleitung. Förderungen sind dabei ein wichtiger Schlüssel, um Bauen, Sanieren und Revitalisieren leistbarer zu machen. Mit fit4förderung haben wir nun einen digitalen Förderrechner entwickelt, der aktuelle Wohnbau-Förderungen von Bund, Land und Gemeinden einfach, schnell und verständlich sichtbar macht. Dies kann tausende Euro an Investitionskosten sparen. So verbinden wir unsere Kompetenz als Nummer eins in der steirischen Wohn- und Förderberatung mit digitaler Innovation und leisten damit einen konkreten Mehrwert für nachhaltige Wohnprojekte in der Steiermark.
Martin Schaller
Generaldirektor RLB Steiermark
Erfolgreiche Regionalpolitik darf ländliche Räume nicht länger durch die urbane Brille betrachten. Einheitslösungen greifen hier zu kurz. Was wir brauchen, sind maßgeschneiderte, regional verankerte Konzepte, die den lokalen Gegebenheiten vor Ort tatsächlich gerecht werden. Das ist der einzige Weg, um die Identität, die Wirtschaftskraft und die Vielfalt unserer Regionen zukunftsfähig zu gestalten.
Josef Gasser
Landesinnung Bau
Altbau muss man mit Verstand und Verständnis betrachten, aber auch mit einem gewissen Gefühl und Respekt, wofür sie errichtet worden sind. Nur dann hat man Freude daran. Wir brauchen mutige Entscheidungen, mutige Bauherren und wir brauchen Handwerker.
Johann Reisenhofer
Landesinnung Bauhilfsgewerbe
Ortskerne dürfen nicht als Museum betrachtet werden; sie müssen weiterentwickelt werden, um Leerstand zu vermeiden. Bei der Nachverdichtung schafft unsere Branche mit Respekt vor der bestehenden Bausubstanz neue, nachhaltige und zeitgemäße Holzbaulösungen.
Reinhard Hansmann
Landesinnung Holzbau
Kalk erlebt aktuell ein Revival. Wir sind stolz darauf, diese Handwerkstradition weiterzutragen. Die historischen und dekorativen Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien zählen zum UNESCO-Kulturerbe Österreichs. Eine sehr gute Ausbildung ist essenziell!
Hannes Koudelka
Landesinnung Maler
Wie es in Gemeinden Menschen braucht, die das Zukunftsbild der Region gestalten, benötigt es im Dachgestaltungsbereich Handwerker mit Visionen und Fachwissen, die auch die alten Techniken noch beherrschen.
Helmut Schabauer
Landesinnung Dachdecker