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Markus Ritter, Kurt Maier, Corinna Engelhardt-Nowitzki und Horst Bischof
© Foto Fischer

"Graz muss strahlen"

Vertreter des Forschungsnetzes "innoregio styria" mahnen, dass die steirische Landeshauptstadt als Innovationsstandort zu wenig sichtbar sei.

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Aktualisiert am 06.07.2026

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten: So könnte man den Befund der Vertreter des Forschungsnetzes "innoregion styria" zum Innovationsstandort Graz zusammenfassen. Einerseits würden acht Hochschulen, rund 60.000 Studierende, eine starke industrielle Basis sowie international anerkannte Forschungseinrichtungen ein "einzigartiges Innovationsökosystem" bilden, in dem Wissenschaft, Technologie und Produktion eng zusammenarbeiten. "Dieses Potenzial muss aber international besser sichtbar gemacht werden", sind sich deren Vertreter Kurt Maier (Präsident IV Steiermark), Corinna Engelhardt-Nowitzki (Vorsitzende der steirischen Hochschulkonferenz und Rektorin der FH Joanneum), Horst Bischof (Rektor TU Graz) und Markus Ritter (Obmann Sparte Industrie in der WKO Steiermark) einig. "Von der neuen Stadtregierung wünschen wir uns dabei eine positive Haltung und proaktive Unterstützung", appellierten sie in Richtung Rathaus. 

Hidden Champion Graz weiterentwickeln

Doch zurück zum Licht: 30.000 Direktbeschäftigte werden in der Industrie in Graz verzeichnet. Rechnet man die indirekten Beschäftigten dazu, ist etwa jeder vierte Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt mit der Industrie verbunden. Und diese ist eng mit der Forschung verzahnt, die F&E-Quote ist mit acht Prozent deutlich über dem Schnitt (fünf Prozent). Über eine Milliarden Euro wird im Grazer Zentralraum in die Forschung gesteckt. "Graz ist nicht nur Tourismus- und Kulturstandort, sondern auch Innovationsstandort", möchte Maier ein Bewusstsein dafür schaffen. Auch Engelhardt-Nowitzki ist überzeugt davon, dass Graz trotz seiner Stärken unter seinen Möglichkeiten bleibt und als Standort zu wenig wahrgenommen wird: "Ziel muss sein, den Hidden Champion Graz weiterzuentwickeln. Graz muss strahlen."

Internationale High Potentials gewinnen

Ins selbe Horn stößt auch Bischof: "In Graz wird mit Hochdruck an den Batterien der Zukunft, Wasserstoff-Technologien, nachhaltiger Mobilität, Medikamentenforschung, Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz gearbeitet." Dafür müsse man top-qualifizierte Mitarbeiter und internationale Talente gewinnen. Die steirischen Hochschulen würden 1,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung generieren und 15.000 Arbeitsplätze sichern. Umso wichtiger sei nun eine entsprechende Positionierung von Graz als Innovationsstandort: "Je länger wir warten, desto mehr müssen wir aufholen", ist er überzeugt.

Das unterstreicht auch Markus Ritter: "Graz wächst stark, und die Strukturen müssen mitwachsen." Dazu gehöre auch, Innovationen über die Stadtgrenze hinaus zu denken, zählt doch der Grazer Zentralraum mittlerweile 520.000 Menschen. Hier sei es essentiell, die Infrastruktur entsprechend mitwachsen zu lassen. Ganz wichtig sei es auch, Genehmigungsverfahren künftig schnell und unbürokratisch abzuwickeln. "Komplexe Verfahren schrecken Investoren ab. Eine rasche Erledigung wäre hingegen ein echter Standortfaktor", schließt er.