Camping trifft hier auf Design
Vom Modefotograf zum Wohnwagen-Produzenten. Arne Pastoor setzt mit seinen Outdoor-Produkten auf Kreativität, Individualität und die Natur als Inspiration.
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Er war nach dem Design-Studium in Dortmund und London als Modefotograf in Helsinki, Kopenhagen, Kapstadt und Co. tätig – und entwickelt heute in der Südsteiermark innovative Camping-Lösungen. So könnte man Arne Pastoors Werdegang zusammenfassen. Und würde der Sache doch nicht ganz gerecht werden.
Denn wie kommt man von globalen Modefotoshootings für Magazin-Titelblätter an einen idyllischen Bauernhof in der Südsteiermark, wo Pastoor heute lebt? „Ich habe mich immer für das Leben outdoor interessiert“, erzählt er. Schon in Kopenhagen habe er daher in einem Camping-Truck gelebt. Mit seiner Partnerin suchte er später doch nach einem fixen Standort – und fand ihn auf besagtem Bauernhof. „Schnell war klar: Modefotografie in der Südsteiermark – das funktioniert nicht. Ich war aber auch durch damit.“
Nach einem Kroatien-Urlaub im Mietwohnwagen habe er sich dann gedacht: „Das muss besser gehen!“ Pastoor entschloss sich – ohne genaue Vorkenntnisse –, selbst einen Camper zu designen. Und machte sich auf die Suche nach einem regionalen Partner für die Serienproduktion. Diesen fand er in der Firma Posch in Leibnitz. „Sie waren sofort offen dafür, einen Prototyp zu bauen – obwohl ich kein Geld zu bieten hatte, nur eine verrückte Idee.“ Heraus kam ein individualisierbarer Faltcaravan mit durchdachtem Design – der erste „rausschwärmer“ war produziert, das gleichnamige Unternehmen 2016 offiziell geboren.
Ich will das, was mir wichtig ist, auch anderen emotional zugänglich machen: das Leben im Freien, mit Design und angenehmem Raumgefühl!

Arne Pastoor
Gründer rausschwärmer
Nach einigen Verbesserungen und einem ersten Corona-Dämpfer habe der drauffolgende Camping-Boom starken Aufwind gegeben: „Wir hatten bald zahlreiche Anfragen. Von deutschen Weingütern, die den rausschwärmer bei Events nutzen, bis zu internationalen Bands, die ihn auch als Bühne verwendet.“
Gleichzeitig entwickelte Pastoor weitere Outdoor-Konzepte – zwei brandneue wurden gerade erst auf seiner Website präsentiert. Darunter „onYon“ – ein innovatives Zelt-Konzept. „Dabei habe ich mich am Skelett eines Seeigels orientiert. Durch diese Form ist der onYon extrem stabil“, erzählt der Unternehmer. Neu ist außerdem das Konzept „Verschneck“. Rund um eine eigens entwickelte Couch – die sich auch im onYon findet – entsteht ein an ein Schneckenhaus angelehntes Zelt. Stabil – „und alles in allem in zwei Minuten aufgebaut“, so Pastoor: „Es kann als flexibler Van-Ausbau genutzt werden, besonders richte ich mich damit aber an die Beherbergungsbranche.“ Künftig soll hierauf ein Fokus liegen.
QUERGEFRAGT
Was ist Ihre Vision?
Pastoor: Outdoor und Design neu zu verbinden.
Was sind die größten Herausforderungen?
Die in Österreich massiv gestiegenen Kosten.
Wo findet man Ihre Kunden?
Großteils im Ausland – Deutschland, Benelux und Co.