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Gernot Mischinger, Antonia und Orell sowie  Alfred Lenz stehen vor dem Stromspeicher
© Orell

E-Autos werden bei Orell ab jetzt mit Sonnenstrom geladen

Keine E-Ladestationen, weil das Stromnetz nicht mitspielt: Damit wollte sich die Tankstelle Orell nicht abfinden und setzt auf eine Innovation.

Lesedauer: 1 Minute

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Aktualisiert am 13.07.2026

Mit der Idee, Ladestationen für E-Autos zu installieren, liebäugelte  Antonia Orell schon seit längerem. Vor zweieinhalb Jahren hat die heute 26-Jährige die Tankstelle in Heimschuh übernommen. Wie viele andere Tankstellenbetreiber im Land sieht auch sie sich in der Südsteiermark mit Herausforderungen konfrontiert. „Heimschuh ist ein kleiner Ort. Für die Menschen hier sind wir so eine Art Dorfwohnzimmer. Unsere Stammkunden kommen  noch immer regelmäßig, aber wir spüren, dass vor allem der Tankstopp im Berufsverkehr nachlässt. Immerhin haben viele Firmen ihre Flotten auf E-Fahrzeuge umgestellt. Zugleich fehlt es aber an allen Ecken und Enden an Ladeinfrastruktur“, erzählt Orell. 

Hoher Stromverbrauch, steigende Kosten

Um dem etwas entgegenzusetzen, wollte die Jungunternehmerin die Shell-Tankstelle Orell, die seit 65 Jahren in Familienbesitz ist, um Ladestationen erweitern. Der Haken: Mit der derzeitigen Anbindung ans Stromnetz sei das nicht möglich gewesen. „Die Netze spielten nicht mit. Die Investitionen wären einfach zu hoch gewesen. Zugleich ist unser Stromverbrauch durch die Waschanlage oder auch den Shop generell hoch und die Strompreise steigen“, erzählt Orell. 

Eine nachhaltige Lösung musste also her. Und so kam Gernot Mischinger ins Spiel. Der Unternehmer betreibt in Heimschuh ein Ingenieurbüro für Elektrotechnik und entwickelte für Orell eine innovative Lösung, die auf einer erweiterten PV-Anlage samt Stromspeicher fußt. Letzterer hat eine Kapazität von 215 Kilowattstunden und wurde mit einem KI-gesteuerten Energiemanagement-System kombiniert. Energie, die nicht benötigt wird, wird einfach gespeichert und geht nicht verloren. In den nächsten Wochen sollen zwei Ladepunkte für E-Autos dazukommen. Die Lösung sei derzeit so konzipiert, dass zwei E-Autos innerhalb einer Stunde mit Sonnenstrom voll aufgeladen werden können. 

PV-Anlagen am Dach des Carports
© Mischinger Die PV-Anlagen wurden auf den neuen Carports montiert.

Praktischer Nebeneffekt: Die PV-Anlage wurde hinter der Tankstelle auf dem neu gebauten Carport montiert. „Es war mir wichtig, dass wir keine zusätzlichen Flächen für die PV-Anlagen versiegeln.  Auch wir in Heimschuh haben in der Vergangenheit mit Hochwasser zu kämpfen gehabt. Zugleich war der Parkplatz im Sommer immer sehr heiß. Mit dem neuen Carport, der Platz für 17 Autos bietet, sorgen wir nun für Beschattung und für Sonnenstrom“, freut sich Orell. 

Das Ziel sei es, im Sommer durch die Solarmodule energieautark zu werden und im Winter gut über die Runden zu kommen. Die Investitionssumme für die Kollektoren beläuft sich auf über 200.000 Euro. In höchstens zehn Jahren soll sich das Projekt amortisiert  haben.