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Martha Schulz und Josef Herk: Besuch eines Unternehmens der Holzindustrie, Murau
© Lugger

Murauer Betriebe sprechen Klartext

Fachkräfte, Kosten, Büro-kratie: WKO-Spitze bekam bei ihren Betriebsbesuchen in Murau klare Botschaften mit nach Wien und Graz.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 26.03.2026

Zum ersten Mal als WKÖ-Präsidentin besuchte Martha Schultz die Steiermark – und zwar dort, wo Unternehmertum täglich gelebt wird. Gemeinsam mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk machte sie Station bei fünf Murauer Betrieben: Thoma Holz, EM Möbel, Hotel Rosenhof, Waffen Gruber und Murauer Brauerei.

Schultz betonte, dass solche Betriebsbesuche für sie als Präsidentin unverzichtbar seien: Nur wer die Realität der Unternehmerinnen und Unternehmer aus nächster Nähe kenne, könne als glaubwürdige Stimme auftreten. Herk schloss sich dem an: „Unsere Betriebe brauchen starke Stimmen, die ihre Anliegen konsequent und klar nach Graz und Wien weitertragen.“  

Die Botschaften aus dem Bezirk waren unmissverständlich: Fachkräftemangel bleibt trotz konjunktureller Herausforderungen ein akutes Problem – gerade in Regionen, wo Betriebe schlicht keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber finden. Dazu kommt die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die im ländlichen Raum oft noch schwieriger zu lösen ist als in der Stadt. Und natürlich: die Kosten. Bürokratie, Lohnnebenkosten, Energie – drei Begriffe, die in nahezu jedem Gespräch fielen. Wie teuer Verwaltungsaufgaben wirklich sind, zeigt eine aktuelle Berechnung der KMU Forschung Austria (siehe die neue Bürokratie-Plattform): 39 Millionen Arbeitsstunden, 2,2 Milliarden Euro Kosten – das sind allein die Zahlen für die Steiermark. Ein-Personen-Unternehmen verlieren im Schnitt mehr als sechs Wochen Arbeitszeit jährlich. Herk machte deutlich, dass das schlicht kein hinnehmbarer Zustand sei. Schultz bekräftigte, dass die WKÖ ein zweites Entbürokratisierungspaket einfordere – mit höherer Umsatzsteuerschwelle, weniger Doppelmeldungen und konsequent keinem Gold Plating bei EU-Richtlinien. Die Eindrücke aus Murau liefern dafür frischen Rückenwind. Schultz versprach, sie mit nach Wien zu nehmen, Herk nach Graz – mit dem klaren Auftrag, die Stimme der Wirtschaft laut und deutlich hörbar zu machen.

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