So sicher ist die steirische Versorgung
Mit der Ardo-Schließung wackelt die Tiefkühlproduktion im Marchfeld. Wie sich die Lage steirischer Produzenten darstellt.
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Das Marchfeld ist so etwas wie die Gemüsekammer Österreichs: Von den 730.000 Tonnen Gemüse, die in Österreich produziert werden, stammen aktuell 60 Prozent aus Niederösterreich. Doch nun stehen große Teile der heimischen Tiefkühl-Produktion auf dem Spiel, hat doch der belgische Ardo-Konzern mit kommendem Jahr die Werksschließung in Groß-Enzersdorf angekündigt: Hunderte Bauern bangen um ihre Existenz, mehr als 200 Mitarbeiter um ihre Jobs. Doch wie schaut die Situation in der Steiermark aus? Wir haben mit Johannes Eregger, dem Vorsitzenden der Fachvertretung der steirischen Lebensmittelindustrie, über die Rahmenbedingungen für die 68 Betriebe in der steirischen Lebensmittelindustrie gesprochen, die aktuell 3.290 Mitarbeiter beschäftigen.
„Auch in der Steiermark ist die Situation nicht einfach“, gesteht er ein. „Die gestiegenen Energie-, Personal- und Rohstoffpreise sind echte Kostentreiber.“ Doch das sei nicht alles: „Wir gehen davon aus, dass wegen der heurigen Ernteausfälle die Preise weiter steigen werden. Auf der anderen Seite hat sich das Kaufverhalten verändert, die Leute schauen viel mehr auf den Preis.“ Unterm Strich, so Eregger, sei es für die Lebensmittelindustrie aber essentiell, „die Kosten im Griff zu haben“. Trotz der Herausforderungen sieht er derzeit aber die Versorgungssicherheit nicht gefährdet.
Wir gehen davon aus, dass wegen der heurigen Ernteausfälle die Preise weiter steigen werden. Auf der anderen Seite hat sich das Kaufverhalten verändert, die Leute schauen viel mehr auf den Preis.

Johannes Eregger
Vorsitzender der Fachvertretung der steirischen Lebensmittelindustrie
Zu den großen Playern in der Branche zählt Landena in Stainach-Pürgg: Rund 700 Produkte – Tiefkühlkost, Konserven, Glasprodukte und Snacks – werden im Ennstaler Betrieb mit 500 Mitarbeitern für diverse Handelsmarken hergestellt. „Als langjähriger Produzent sind wir mit den Anforderungen im B2B-Bereich gut vertraut“, sagt Geschäftsführer Martin Würfel. Aktuell sehe er „keine speziellen Herausforderungen, die über die üblichen Anforderungen des Produktionsalltags hinausgehen“. Zuletzt hat das Unternehmen 126 Millionen Euro umgesetzt.