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Robert Mörth steht in der Mitte des Bildes. Um ihm herum sind drei Hände zu sehen, die Fancy by Nature-Packungen halten.
© Fancy by Nature

Von Vietnam zum Fermentations-Hit

Nach 25 Jahren als Werber kam Robert Mörth auf Reisen die Idee, mit fermentierten Früchten selbst durchzustarten. Dafür forschte er mit der TU Graz.

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Aktualisiert am 01.06.2026

Kimchi, Kombucha oder doch das klassische Sauerkraut? Fermentation zählt aktuell zu den heißesten Kulinarik-Trends – nicht umsonst fand erst Ende April der erste Österreichische Bundeskongress für Fermentation in der Südsteiermark statt. „Dieser Trend wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, das zeigen uns Studien. Auch wenn es schon viele Produkte gibt, stehen wir erst am Beginn“, ist Robert Mörth überzeugt. Er hat mit seinem Unternehmen „Fancy by Nature“ die Zeichen der Zeit erkannt und mit fermentierten Bio-Früchten einen gesunden Snack auf den Markt gebracht – auf Basis traditioneller vietnamesischer Kochkunst.

Eigentlich war alles Zufall: „Im Zuge einer Reise nach Vietnam bin ich auf fermentierte Früchte gestoßen – und sie haben mich nicht mehr losgelassen“, erzählt Mörth. Nach rund 25 Jahren als Leiter einer Werbeagentur – mit Kunden von Lagerhaus bis Rekord-Fenster – sei ihm klar geworden: „Ich will nicht nur andere Marken groß machen, ich will das auch für mich selbst machen!“ Schnell habe er einen Markt in Österreich erkannt – stellte aber rasch fest, dass eine reine Kopie der vietnamesischen Methode nicht ausreicht. „Ich habe mich dann an die TU Graz gewandt, wir haben lange geforscht – und schließlich einen eigenen Ofen entwickelt. Für einen richtigen Fermentationsprozess, der gleichbleibende Qualität und lange Haltbarkeit garantiert.“ 

Produktion von Fancy by Nature
© Fancy by Nature Robert Mörth (r.) und sein fünfköpfiges Team produzieren aktuell in St. Josef.

Seit vergangenem Jahr wird in St. Josef in der Weststeiermark produziert, aktuell sind es wöchentlich schon rund 5.000 Snack-Packungen. „Und wir denken bereits an Skalierung“, so Mörth. Denn die Nachfrage sei groß. Zurzeit laufen – zusätzlich zum eigenen Online-Shop – Testphasen bei Billa in Österreich sowie bei Rewe oder Kaufland in Deutschland, der Müller-Drogerie und zahlreichen weiteren Marken. „Bis zum Sommer wollen wir schon um die 30.000 Pouches in der Woche produzieren“, erzählt Mörth. 

Das Interesse, trotz der auf den ersten Blick oft abschreckenden schwarzen Farbe der Früchte, überrascht Mörth nicht: „Neben Fermentation wird laut Experten auch das Thema Ballaststoffe künftig an Bedeutung gewinnen. Wir spielen zufällig in beide Bereiche hinein.“ 

Das Sortiment – aktuell sieben verschiedene Früchte, mit Zartbitterschokolade oder ohne – soll bald ausgeweitet werden. „Es sind einige Produkte in der Entwicklung. Und wir arbeiten auch daran, den Fruchtsaft, der bei der Fermentation freigesetzt wird, künftig zu verwerten.“ Ganz im Sinne des Namens will man nutzen, was die Natur zu bieten hat. Eben „fancy by nature“