Wenn Sicherheit zum Standortfaktor wird
Das 36. Raiffeisen-Konjunkturgespräch stand im Zeichen von geopolitischen Unsicherheiten – und möglichen Antworten.
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Längst ist das Raiffeisen-Konjunkturgespräch zum Garanten für eine hohe Promi-Dichte geworden. So auch heuer wieder: Hausherr und RLB-Generaldirektor Martin Schaller konnte im gut besuchten Raiffeisen-Headquarter in Raaba-Grambach bei der 36. Auflage des Formats wieder Spitzenvertreter der heimischen Leitbetriebe sowie zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Medien begrüßen.
„Wir erleben tektonische Verschiebungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Weltpolitik“, sagte er mit Blick auf die geopolitischen Krisenherde. „Das spüren vor allem auch heimische Unternehmen. Entscheidungen werden schwieriger, Unsicherheiten größer und der Druck auf die Betriebe steigt.“ Allerdings schaffe Abschottung keine Sicherheit.
In bewährter Weise referierte IV-Chefökonom Christian Helmenstein – und beleuchtete die Bedeutung von wirtschaftlicher Resilienz, Standortqualität und strategischer Handlungsfähigkeit. Der Jahresauftakt sei konjunkturell positiv verlaufen, mit realistischen Chancen auf ein Wachstum von über einem Prozent in Österreich. „Die jüngsten geopolitischen Eskalationen bremsen diese Entwicklung zwar ein, dennoch bleibt der konjunkturelle Grundton leicht expansiv.“ Für Österreich gehe es darum, „neue Exportchancen zu nutzen und weitere Wohlstandsverluste nicht durch höhere Staatsverschuldung, steigende Zinsen oder zusätzliche Belastungen für Unternehmen zu riskieren“.
Wir erleben tektonische Verschiebungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Weltpolitik. Das spüren auch die heimischen Betriebe.
Martin Schaller
RLB Steiermark
Das Thema Sicherheit stand beim Expertendialog im Mittelpunkt: Pankl-CEO Wolfgang Plasser, Sicherheitsexpertin Vellina Tchakarova und Rüstungsdirektor Harald Vodosek diskutierten die Auswirkungen veränderter geopolitischer Rahmenbedingungen. Dabei pochte Plasser auf mehr Handlungsspielraum für Unternehmen: „Die Neutralität wird viel zu streng ausgelegt. Wünschenswert wäre eine Ausweitung des EU-Binnenmarkts auf den Verteidigungsbereich.“ Tchakarova sprach von einem systemischen Bruch der Weltordnung: „In der neuen Realität agieren Unternehmen wie Staatsakteure“, sagte sie. Wirtschafts-, Rohstoff- und Energiepolitik seien nun zur Sicherheitspolitik geworden.