WKO-Nachhaltigkeitstag: Klima- und Unternehmenserfolg gehören zusammen
Klima- und Umweltschutz sowie wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nicht aus. Das beides geht, bewies der WKO-Nachhaltigkeitstag.
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Die steirische Wirtschaft steht unter Druck: hohe Energiepreise, zunehmende Berichtspflichten aus Brüssel und globale Wettbewerber, die immer schneller auf Klimarisiken reagieren. Was für viele Unternehmen nach zusätzlicher Belastung klingt, wurde beim Nachhaltigkeitstag der WKO Steiermark als handfeste Chance sichtbar. Einen Nachmittag lang drehte sich alles darum, wie Ressourceneffizienz, Klimaschutz und neue Geschäftsmodelle konkret zur Stärkung von Umsatz, Export und Beschäftigung beitragen können.
Zum Auftakt machte die fürs Thema Nachhaltigkeit in der WKO zuständige Vizepräsidentin Gabi Lechner deutlich, dass die Steiermark mit ihrer starken Industrie, ihren innovativen KMU und einem dynamischen Dienstleistungssektor beste Voraussetzungen hat, nachhaltiges Wirtschaften zum Standortvorteil zu machen. „Wer heute in Effizienz, Klimaschutz und faire Wertschöpfung investiert, sichert sich morgen Märkte, Fachkräfte und Finanzierung. Nachhaltigkeit und Wirtschaft stehen nicht gegeneinander – sie sind ein gegenseitiger Gewinn, wenn wir sie mit unternehmerischem Blick denken“, betonte Lechner.
Wie Klimadaten über Aufträge entscheiden
Im Mittelpunkt des Nachmittags standen praxisnahe Beispiele und der offene Austausch. In einem Best-Practice-Dialog berichteten steirische Betriebe aus unterschiedlichen Branchen, wie sie ihre Geschäftsmodelle auf Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und verantwortungsvolle Lieferketten ausrichten – und damit Kosten senken, Innovationen vorantreiben und neue Kundengruppen gewinnen.
Der renommierte Energieexperte Karl Rose beleuchtete in seinem Impuls „Wirtschaftlichkeit einer nachhaltigen Zukunft“, warum sich frühes Handeln rechnet und wie Unternehmen ihre Entscheidungen an langfristigen Trends ausrichten können. Besonders stark nachgefragt waren die fünf Breakout-Sessions, in denen gezielt in Themen wie Product Carbon Footprint, neue Pflichten in der Nachhaltigkeitskommunikation, gemeinsame Energienutzung oder zirkuläre Geschäftsmodelle in der Industrie eingetaucht werden konnte. Deutlich wurde: Klimadaten werden künftig vielfach darüber entscheiden, wer Aufträge erhält, und Kooperationen – etwa bei Energie und Infrastruktur – eröffnen gerade kleineren Betrieben neue Spielräume. „Nachhaltigkeit ist kein Luxusprojekt für gute Zeiten, sondern ein Business Case in Zeiten des Umbruchs“, so Lechner.
Angebote der WKO
Im weiteren Verlauf wurden auch die Service- und Bildungsangebote der WKO Steiermark zur Nachhaltigkeit vorgestellt. Die Palette reicht von individueller Beratung zu Energie- und Ressourceneffizienz über Unterstützung bei Förderungen und neuen Berichtspflichten bis hin zu spezialisierten Aus- und Weiterbildungen. Beim Nachhaltigkeitstag konnten die Teilnehmenden direkt mit Expertinnen und Experten der Kammer ins Gespräch kommen, konkrete Anliegen ansprechen und nächste Schritte für den eigenen Betrieb definieren.
Einen Blick nach vorne warf zum Abschluss ein Dialog von Tristan Horx und Valerie-Sophie Schönberg unter dem Titel „Nachhaltigkeit wirkt: Wie Unternehmen von der nächsten Wirtschaftsphase profitieren können“. Sie zeigten, wie sich Konsumverhalten, Arbeitswelt und Technologie verändern – und warum jene Unternehmen im Vorteil sind, die Nachhaltigkeit nicht als Pflicht, sondern als strategische Chance begreifen. „Als WKO Steiermark werden wir die beim Nachhaltigkeitstag sichtbare Dynamik weiter nutzen“, so Lechner abschließend.