Damit Zukunft hier bleibt
Familienunternehmen verbinden langfristiges Denken mit regionaler Verantwortung und sind damit eine tragende Säule des Wirtschaftsstandorts.
Lesedauer: 1 Minute
Familienunternehmen prägen unsere Wirtschaft wie kaum eine andere Unternehmensform. Mehr als die Hälfte aller Arbeitgeberunternehmen sind Familienbetriebe. Sie sind damit ein tragender Teil unseres Standorts.
Ihre besondere Stärke: Familienbetriebe denken nicht nur in Quartalen, sondern auch in Generationen. Sie verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Standort und die nächste Generation. In der aktuellen PwC Family Business Survey nennen fast drei Viertel der befragten Familienunternehmen im DACH-Raum ihre langfristige Perspektive und Beständigkeit als besonderen Wettbewerbsvorteil.
Diese Verantwortung endet bei vielen Familienbetrieben nicht am Werkstor. Sie sichern Arbeits- und Ausbildungsplätze auch abseits der Ballungsräume und sind dort Teil des gesellschaftlichen Lebens. Sie unterstützen Vereine, Initiativen und Veranstaltungen, engagieren sich für ihre Gemeinden und bilden stabile Anker in den Regionen. Genau diese Nähe macht ihren besonderen Wert für den Standort aus.
Gerade jetzt ist diese Haltung besonders wertvoll. Österreichs Industrie steht unter erheblichem internationalem Wettbewerbs- und Kostendruck. Der WKO-Industrieradar zeigt, dass Betriebe auch Verlagerungen von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb prüfen. Familienunternehmen in diesem Sektor sind hingegen eng mit ihrer Region verbunden. Diese Verwurzelung ist ein Vorteil für den Standort – aber sie darf nicht mit Unbeweglichkeit verwechselt werden. Auch ein Familienunternehmen kann auf Dauer nur dort investieren, produzieren und Arbeitsplätze schaffen, wo sich wirtschaftlich vernünftig arbeiten lässt.
Bemerkenswert ist dabei, wie hoch die gesellschaftliche Anerkennung ist: Laut einer aktuellen EY-Studie haben 91 % der Österreicherinnen und Österreicher ein positives Bild von Familienunternehmen. Sie werden insbesondere mit Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Fairness verbunden. Dieser gesellschaftliche Rückenwind ist erfreulich. Er ist aber offenbar noch nicht bei der Politik angekommen. Gelebte politische Wertschätzung für Wertschöpfung muss sich nämlich auch in den gesetzlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln – und da gibt es noch einiges an Luft nach oben.
Denn Wertschätzung für Wertschöpfung bedeutet mehr als freundliche Worte. Sie bedeutet, Unternehmen den Freiraum zu geben, den sie für Investitionen und Innovation brauchen. Dazu gehören weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Kosten und Verlässlichkeit. Gerade Familienunternehmen wollen langfristig planen. Wir müssen heute die Weichen stellen, damit Familienunternehmen auch morgen noch eine starke Säule unseres Standorts sind.