Weiterentwicklung der Polytechnischen Schulen jetzt vorantreiben
Aktuelle Herausforderungen zeigen dringenden Handlungsbedarf – klare Perspektiven statt Stillstand notwendig.
Lesedauer: 1 Minute
Bei den Polytechnischen Schulen in Tirol besteht akuter Handlungsbedarf. Die derzeitige Situation an einzelnen Standorten zeigt deutlich, dass notwendige Weiterentwicklungen zu lange auf sich warten lassen. Besonders das Beispiel Hall/Wattens macht sichtbar, dass Zusammenschlüsse ohne klare Perspektive und gezielte Weiterentwicklung nicht zielführend sind.
Gerade im Bezirk Innsbruck-Land kommt diesem Standort eine zentrale Rolle in der Sicherung von Fachkräften zu. Bleiben notwendige Investitionen und strukturelle Verbesserungen aus, werden vorhandene Chancen nicht genutzt.
„Wer eine Schule betreiben will, muss auch investieren. Gute Ansätze sind da, doch es fehlt an Ernsthaftigkeit und Tempo“, betont David Narr, Fachkräftekoordinator der Wirtschaftskammer Tirol.
„Wer eine Schule betreiben will, muss auch investieren. Gute Ansätze sind da, doch es fehlt an Ernsthaftigkeit und Tempo.“

David Narr
WK-Fachkräftekoordinator
Sinkende Schülerzahlen verstärken die Herausforderungen zusätzlich. An kleineren Standorten führt dies zu eingeschränkten Angeboten und qualitativen Unterschieden. Gleichzeitig zeigen erfolgreiche Beispiele, welches Potenzial in diesem Schultyp steckt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Klare Signale für Stärkung des Schultyps
Dass sich zentrale Gremien intensiv mit der Weiterentwicklung beschäftigen, unterstreicht die hohe Bedeutung der Polytechnischen Schulen. Sowohl das Wirtschaftsparlament als auch der Landesausbildungsbeirat haben sich klar für eine Stärkung ausgesprochen. Auch der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer, Erwin Zangerl, hat sich für eine Weiterentwicklung dieses Schultyps ausgesprochen.
Aus Sicht der Tiroler Wirtschaft ist es daher unerlässlich, diesen Schultyp gleichwertig zu anderen Bildungseinrichtungen zu behandeln und entsprechend zu fördern – sowohl durch das Land als auch durch die Gemeinden als Schulerhalter.
Zentrale Rolle für die Fachkräfteausbildung
Polytechnische Schulen sind eine unverzichtbare Schnittstelle im Bildungssystem. Sie ermöglichen Jugendlichen, ihre Interessen und Fähigkeiten anhand konkreter Berufsbilder zu erproben und bereiten gezielt auf die duale Ausbildung vor.
„Die Polytechnischen Schulen sind ein entscheidendes Bindeglied im Bildungssystem und kein Auslaufmodell. Hier entdecken Jugendliche ihre Talente und bekommen Einblicke in die Berufswelt“, so Narr. Damit die Schulen ihre Rolle voll erfüllen können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionen und eine konsequente Weiterentwicklung. „Sie verdienen Wertschätzung, Vertrauen und professionelle Rahmenbedingungen“, hält Narr fest.