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Nahaufnahme dreier eingerollter Handtücher, die auf einem Bett mit weißer Bettwäsche liegen. Daneben stehen braune Plastikspender.
© Kris Tan | stock.adobe.com
Hotellerie, Fachverband

HOTREC European Hotel Distribution Study 2026

Studienergebnisse für Österreich im Detail

Lesedauer: 4 Minuten

16.09.2026

Direktbuchung bleibt wichtigster Vertriebskanal

Mit einem Anteil von 51,3 Prozent werden weiterhin mehr als die Hälfte aller Buchungen in Europa direkt bei den Hotels vorgenommen – über die hoteleigene Website, per E-Mail oder Telefon sowie unmittelbar vor Ort. Online Travel Agencies, kurz OTAs, erzielen mittlerweile 29,9 Prozent der Buchungen und bleiben damit der mit Abstand bedeutendste indirekte Vertriebskanal.

Österreich schneidet beim Direktvertrieb überdurchschnittlich ab: 59,9 Prozent der Buchungen erfolgen hierzulande direkt bei den Betrieben, dabei sind die beiden wichtigsten Buchungskanäle die Buchung per E-Mail und die direkte Echtzeitbuchung über die hoteleigene Website. Die direkte Echtzeitbuchung hat sich seit 2013 von 7,2 auf 15,7 Prozent mehr als verdoppelt.
Der Anteil der Online-Buchungsplattformen in Österreich liegt mit 25,9 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt von 29,9 Prozent. 

Langfristig betrachtet hat allerdings der Anteil der OTAs deutlich hinzugewonnen, während der Anteil am Direktvertrieb deutlich zurückgegangen ist: So ist der Anteil am Direktvertrieb ist in Österreich seit 2013 um rund 8 Prozent gesunken, während der Anteil der OTAs im gleichen Zeitraum um 10,5 Prozent auf 25,9 Prozent gestiegen ist. 

Zwei Konzerne beherrschen mehr als 88 Prozent des österreichischen OTA-Marktes

Besonders kritisch ist die unverändert hohe Konzentration sowohl auf dem europäischen als auch besonders auf dem österreichischen Markt der Online-Buchungsplattformen: 

Während europaweit 85,4 Prozent aller OTA-Buchungen auf Booking Holdings und die Expedia Group entfallen, liegt dieser Anteil in Österreich sogar bei 88,5%. Besonders dominant in Österreich ist die Booking Holdings, die mit 73,9 Prozent gut 5 Prozent mehr Marktanteil erreicht als auf dem europäischen Markt. Der Marktanteil der Expedia Group fällt hingegen mit 10,8 Prozent in Österreich im Vergleich zu Europa mit 16,6 Prozent geringer aus. 

Jedes zweite Hotel von Preisunterbietungen betroffen

51 Prozent der befragten Hotels berichten, dass OTAs die direkt vom Betrieb angebotenen Preise zumindest gelegentlich unterbieten. Vier von fünf der betroffenen Hotels geben an, einer solchen Preisunterbietung nicht zugestimmt zu haben.

Kontrollverlust bei Zimmerangeboten  

44 Prozent der Hotels berichten außerdem von sogenanntem „Multi-Sourcing“. Dabei gelangen Zimmerpreise oder Kontingente über Plattformen oder Vertriebspartner auf weitere Buchungskanäle. 26 Prozent der Hoteliers wissen nicht, ob dies mit ihren Angeboten geschieht.

Für die Betriebe kann diese Weiterverteilung zu Problemen führen. 17 Prozent nennen häufige negative Erfahrungen: falschen Zimmerbeschreibungen, abweichende Preise, Überbuchungen, Abrechnungsprobleme und unklaren Verantwortlichkeiten werden dabei genannt. 

Plattformen drängen in die Zahlungsabwicklung 

Zugleich übernehmen OTAs immer häufiger die Abwicklung der Zahlungen. 65 Prozent der Hotels nutzen das Payment-System von Booking Holdings, 43 Prozent Expedia Collect.

Deutlich mehr Stornierungen bei OTA Buchungen 

Auch bei den Stornierungsquoten zeigt die Studie erhebliche Unterschiede zwischen den Buchungskanälen. Über die hoteleigene Website gebuchte Aufenthalte weisen im Durchschnitt eine Stornierungsrate von 9,1 Prozent auf. Bei Expedia liegt sie bei 11,7 Prozent, bei Booking.com hingegen bei 19 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei Direktbuchungen über die Hotelwebsite.

EU-Regeln müssen in der betrieblichen Praxis wirken

Die Studienergebnisse sind auch ein Praxistest für den europäischen Digital Markets Act (DMA) und die Plattform-to-Business-Verordnung (P2B). Entscheidend ist, dass Hotels ihre Rechte tatsächlich wahrnehmen können. Dazu gehören insbesondere die Freiheit bei der Preisgestaltung, die Wahl der Zahlungsabwicklung, der Zugang zu relevanten Geschäfts- und Kundendaten, transparente Informationen über Rankings und Vertriebswege sowie wirksame Beschwerde- und Rechtsschutzmöglichkeiten.

Der Fachverband Hotellerie unterstützt daher die Forderungen von HOTREC nach einer konsequenten Umsetzung und Durchsetzung des DMA, der Beibehaltung wirksamer Schutzbestimmungen der P2B-Verordnung und besseren Rahmenbedingungen für den digitalen Direktvertrieb.

Zur Studie

Die European Hotel Distribution Study der HOTREC wird seit 2014 von der HES-SO Valais-Wallis, gemeinsam mit den nationalen Hotelverbänden, in Österreich dem Fachverband Hotellerie der WKÖ, alle 2 Jahre durchgeführt. Die Studie basiert auf Daten von insgesamt 2.713 Hotels – 1.882 Einzelhotels und aggregierte Daten von 831 Kettenhotels -aus 28 europäischen Ländern und zeichnet ein umfassendes Bild des europäischen Hotelvertriebs im Referenzjahr 2025.