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Lohnnebenkosten bei wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführern

Eingliederung des Geschäftsführers in den Betrieb ist wichtigstes Kriterium

Wer ist wesentlich beteilgter Gesellschafter-Geschäftsführer?

Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften mit einer Beteiligung von mehr als 25% beziehen grundsätzlich Einkünfte aus selbständiger Arbeit. D.h. ein wesentlich beteiligter Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft gilt aus einkommensteuerlicher Sicht nicht als Dienstnehmer und kann für seine Bezüge nicht die begünstigte Besteuerung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes mit 6% in Anspruch nehmen.

Wenn die Vorjahresumsätze unter € 220.000,-- lagen, kann er von den Einnahmen 6% der Einnahmen als pauschale Betriebsausgaben sowie zusätzlich die Sozialversicherungsbeiträge und eine Vorsteuerpauschale in Höhe von 1,8% abziehen. Vom verbleibenden vorläufigen Gewinn können nochmals 13% (Basis-)Gewinnfreibetrag - maximal € 3.900,-- - in Abzug gebracht werden – als Ausgleich für die begünstigte Besteuerung der Sonderzahlungen bei Dienstnehmern.

Details zum Gewinnfreibetrag finden Sie in unserem Merkblatt „Der Gewinnfreibetrag“. 

Lohnnebenkosten

Auf Grund der verschärften Rechtsprechung des VwGH vom 10.11.2004, 2003/13/0018 werden jedoch für den Bereich der Lohnnebenkosten

  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB)

  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ)

  • Kommunalsteuer (KommSt)

wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer idR als Dienstnehmer qualifiziert. D.h. Bezüge von wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführern unterliegen der Lohnnebenkostenpflicht (DB, DZ, KommSt), obwohl diese Personen Einkünfte aus selbständiger Arbeit beziehen.

Achtung:

Vollendet ein wesentlich beteiligter Gesellschafter-Geschäftsführer das 60. Lebensjahr, sind ab dem Folgemonat die zugeflossenen Bezüge nicht in die Beitragsgrundlage für den Dienstgeberbeitrag und den Dienstgeberzuschlag einzubeziehen (UFS 4.7.2011, RV/0102-W/11).

Diese Befreiung ab Vollendung des 60. Lebensjahres gilt jedoch nicht für die Kommunalsteuer.

Ebenso sind die DB-und DZ-Befreiungsbestimmung des FLAG für begünstigt behinderte Dienstnehmer bei wesentlich beteiligten Gesellschaftern nicht anwendbar. 

Beitragspflicht für Kostenersätze

Auch die von der Gesellschaft an wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer gewährten Kostenersätze (z.B. Reisekosten, Telefonkosten usw.) unterliegen der Lohnnebenkostenpflicht (DB, DZ und KommST).

Dies bedeutet eine wesentliche Unterscheidung zu Dienstnehmern (z.B. nicht wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer bis 25% Beteiligung), bei denen Kostenersätze gem. § 26 EStG nicht zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zählen und daher nicht DB, DZ und KommSt unterliegen.

Details zu den Lohnnebenkosten entnehmen Sie unseren Merkblättern "Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB)“ "Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ)“ und "Kommunalsteuer".

Auch die private Nutzung des Firmen-PKWs zählt zu den Einkünften aus selbständiger Arbeit und unterliegt – bewertet mit den Prozentsätzen der Sachbezugsverordnung -  den Lohnnebenkosten. Um zu gewährleisten, dass auch Gesellschafter-Geschäftsführer mit einer Beteiligung von mehr als 25% in den Genuss der Steuerbefreiung für E-Fahrzeuge kommen, wurde die Sachbezugsverordnung für 2017 dementsprechend geändert (siehe auch Merkblatt „KFZ-Sachbezug“).

Merkmale zur Abgrenzung der Lohnnebenkostenpflicht

Die bis zum VwGH-Erkenntnis im Jahr 2004 maßgeblichen drei Merkmale zur Abgrenzung waren folgende: 

  • Eingliederung des Geschäftsführers in den Betrieb

  • das Tragen von Unternehmerrisiko

  • Regelmäßigkeit der Entlohnung

Diese Merkmale wurden bereits 2004 auf ein einziges entscheidendes Merkmal reduziert und zwar auf die Eingliederung des Geschäftsführers in den Betrieb.

Die zwei anderen genannten Merkmale sind nur mehr im Ausnahmefall dann relevant, wenn das Merkmal der Eingliederung für die Beurteilung nicht ausreichend ist.

Die Rechtsprechung versteht die Eingliederung funktionell, das heißt unabhängig von der Frage, ob jemand weisungsgebunden bzw. untergeordnet ist. Die funktionelle Eingliederung liegt dann vor, wenn man die Geschäftsführung inne hat oder sonst operativ für die Gesellschaft tätig ist. 

Achtung:
Da für die steuerliche Anerkennung einer Tätigkeitsvergütung als Betriebsausgabe idR diese Eingliederung Voraussetzung ist, unterliegen die Bezüge (auch Kostenersätze) wesentlich beteiligter Gesellschafter-Geschäftsführer den Lohnnebenkosten.


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